Viel gelernt über die Nachbarn Europatag am Gymnasium Bad Iburg

Im Zeichen der Europäischen Union: Einen ganzen Tag lang beschäftigte sich ein Teil der Zehntklässler am Gymnasium Bad Iburg nun mit Problemen einzelner, ausgewählter Mitgliedsstaaten. Foto: Alexander HeimIm Zeichen der Europäischen Union: Einen ganzen Tag lang beschäftigte sich ein Teil der Zehntklässler am Gymnasium Bad Iburg nun mit Problemen einzelner, ausgewählter Mitgliedsstaaten. Foto: Alexander Heim
Alexander Heim

Bad Iburg. Seit 17 Jahren zählt das Gymnasium Bad Iburg zu den Europaschulen. In der 13. Auflage erlebten die Zehntklässler am Freitag hier nun einen Schul-Europa-Projekttag, Planspiel und Besuch der Bürgermeisterin inklusive.


Manchmal findet das Große im Kleinen statt. In der Lausitz etwa. In Podlachien. Oder Murau. Und natürlich: in Bad Iburg. Sieben exemplarische Regionen in ausgewählten Staaten der Europäischen Union standen für drei zehnte Klassen jetzt einen Tag lang im Fokus. 

In zwölf Kleingruppen waren die Mädchen und Jungen der Klassen 10 b, 10c und 10d dabei vom Team des Think Tanks Eurosoc#Digital eingeteilt worden. Zorana Simic, Janosch Ptassek, Marlene Reincke und Diana Ogorzelska machten die Zehntklässler einen Vormittag lang mit den Stärken, aber auch mit den Problemen der Hauptstädte Sofia in Bulgarien, Paris in Frankreich, mit Venedig in Italien sowie den ländlichen Regionen der Lausitz, Murau (Österreich) und Podlachien (Polen) vertraut. 

Probleme und Lösungen

In drei Schritten ging es dabei darum, Ist-Zustände wahrzunehmen, Probleme zu analysieren und sehr kreative Lösungen herauszuarbeiten. Und wo etwa, wie in der Lausitz, zu wenige Menschen wohnen, muss es einen besonderen Anziehungsmagneten geben, der andere genau hierher führt. Fanden zum Beispiel Dennis, Meral, Oleander, Sarah, Paula und Alexander. Sie hatten sich ein unterirdisches Shopping-Center überlegt, das unter einem See verborgen ist. Völlige Utopie? Einerseits war die ausdrücklich erlaubt. Andererseits wusste Alexander: „So etwa Ähnliches gibt es in Norwegen bereits.“

Andere Länder und europäische Mitbürger durch eine neue Brille sehen – das war eines der Ziele des Projekttages. Schülern handlungsorientierten Unterricht abseits des Alltäglichen anzubieten, ein anderes.

Viele Alte in Rumänien

„Wir haben erst einmal Themen bekommen“, erläuterte Gina, was sie am Freitagvormittag erlebt hatte. Dabei ging es um Schwerpunkt-Aspekte für einzelne Regionen. „Bei uns zum Beispiel, dass es in Bulgarien viele alte Menschen gibt.“ Wie das Land sich da wappnen sollte – das war eine der Gruppenaufgaben. Bei Henryk und seiner Gruppe ging es um Frankreich. Um die Frage der Flugzeugbelastung in Paris, aber auch um Themen wie Zuwanderung und Terrorismus. „Da haben voll viele Leute Angst vor. Andererseits gibt es viele Grenzgänger-Arbeiter und Bestellungen aus dem Ausland.“ Ein Widerspruch also.

Was sind die Bedürfnisse von europäischen Großstädten?: Mit Sofia und Paris hatten sich Ana-Maria, Henryk und Gina beschäftigt. Und kreative Lösungen für reale Probleme vor Ort überlegt. Solar-Flugzeuge waren nur eines davon. Besondere Luftfilter ein anderes. Foto: Alexander Heim


„Ich finde es wichtig, dass man über die Zukunft Bescheid weiß“, stellte Anna-Maria als einen positiven Effekt des Europa-Projekttages heraus. Sich mit den möglichen Folgen zu beschäftigen sei „interessant und wichtig“. Der Fantasie dabei freien Lauf zu lassen – „das hat Spaß gemacht. Es war nicht nur Politik“, hob auch Gina hervor. „Ich fand es gut, dass man sich in eine Lage hineinversetzen konnte“, lobte auch Henryk den Ansatz. „Man sieht auch, dass es nicht so einfach ist und man bei der Umsetzung viel beachten muss.“

"Bei Umweltthemen zusammenarbeiten"

Henryk macht sich auch abseits des Unterrichts Gedanken über die Klimaabkommen. „Alle sehen, dass die Erde immer wärmer wird. Ich frage mich, wie das weiter geht und ob ein Leben wie heute in 50 Jahren noch möglich ist.“ „Es ist auch wichtig, dass man rücksichtsvoller zusammenarbeitet“, ist Gina überzeugt. Man könne nicht nur für sein eigenes Land entscheiden. „Gerade bei den Umweltthemen reicht es ja nicht, wenn nur einer was macht.“

„Die vorgegebenen Länder, Städte und Regionen sind exemplarisch“, machte Zorana Simic noch einmal deutlich, dass es im Projekt darum gehe, Themen wie die Zukunft der Arbeit, Landflucht oder Globalisierung zu erkennen. „Am Ende werden die Projekte vorgestellt. Und jede Gruppe überlegt sich für ihre Region Lösungen.“

Zu kaltes Freibadwasser?

Zum Abschluss des Projekttages erhielten die Zehntklässler zudem Besuch von Bürgermeisterin Annette Niermann. Ihr stellten einige der Teams nicht nur ihre Projekte samt Lösungen vor. Mit ihr kamen sie auch ins Gespräch. Etwa über das Thema Wasser. Warum die Zahlen der Badegäste vor Ort rückläufig seien, brachte Niermann da als Punkt ein. „Weil das Wasser zu kalt ist“, erhielt Bad Iburgs Repräsentantin prompt eine klare Antwort. Die Wasserversorgung in anderen europäischen Ländern nahm sie hingegen zum Anlass, die Zehntklässler zu einem Besuch des Wasserwerkes vor Ort einzuladen.


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