Brandschutzplanung für Ostenfelde und Hagenberg Diskussion über Umzugspläne für Glaner Grundschule

Die Stadt hat die Planung der Brandschutzarbeiten an der Grundschule Ostenfelde ausgeschrieben, ebenso die für die Schule am Hagenberg. Foto: Michael GründelDie Stadt hat die Planung der Brandschutzarbeiten an der Grundschule Ostenfelde ausgeschrieben, ebenso die für die Schule am Hagenberg. Foto: Michael Gründel

Bad Iburg. "Die Stadt hat gearbeitet" begann Bürgermeisterin Annette Niermann ihren Bericht über den Stand eines möglichen Umzugs der Grundschule Glane in die frühere Hauptschule und die Brandschutzarbeiten in den Grundschulen Hagenberg und Ostenfelde.

Bis August sollen die Glaner in ein neues Gebäude ziehen. So hat es der Rat Anfang Mai wegen erheblicher Brandschutzmängel im Gebäude beschlossen. Die Planungsleistung für Brandschutz an der Schule in Ostenfelde und am Hagenberg und der Sporthalle ist vergeben. Nicht vergeben wurde die Planung für die Grundschule Glane, "wegen der unklaren Rechtslage", so Niermann, denn hier steht noch die Entscheidung des Verwaltungsgerichts aus.

Eine Begehung der Hauptschule mit Hausherr, Architekt, Bauamt, Brandschutzexperten und Schulamt am 10. Mai habe gezeigt, dass eine Beschulung der Grundschüler dort grundsätzlich möglich ist. Geprüft wird nun, was der Umzug kostet: 

"Sobald belastbare Zahlen vorliegen, laden wir Eltern und Lehrer zur Begehung ein."


Die Leiterin der Grundschule am Hagenberg, Sophie Seestern-Pauly, merkte an, dass die Schulleitungen gemäß Landesschulgesetz die Gesamtverantwortung für ihre Schule tragen. "Diese besondere Verantwortung spüren wir auch. Deshalb möchten wir eingebunden werden." Niermann sicherte das zu und wiederholte die Möglichkeit einer Begehung in der kommenden Woche.

Matthias Seestern-Pauly (FDP) wunderte sich, dass es eine normale Ausschreibung für die Brandschutzarbeiten gibt. Fachdienstleiter Ulrich Ortmann: "Der Landkreis sieht die Eilbedürftigkeit nicht." Das sei angesichts der Fertigstellungsfrist August beeindruckend, so Seestern-Pauly. Er bezweifelt, dass das Hauptschulgebäude für den Einzug der Grundschule geeignet ist. So gebe es keine bauliche Trennung zum Gymnasium. Die räumliche Trennung sei gegeben, so Niermann, und auf dem Pausenhof würden unterschiedliche Zeiten Kleine und Große trennen. "Unterschiedliche Pausengongs reichen nicht", meinte Seestern-Pauly.

Plädoyer eines Glaner Ex-Grundschülers

Nazih Musharbash (SPD) ergänzte, dass die Klassenräume mit je 64 Quadratmetern für die Grundschüler geeignet seien. "Ich bin sicher, dass sich die Kinder sofort wohlfühlen und die Schule akzeptieren. Wir ziehen hier nicht in eine Fabrik." Auch habe das Gebäude schon länger zur Diskussion gestanden, "auch für die Realschule, spätestens seit Schließung der Hauptschule".

Ein Plädoyer für den Erhalt der Glaner Schule trug ein Schülervertreter vor. Er pochte auf die Unterschiede zwischen Zweit- und Zwölftklässlern und die Erwartung der Schüler auf eine angstfreie Lernatmosphäre und freundliche Lehrer. Er habe sich als Kind in Glane ausgesprochen wohl gefühlt.

Niermann betonte, dass alle Fragen von Eltern und Lehrern beantwortet würden: "Ich habe kein Interesse an einem Chaos. Wenn die Kinder im Hauptschulgebäude beschult werden, dann so, dass alles sicher ist. Ansonsten wird es keinen Umzug dorthin geben."

Schadet ein Umzug den Kindern?

Im Publikum forderte der Vater von Matthias Seestern-Pauly von den Umzugsbefürwortern eine Antwort auf diese Frage: "Was empfinden die Kleinen?" Dazu sagte Musharbash: "Wenn eine Familie umzieht, nimmt sie auch ihre Kinder mit. Diese gewöhnen sich an eine neue Umgebung. Da sehen wir überhaupt keine Gefährdung. Sie wollen den Umzug nicht und deshalb wollen sie diese Tatsache nicht wahrhaben."

Zur Forderung einer Mutter, die Glaner Schule in den Sommerferien zu sanieren, sagte Niermann: "Da wird ein Jahr gebaut, unter anderem muss die Auladecke saniert werden, dabei liegen Mineralfasern in der Luft, dem will ich kein Kind aussetzen." Eine andere fürchtete:

"Die Kinder stehen vor den großen Gymnasiasten und haben Angst."

Eine dritte beschuldigte Niermann, "Leib und Leben unserer Kinder zu gefährden".

Dreimal wiederholte Matthias Seestern-Pauly seine Forderung, alle drei Schulen zu sanieren. Das dauere nur acht Jahre statt, wie bisher angegeben worden sei, 20. Eine Zuhörerin gab zu bedenken, dass drei ältere Gebäude auch nach Sanierung drei ältere Gebäude blieben. Dem widersprach der FDP-Politiker: "Saniert ist saniert,", hinter allen Argumenten gegen die Sanierung stehe der Wunsch, Schulen zu schließen.

Planung für die nächsten 20 Jahre

Diskutiert würde auch über die Frage, ob das Hauptschulgebäude Zwischen- oder Dauerlösung sein soll. SPD, Grüne und CDU können sich eine Erweiterung vorstellen, um dort die drei Grundschulen zusammenzufassen, oder an anderer Stelle zu bauen. "Ein Standort wäre gut", betonte Renate Ralle (Grüne) mit Blick auf Barrierefreiheit und Inklusion und erinnerte daran, dass Eltern ab 2025 einen Rechtsanspruch auf Nachmittagsbetreuung ihrer Kinder bekämen sollen. "Wir müssen die Planung der nächsten 20 bis 30 Jahre sehen."

"Wir haben drei Gutachten, die eine Zusammenlegung empfehlen", ergänzte Musharbash. Schade sei, dass es von der anderen Seite geheißen habe: "Wir können unsere Meinung nicht ändern. Wir haben die Schulen im Wahlprogramm verankert."


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