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Fliegende Räder Dirt-Park in Bad Iburg offiziell eröffnet

Von Nicholas Salagaray

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Bad Iburg. Seit Samstag hat die Stadt Bad Iburg ihren ersten Dirt-Park, der neben der Jugendherberge auf einem brachliegenden Fußballplatz errichtet wurde. Die Idee dazu entwickelte der 17-jährige Eike Börs vor knapp zwei Jahren im Rahmen eines Schulprojektes der Realschule Bad Iburg.

„Wir hatten in der zehnten Klasse ein Projekt zur Kommunalpolitik, bei dem ich in die Arbeit des Rates hineinschnuppern durfte. Da ist mir aufgefallen, dass in den städtischen Ausgaben keine Budgets für Sport und Freizeit eingeplant waren.“ Als passionierter Biker kam Eike Börs da schnell die Idee, einen Dirt-Park vorzuschlagen.

Im Bauausschuss wurden die Planungen gut angenommen, etwa 7000 Euro sollte die Stadt beisteuern. Doch beim Vorschlag sollte es für Eike nicht bleiben. „Das ist ein Lernprozess für Jugendliche, die erkennen sollen, dass man nicht nur eine Forderung stellen kann und andere die umsetzen“, sagte Bürgermeister Drago Jurak.

So landete der Ball prompt wieder bei Eike Börs, der für Konzeption, Umsetzung und Sponsorensuche zuständig war. Leif Meschkat (15) unterstützte ihn bei dem langwierigen Prozess: „Da wir im Wald nicht akzeptiert werden, brauchten wir eine vernünftige Strecke, die wir jetzt mit dem neuen Park haben.“ Der Prozess war schwierig: „Es gab Momente, da hätten wir die Brocken am liebsten hingeworfen“, erklärte Börs und erinnerte sich an verregnete Wochenenden mit nur drei Helfern. Auch die Zeitplanung schlug fehl: Ursprünglich wollten die Jugendlichen innerhalb weniger Monate fertig sein. „Doch dann mussten wir klären, wie der Versicherungsschutz gewährleistet wird, und alles zog sich in die Länge“, so Börs.

Doch nach rund zwei Jahren blickt er nun stolz auf den frisch eröffneten Park. Der Versicherungsschutz ist gewährleistet, allerdings ist das Tragen von Protektoren und Helm im Dirt-Park Pflicht.

„Uns ist es besonders wichtig, dass wir die jüngeren Fahrer mit unserem Angebot hier aus dem Berg halten können“, sagte Börs. Häufig komme es am Dörenberg zu Auseinandersetzungen zwischen Mountainbikern und Wanderern, der Sport selbst berge zudem Gefahren und gelte als Extremsport. Die Szene in Bad Iburg zählt etwa 70 Fahrer.

Mit 800 Kubikmetern aufgeschütteter Erde bietet der Dirt-Park eine große Startabfahrt und zehn verschiedene Rampen, auch „Dirt-Lines“ genannt, mit bis zu zwei Meter Höhe für nahezu alle Ansprüche.

Jurak zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Wir wollten auch ausloten, wie das eigentlich funktioniert, Verantwortung für ein solches Projekt an Schüler abzugeben. Da haben die Jungs Pionierarbeit geleistet.“ Doch mit der Eröffnung des Dirt-Parks ist die Arbeit nicht getan. Die Jugendlichen müssen sich weiterhin selbst organisieren, um die Pflege und Instandhaltung zu gewährleisten. Einen Eindruck vom Park bekommt man auf Facebook: www. facebook.com/DirtparkBad Iburg .


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