Kürn und singen "up Platt" Plattdeutscher Nachmittag auf Averbecks Hof in Glane

Einen geselligen Nachmittag mit vielen Anekdoten und Liedern "up Platt" genossen die Besucher auf Einladung des Heimatvereins Glane. Foto: Petra RopersEinen geselligen Nachmittag mit vielen Anekdoten und Liedern "up Platt" genossen die Besucher auf Einladung des Heimatvereins Glane. Foto: Petra Ropers

Bad Iburg. Plattdeutsch ist out? Der Heimatverein Glane tritt seit vielen Jahren erfolgreich den Gegenbeweis an. Denn sein plattdeutscher Nachmittag erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Und er lockte erneut zahlreiche Gäste auf Averbecks Hof.

Liebevoll gedeckte Tische erwarteten die Besucher in der stimmungsvollen Atmosphäre des historischen Wirtschaftsgebäudes. Bei Kaffee und Kuchen genossen die Gäste den Plausch in geselliger Runde – angereichert mit Liedern, Gedichten und Geschichten „up Platt“. Die Organisation des Nachmittags liegt seit Jahren in den Händen von Helga Grzonka: „Plattdeutsch ist mein Steckenpferd“, verriet sie schmunzelnd. Im Heimatverein Glane setzt sie sich deshalb mit großem Engagement für den Erhalt der Mundart ein.

Rückblick im Film

Der Verein selbst hat dieses Anliegen bei seiner Jahreshauptversammlung im Februar auch offiziell in seine Satzung aufgenommen. Bei seiner Umsetzung beschränkt er sich allerdings nicht auf den Plattdeutschen Nachmittag. Auf eine bunte Reihe an Veranstaltungen blickte deshalb der Film zurück, den Ulrich Grzonka im Laufe des vergangenen Jahres gedreht hatte. Die Glaner und die vielen Gäste aus der weiteren Umgebung erinnerte er an Höhepunkte der Landesgartenschau wie die plattdeutsche Andacht in der Waldkirche, an Lesungen, einen Poetry-Slam und die Modenschau – natürlich alles „up Platt“ und inmitten der Blütenpracht der "Laga".

Heitere Anekdoten

Dabei hatte noch kurz vor der Laga der Winter die Natur fest im Griff. Das plötzliche Erwachen der Natur und den folgenden Super-Sommer setzte Hedwig Brinkmann für den Nachmittag in mundartliche Verse. Das Klagelied vielbeschäftigter Pensionäre brachte Christa Hagedorn humorvoll auf den Punkt: „Ik bin doch Rentner. Kein Tiet, kein Tiet!“ Auch Elisabeth Benne grub erfolgreich in ihrem reichen Fundus an Gedichten und Geschichten. „Ik wollt ju jüst wat vertellen.“ So begann so manche heitere Anekdote, die der gut gelaunten Runde ein Grinsen auf die Lippen zauberte.

Und natürlich durfte dabei die Musik nicht fehlen. Mochte der Müller es auch einst mit dem Wandern halten, in Glane gibt es zur bekannten Melodie nur einen treffenden Text: „Dat Platt kürn, dat is use Lust.“ Deshalb heißt es beim Heimatverein auch im kommenden Jahr wieder: „Jau, in Glane is wat löss!“


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