Behindertengruppen aus Iburg, Glane und Hilter Lauter Jubiläen auf Averbecks Hof

Von Rolf A. Habben

Erwies sich mit kunstvoll gestalteten Luftballons und allerlei Zauberei als versierter Unterhalter: Diakon Florian Renner. Foto: Rolf HabbenErwies sich mit kunstvoll gestalteten Luftballons und allerlei Zauberei als versierter Unterhalter: Diakon Florian Renner. Foto: Rolf Habben

Bad Iburg/Hilter. Auf ganze 40 Jahre kann die „Freizeitgruppe Bad Iburg", auf 30 Jahre der „Familienkreis Behinderter Menschen“ zurückblicken. Diese Jubiläen begingen beide Einrichtungen am Samstagnachmittag gemeinsam auf Averbecks Hof in Glane mit einem bunten Unterhaltungsprogramm und einigen Überraschungen.

Vorangegangen war eine gemeinsame Andacht durch die Diakone beider Kirchen, Werner Berens und Florian Renner.

Nicht von ungefähr hieß das Motto der Feiern „Gemeinsam leben – gemeinsam feiern". Mit fröhlicher Ausgelassenheit begingen beide Jubilare ihre Veranstaltungen. Die Freizeitgruppe, geleitet von Gudrun und Ansgar Buchholz, und der Familienkreis, der von Mechthild und Werner Berens geleitet wird, verstehen sich als karitative Einrichtung für Menschen mit Handicap.

Freizeit auch mal ohne die Familie

Die Freizeitgruppe Bad Iburg wurde 1979 gegründet. Sie besteht aus Menschen mit und ohne Behinderung und hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit Behinderten einmal ohne Eltern oder Angehörige Freizeiten zu gestalten, erzählen die Eheleute Buchholz. Die geistige Behinderung ihrer Tochter Stephanie dagegen war Anstoß für die Eheleute Berens als Initiatoren des Elternkreises, sich mit Familien in ähnlichen Situationen auszutauschen. Auch die verstärkte Arbeit innerhalb der Kirchengemeinde, Berens war Diakon, trug wesentlich dazu bei, behinderten Menschen die Teilnahme am kirchlichen Leben zu ermöglichen. Der Familienkreis habe ein starkes Gemeinschaftsgefühl entwickelt, so Mechthild Berens.

Wichtig sei nicht die große Aktion, sondern das Zusammensein. Die Paare Buchholz und Berens sagen deshalb: 

„Wir arbeiten tagtäglich für unsere Vision eines unbehinderten Miteinanders.“

Eine Vielzahl von Aktivitäten kennzeichnet deshalb auch das Kalenderjahr. Dazu zählen gemeinsame Gottesdienste und Kaffeetafeln ebenso wie das jährliche Sommerfest im Schützenhaus Glane und eine Adventsfeier. Zum Elternkreis gehören vor allem Familien aus Glane, Iburg und Hilter.

Vom Grünkohlessen bis zum Zoobesuch

„Das Programm der Freizeitgruppe eines jeden Jahres umfasst unter anderem ein Grünkohlessen mit Wahl des Grünkohlkönigs, Karnevalsfeiern im Pfarrheim, ein Osterfrühstück und Aktivitäten wie Zoobesuche, Kegeln, Wandern, Tagesausflüge, Pizza- und Eisessen, Weihnachtsplätzchen backen, Basteln und Konzertbesuche ebenso wie nicht zuletzt die alljährliche Fahrt zum Weihnachtsmarkt nach Osnabrück, aber auch Besichtigungen, wie im vergangenen Sommer die eines Bauernhofs mit Milchvieh“, erzählt Ansgar Buchholz.

Das Erstellen des Programms sei für die Gruppenmitglieder sehr wichtig und werde immer sehnsüchtig erwartet, „weil es für sie eine Orientierung durch das ganze Jahr ist“. Die Veranstaltungen finden einmal im Monat statt.

„Nach Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit sind wir historisch gewachsen und gehören mittlerweile zum Ortsbild.“

Ohne ein engagiertes Team innerhalb der Gruppen und auch ohne die ehrenamtliche Unterstützung von Privatseite sei ihre Arbeit aber nicht denkbar, sind sich die Sprecher beider Gruppen einig.

Im anschließenden Unterhaltungsprogramm zeigte Diakon Florian Renner aus Bielefeld als Entertainer seine Vielseitigkeit. Aus Luftballons zauberte er allerlei Getier, ehe er in seiner Zaubershow „Gospel Magic“ die Angehörigen beider Gruppen ein ums andere Mal ins Staunen versetzte. Mit einem Grillabend bis in die frühen Abendstunden klang ein Nachmittag voller Kurzweil und Geselligkeit zünftig aus. 


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