Schützen, Kaiser und Fürstbischöfe Schützenverein Iburg feiert Jubiläum

Schon in alter Zeit ein Anziehungspunkt: Beim großen Festumzug rollten die geschmückten Kutschen der Majestäten und ihres Hofstaates über die Schlossstraße. Foto: Schützenverein IburgSchon in alter Zeit ein Anziehungspunkt: Beim großen Festumzug rollten die geschmückten Kutschen der Majestäten und ihres Hofstaates über die Schlossstraße. Foto: Schützenverein Iburg

Bad Iburg. Sein 150-jähriges Jubiläum feiert der Schützenverein Iburg in diesem Sommer. Aus diesem Anlass verbindet sich das Schützenfest am ersten August-Wochenende im Kneipp-Erlebnispark mit dem Kreisschützenfest des Schützenkreises Teutoburger Wald. Insgesamt 24 Schützenvereine sowie 10 Spielmannszüge und Blasorchester werden zum Höhepunkt der Feierlichkeiten erwartet.

„150 Jahre sind ein Grund zum Danken und Feiern“, findet Vereinspräsident Bernhard Winninghoff. Dabei reicht die Historie des Vereins nachweislich noch deutlich weiter zurück: Bereits 1580 erwähnt ein Aktenvermerk Walter Heringhus als Schützenkönig in Iburg. Festgehalten wurde auch: Im Jahre 1654 ließ Franz-Wilhelm von Wartenberg, zu jener Zeit Fürstbischof von Osnabrück, in dieser Funktion den Schützen im Jahre 1654 zu ihrem Fest eine Tonne – umgerechnet 134 Liter - Bier zukommen, im Folgejahr sogar zwei Tonnen.

Der Verein selbst gründet sein Jubiläum jedoch nicht auf Feder und Tinte, sondern auf handfestes Silber: Der Iburger Gastwirt Julius Kocke war 1869 der erste Schützenkönig, der sein Amt mit Kette nebst Plakette antrat. Seither ist es gute Tradition, auf der Plakette neben dem Namen des Schützenkönigs und seinem Regentschaftsjahr auch einen Hinweis auf seinen Beruf oder sein liebstes Hobby zu verewigen. So ziert eine Bäcker-Brezel die Plakette von 1935, dem Regentschaftsjahr von Hermann Große Rechtien. Eine Fregatte verweist auf die maritimen Erfahrungen von Bernhard Winninghoff, Schützenkönig von 2004.

Adlermedaille vom Kaiser

Längst finden nicht mehr alle Plaketten aus 150 Jahren an der Kette einen Platz. Ein Ehrenzeichen aber war und bleibt in ihrem Zentrum: Im Jahre 1892 brachte Amtsgerichtssekretär und Vereinspräsident Kniggenberg mit dem allerersten Schuss des Wettkampfes den Reichsapfel zu Fall. Aus diesem Anlass verlieh Kaiser Wilhelm II.  „auf Cabinetsordre“ die große Adlermedaille, die bis heute die Ehrenkette schmückt.  

Und noch ein weiteres Zeugnis der Historie wird von König zu König weitergegeben: Im Jahre 1889 stiftete der Berliner Bildhauer und gebürtige Glaner Heinrich Pohlmann das Füllhorn, das seither ein unverzichtbares Symbol der Regentschaft ist. Die 1668 von Fürstbischof Ernst August eingebrachte „Vogelschießordnung“ galt zu jener Zeit längst nicht mehr. Sie machte – etwa zehn Jahre lang - die Teilnahme am Vogelschießen verpflichtend für alle Ganz- und Halberben, Erb- und Markkötter im Ort.

Seit 1889 wird das Füllhorn als kostbares Zeichen der Regentschaft von König zu König weitergereicht. Foto: Schützenverein Iburg


Der Wettstreit selbst musste zwischen Ostern und Jacobi, also dem 25. Juli, ausgetragen werden. Danach war, so die Order, ein „mäßiger Trunk“ gestattet. Das Datum hat sich verschoben, der „Trunk“ ist geblieben. Und auch das überregionale Interesse am Iburger Schützenfest ist durch die Jahrhunderte ungebrochen. So schrieb Ludwig Windthorst Ende der 1830er Jahre in einem Brief, „Mutter und die Dämchen“ hätten sich bei einem Besuch des Schützenfestes in Iburg sehr wohl befunden.

Zeichen der Verbundenheit mit Iburg: Im Kneipp-Erlebnispark pflanzten König Silvio I. Motzkus und Königin Simone I. Panhans einen Baum. Foto: Schützenverein Iburg


Wohlfühlen sollen sich auch die Besucher, die von Freitag bis Montag, 2. bis 5. August, gemeinsam mit dem Schützenverein und seinem amtierenden Königspaar feiern. König Silvio I. Motzkus und Königin Simone I. Panhans setzten im Vorfeld bereits ein grünendes Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt: Im Mai pflanzten sie einen Baum im Kneipp-Erlebnispark. Nun freuen sie sich auf die Festtage, die am Freitag mit einem Festakt und einem Konzert des Blasorchesters Borgloh beginnen. Der Samstag steht ganz im Zeichen des Kinderschützenfestes. Am Sonntag begrüßt der Jubiläumsverein den Schützenkreis Teutoburger Wald sowie mehrere Gastvereine zum Kreisschützenfest. Im Anschluss findet das Ringen um die Regentschaft in Iburg statt. Die neuen Iburger Majestäten nehmen dann am Montag die Zeichen ihres Amtes entgegen.


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