Zertifizierung steht an Bad Iburg will Kneipp-Kurort bleiben

Von Rolf A. Habben

Gut für die Gesundheit, gut fürs Image, gut für die Wirtschaft: Bad Iburg will Kneipp-Kurort bleiben. Doch sind die dafür notwendigen Voraussetzungen noch gegeben? Foto: David EbenerGut für die Gesundheit, gut fürs Image, gut für die Wirtschaft: Bad Iburg will Kneipp-Kurort bleiben. Doch sind die dafür notwendigen Voraussetzungen noch gegeben? Foto: David Ebener

Bad Iburg. Mehrheitlich bei zwei Enthaltungen stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung in seiner Sitzung am Dienstagabend für die weitere Zertifizierung als Kneipp-Kurort, die 2020 erneut ansteht.

Die Diskussionen um das Thema Kneipp sind nicht neu im Kurort. Letztmalig ist Bad Iburg 2010 als Kneipp-Kurort anerkannt. Bürgermeisterin Annette Niermann fordert daher nunmehr „ein klares Votum und einen Grundsatzbeschluss der Politik“. Für die Arbeit in der Verwaltung müsse man wissen, wohin der Weg künftig gehe.

Alle zehn Jahre steht die Zertifizierung durch das niedersächsische Wirtschaftsministerium an. Daran knüpft das Ministerium allerdings unabdingbare Voraussetzungen, wie etwa mehrere vollständig auf die Durchführung einer kurmäßigen Kneipptherapie eingestellte Einrichtungen mit mindestens 100 Patientenbetten in Sanatorien, Fachkliniken, in Kurhotels oder in Kurheimen und Kurpensionen. Darüber hinaus fordert das Ministerium „die Gewährleistung kurortmedizinischer Versorgungsstrukturen“, was nichts anderes heißt, das sich der Kurort-Status in den Einrichtungen und dem öffentlichen Leben widerspiegeln muss.

Kurortstatus wichtig für Image und Arbeitsplätze

Bekanntlich steht das Gesundheitszentrum seit Jahren leer, das Warmschwimmbad wurde geschlossen und das Schwimmbad in der Dörenbergklinik hat seine Kneipp-anlagen abgebaut. Ob die in der Vergangenheit umgesetzten Maßnahmen, wie die Erneuerung der Wassertretbecken, des Kurparks mit dem Kneipp-Erlebnispark, der Charlottensee- und Waldkurpark einer Überprüfung standhalten, kann erst bei der Begehung durch das Ministerium vor Ort geklärt werden.

Auf der anderen Seite hat der Verlust des Kurortstatus´ neben einem Image- und Qualitätsverlust allerdings auch gravierende Konsequenzen mit Blick auf die Iburger Kliniken als größter Arbeitgeber, den Wegfall verkaufsoffener Sonntage und nicht zuletzt Einbußen in den Fremdenverkehrsbeiträgen und Kurtaxen.

Nazih Musharbash (SPD) will die Zertifizierung nicht zum Dauerthema im Ausschuss machen, es müsse sondiert werden, was im Anerkennungsverfahren möglich sei. Matthias Seestern-Pauly (FDP) fordert eine zielgerichtete Diskussion, vieles müsse noch beleuchtet werden, während Bernhard Heringhaus (WGB) eine „ergebnisoffene Begleitung des Anerkennungsverfahrens“ einfordert. Mit 8 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung wird die Beschlussvorlage an den Verwaltungsausschuss verwiesen.

Antrag zur Wohnraumförderung zurückgewiesen

Die von der Verwaltungs angestrebte touristische Nutzung des Geländes um die leerstehende Jugendherberge fand keine Mehrheit im Ausschuss. Durch die mit dem DJH im Kaufvertrag vereinbarte Rückübertragung hat die Stadt ein Vorkaufsrecht. Potenzielle Investoren sollen zunächst konkret ihre Vorstellungen in den Ratsgremien erläutern. Der Grundsatzbeschluss zur Einleitung eines Sanierungsverfahrens „Ortskern Bad Iburg“ auf Antrag der FDP und WBG Fraktionen fand bei einer Enthaltung die Mehrheit im Ausschuss.

Ein weiterer Antrag beider Fraktionen zur Wohnraumförderung wurde nach längerer kontroverser Diskussion dagegen im Ausschuss zunächst zurückgewiesen . Bemängelt wurde unter anderem die wenig konkreten Aussagen zur Baulandgewinnung und wie verbilligter Wohnraum geschaffen werden soll..


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