Hausband von Sigismund und Ernst August Die Neue Hofkapelle startet Konzertreihe in Bad Iburg

Zumindest teilweise war die Neue Hofkapelle Osnabrück bereits Gast im Rittersaal der Iburg: Vier Geiger trugen zum Gelingen des letzten Landschaftstages bei. Foto: Gabriele JanzZumindest teilweise war die Neue Hofkapelle Osnabrück bereits Gast im Rittersaal der Iburg: Vier Geiger trugen zum Gelingen des letzten Landschaftstages bei. Foto: Gabriele Janz

Osnabrück. Nach ihrem Auftritt im Rahmen der Kulturnacht begibt sich die Neue Hofkapelle nach Bad Iburg, um dort im Rittersaal des Schlosses eine Konzertreihe zu starten. Mit der Iburger Bürgermeisterin Annette Niermann sprachen wir über ganz besondere Musik in historischem Ambiente.

Frau Niermann, am Sonntag findet im Bad Iburger Schloss eine Veranstaltung statt, die den Titel „Ouvertüre“ trägt. Verraten Sie uns, was es damit auf sich hat?

Gern. Es handelt sich um den Start einer Veranstaltungsreihe mit der Neuen Hofkapelle. Das ist ein klassisches Ensemble, das sich in Osnabrück gegründet hat, künftig aber auch regelmäßig Konzerte hier im Rittersaal des Iburger Schlosses geben wird.

In grauer Vorzeit gab es doch schon einmal eine Hofkapelle in Iburg…

Das ist richtig. Am Anfang des 17. Jahrhunderts lebte Bischof Philipp Sigismund von Wolfenbüttel hier auf dem Schloss. Er war ein außerordentlicher Musikfreund, der eine 18-köpfige Kapelle zusammenstellte, die zu den unterschiedlichen Anlässen aufspielte. Später wohnte dann Bischof Ernst August I. mit seiner Frau Sophie hier, bevor sie dann das Osnabrücker Schloss bauen ließen und dort einzogen. An beiden Residenzen führten sie die Tradition der Hofkapelle fort.

Annette Niermann. Foto: Michael Gründel

Also ist es kein Zufall, dass die Neue Hofkapelle sowohl im Osnabrücker Schloss als auch jetzt in Bad Iburg gastiert.

Nein. Soweit ich weiß, bezieht sich Christian Heinecke, der Gründer des neuen Ensembles, ausdrücklich auf diese historischen Gegebenheiten.

Aber in Osnabrück ist die Neue Hofkapelle schon länger aktiv. Wie kam es zu der neuen Kooperation mit Bad Iburg?

Heinecken und Sven Jürgensen, der Leiter des Osnabrücker Presseamtes, sind auf mich zugekommen und haben mich gefragt, ob ich mir eine Konzertreihe mit der Hofkapelle auf der Iburg vorstellen könne. Ich glaube, es ging um die Idee, die Aktivitäten des Ensembles effektiver zu machen. Wenn die Musiker sich die Mühe machen, ein Werk einzustudieren, wollen sie es doch auch so vielen Menschen wie möglich vorspielen. Nachdem ich mich mit dem Staatlichen Baumanagement Osnabrück-Emsland abgesprochen hatte, das die Burg für die Eigentümerin, das Land Niedersachsen, verwaltet, stand der Idee nichts mehr im Weg.

Aber es gibt doch schon eine Musikreihe im Schloss, die „Schlosskonzerte“ im Rittersaal.

Es war mir besonders wichtig, dass sich die beiden Reihen nicht ins Gehege kommen. Auch nachdem Timo Maschmann die Organisation der „Schlosskonzerte“ übernommen hat, erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Beide Veranstaltungsreihen locken nicht nur Bürger aus Bad Iburg, sondern aus dem gesamten Landkreis an. Sie ergänzen sie sich hervorragend.

Gerade sprachen Sie davon, dass das Schloss dem Land Niedersachsen gehört. Gibt es da keine Probleme, wenn es von ihrer Gemeinde genutzt wird?

Sehen sie, das Schloss wird von ganz unterschiedlichen Institutionen genutzt. Es gibt eine Polizeidienststelle, zwei Kirchen, das Amtsgericht ist seit ewigen Zeiten dort untergebracht, das Schlossmuseum öffnet dort seine Pforten, außerdem befinden sich dort die Geschäftsräume des Landschaftsverbandes und eben das Staatliche Baumanagement. Der Rittersaal und das Welfenzimmer sind zusammen mit dem Schlosspark im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit zugänglich. Eine Nutzungsvereinbarung mit dem Staatlichen Baumanagement und dem Land Niedersachsen gestattet uns auch eine kulturelle Nutzung, also Veranstaltungen im historischen Umfeld. Wir veranstalten hier Konzerte, aber auch Lesungen, Vorträge und Ausstellungen, die in das Ambiente passen. Daher freue ich mich besonders, dass die Neue Hofkapelle quasi den Weg zurück nach Hause gefunden hat. Ich glaube, diese neue Konzertreihe ist eine willkommene Bereicherung für die Bad Iburger Kulturlandschaft.

Zur Sache

Konzerte mit der Neuen Hofkapelle Osnabrück
  • Kulturnacht am Samstag, 31. August:
    Trompetenspektakel „Klangpracht I“: Dom, 19 Uhr
    Höfische Barockmusik „Klangpracht II“ zusammen mit dem Osnabrücker Jugendchor: Dom, 20.15 Uhr
    Eintritt zu beiden Konzerten frei
  • Neue Hofkapelle in Bad Iburg: „Ouverture“ mit Werken von Giuseppe Valentini, Antonio Vivaldi, GiuseppeTorelli und Giuseppe Brescianello, 
  • Sonntag, 1. September, 19 Uhr, Rittersaal, Schloss Bad Iburg
  • Kartenvorverkauf:
    Tourist Information Osnabrück: Tel. 0541/3232202
    Tourist Information Bad Iburg: Tel. 05403/40466
    Vorverkauf 13 € / ermäßigt 11€ oder Abendkasse: 15 € / ermäßigt 12 €


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN