„LoreLei“ am Handwerkerbrunnen Kälte macht Sommer-Kultur-Genuss in Bad Iburg zu schaffen

Kämpft auf verlorenem Posten: Sie Sängerin „LoreLei“ hätte durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Nur verhalten kam Applaus aus dem Straßenkaffee gegenüber. Foto: Andreas WenkKämpft auf verlorenem Posten: Sie Sängerin „LoreLei“ hätte durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Nur verhalten kam Applaus aus dem Straßenkaffee gegenüber. Foto: Andreas Wenk

Bad Iburg. Der Auftakt zum Iburger Sommer-Kultur-Genuss hätte besseres Wetter verdient gehabt. Sängerin „LoreLei“ zog kaum Publikum an.

Hermann Große-Rechtien hätte sich mehr Umsatz am Grill neben seiner Feinbäckerei vorstellen können. „Vier Wochen war es so warm, da war die Straße rappelvoll“, berichtet er. Die Große Straße wirkte am verkaufsoffenen Sonntag dennoch gut besucht. Der Auftakt zum Sommer-Kultur-Genuss fiel zwar nicht gerade ins Wasser, vereinzelte Regentropfen und Temperaturen um die zehn Grad luden aber nicht unbedingt Heerscharen ein, vor dem Handwerkerbrunnen zu verweilen.

Konzert im Vorbeigehen

Dabei hätte Sängerin „LoreLei“, wie sich Frauke Kasüske als Künstlerin nennt, durchaus mehr Publikum verdient. Nur vereinzelt bleiben Spaziergänger auf ihrer Shopping-Tour stehen und lauschen ihrer ausgebildeten Stimme. Höhen nimmt sie problemlos und mischt ihrer Stimme eine Portion Jazz bei. So klingt „Hallo Lieblingsmensch“ etwas erwachsener als das Original. Geradezu symptomatisch der Titel „Everybody needs somebody“. Schließlich benötigt eine Sängerin ein Publikum. Der verhaltene Applaus aus dem Straßenkaffee am Handwerkerbrunnen kann nur schwer darüber hinwegtrösten, dass kaum jemand der Musik halber durch die Straßen flaniert oder stehenbleibt.

Zögerlich auch der Auftakt. Keine offizielle Ansage, keine Begrüßung der Künstlerin, das angekündigte Konzert schleicht sich in den Nachmittag. Eine Passantin hält die Sängerin für eine Straßenmusikantin und sucht vergeblich nach einem Geigenkasten oder einer Spendendose. Schließlich wirft sie ihre 60 Cent in eine Box, in der CDs zum Verkauf ausgestellt sind. Auch wenn die Playback-Musik teilweise etwas abrupt endet, die Stimme hätte mehr Beachtung verdient gehabt. Kasüske, die von Rügen stammt, will dorthin zurück, zumindest den Sommer über, verrät die Wahlmünsteranerin. In Bad Iburg ist sie keine Unbekannte, hier kennt man sie durch ihr Programm „Winterkind“ vom Iburger Advent. Bleibt zu hoffen, dass sie weiterhin dort zu hören ist, auch falls sie ganz in ihre Heimat zurückkehrt.

Weiteres Programm

Bis zum September präsentiert die Stadt Bad Iburg jeden 1. und 3. Sonntag ihren Sommer-Kultur-Genuss mit wechselnden Kleinkünstlern und Musikgruppen. Im Angebot sind Singer-Songwriter ebenso wie Chöre, Kindermusik und Pop. Am 19. Mai ist Christoph Tiemann mit einer interaktiven Lesung „Die drei ???“ zu Gast auf dem Baumwipfelpfad.


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