Die Zukunft beginnt jetzt Wie Firmen die Digitalisierung nutzen können

Warum an der Digitalisierung kein Weg vorbei führt und wie deren Umsetzung konkret aussehen kann, erklärte  Lars Kleuckling in seinem Vortrag einer Informationsreihe der Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück Wigos. Foto: Claudia SarrazinWarum an der Digitalisierung kein Weg vorbei führt und wie deren Umsetzung konkret aussehen kann, erklärte Lars Kleuckling in seinem Vortrag einer Informationsreihe der Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück Wigos. Foto: Claudia Sarrazin

Bad Iburg. Warum Firmen nicht an der Digitalisierung vorbeikommen, und warum „wir wollen da jetzt auch mal was in Socialmedia machen“ keine Erfolgsstrategie ist, erklärte Lars Kleuckling am Mittwochmorgen in einem Vortrag der Reihe „Digitalisierung konkret!“ Dazu hatte die Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück (Wigos) in Bad Iburg eingeladen.

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind Schlagworte, an denen Unternehmen einerseits kaum vorbeikommen. Andererseits können sie viele Unternehmer nur schwer mit Leben füllen. Daher ging Lars Kleuckling am Mittwochmorgen auf Einladung der Wigos darauf ein, wie sich die Digitalisierung auf den Kunden sowie den Vertrieb, das Marketing und den Kundenservice auswirkt. Zum Frühstücksmeeting gekommen waren knapp 50 Unternehmer und Mitarbeiter von Firmen aus der Region, darunter Dienstleister, metallverarbeitende Betriebe, Kunststoffhersteller, Logistiker, Großhändler und Verpackungstechniker.  

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 Kleuckling ging auf vier verschiedene Generationen und ihren Umgang mit der Digitalisierung ein: Die Babyboomer (1946 bis 1964), die Generation X/Generation Golf (1965 bis 1980), die Generation Y/Millenials/Why (1980 bis 1993) sowie die Generation Z/iGeneration (1994 bis 2012). In Bezug auf die Digitalisierung stellte er einen „krassen Generationenwandel“ fest: Während die einen „analog“ aufgewachsen seien, hätten die anderen gar keinen Bezug mehr zum Analogen: Diese Generationen seien mit der Digitalisierung aufgewachsen und erwarteten auch digitale Oberflächen. 

Je nach Generation und somit auch „digitaler“ Sozialisierung müssten potentielle Kunden oder künftige Mitarbeiter anders angesprochen werden. „Wenn ich mit der Generation Y oder Z nicht auf Augenhöhe kommuniziere und mich nicht auf sie einlasse, werde ich sie nicht erreichen können“, sagte Kleuckling. Daher sei es wichtig, dass aktuell erfolgreiche Unternehmen folgende Haltung ablegten: „Jetzt läuft es gut, und die kaufen schon bei mir.“ Genau dies sei eben nicht der Fall: „Haben Sie jetzt einen 55-jährigen Einkäufer als Gegenüber, der weiß, dass ihre Produkte gut sind, bestellt er bei ihnen“, gab Kleuckling ein Beispiel. Doch der Autohersteller Mercedes beispielsweise habe seinen Einkauf komplett neu aufgestellt: „Da sitzen jetzt junge Leute, die kennen sie nicht. Die gehen ins Internet.“ Und wer dort nicht zu finden sei, der sie für diese Generation nicht wichtig.   

Wer passt sich wem an

„Ich muss nicht alles verstehen, aber ich muss akzeptieren wie die jungen Leute mit der Digitalisierung umgehen und mich Ihnen anpassen“, erklärte der Fachmann weiter und fügte hinzu: „Die jungen Generationen werden sich nicht anpassen.“ Zu ihnen gehörten jedoch die „Entscheider von Morgen“ – und diese seien jetzt schon erreichbar.

Die Zielgruppe ist online

Unternehmen müssten dorthin, wo ihre Zielgruppe sei – mobil im Netz. Dies bedeute einerseits: Die Konkurrenz sei nur „einen Klick“ entfernt. Andererseits sei dies eine Chance: „Ganz gleich wie groß oder klein mein Unternehmen ist, als erstes sehen die Kunden meine Homepage“, so Kleuckling. Für eine Website gelte daher: Um vom Kunden gefunden zu werden, müsse diese von Google gefunden werden. Zudem könne die Internetpräsenz als „digitaler Vertriebler“ genutzt werden, so Kleuckling beim Frühstücksmeeting.

Foto:Claudia Sarrazin


Als weiteres Beispiel für digitale Angebote nannte Kleuckling unter anderem Apps als „Hilfe zur Selbsthilfe“ bei Fehlermeldungen von Maschinen. Im Gespräch mit den Teilnehmern wurden noch Podcast, Videotelefonie und Youtube als digitale Marketingelemente, beziehungsweise Kommunikationswege aufgezählt. 

 „Wir machen jetzt auch mal ein bisschen Sozialmedia, weil das angesagt ist“, das, so Kleukling, sei zum Scheitern verurteilt. Basis für einen Erfolg bei Socialmedia und Co sei eine Digitalstrategie. „Fangen sie lieber mit kleinen Sachen an und ziehen sie dann daraus ihre Rückschlüsse“, so der Profi.


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