Unterwegs mit Bürgermeisterin Niermann Jahr eins nach der Laga: Was 2019 in Bad Iburg wichtig wird

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Wer Familien nach Bad Iburg holen will, braucht gute Schulen. In die Realschule hat die Stadt gerade eine Million Euro investiert. Foto: Gert WestdörpWer Familien nach Bad Iburg holen will, braucht gute Schulen. In die Realschule hat die Stadt gerade eine Million Euro investiert. Foto: Gert Westdörp 

Bad Iburg. Richtig fit ist Annette Niermann nicht: Eine Erkältung steckt ihr noch in den Knochen. Doch das ist nicht der Grund dafür, dass der Rundgang durch ihre Stadt zur Rundfahrt wird: Realschule, Baumwipfelpfad und das Grundstück für das neue Feuerwehrhaus liegen nicht gerade nebeneinander.

Zum Reden ziehen wir uns ins Rathaus zurück. Dort gibt es heißen Kaffee und eine bullernde Heizung – und in der nächsten Stunde viele Themen, die Bad Iburg in diesem Jahr zu bewegen und bewältigen hat.


Foto: Gert Westdörp

Vom Zustand der Schulen über Feuerwehrhaus und Gesundheitszentrum bis zur Stimmung im Rat: Annette Niermann, die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitiker werden auch nach dem ereignisreichen Landesgartenschau-Jahr mächtig zu tun haben.

Foto: Jörn Martens


Die Schulen

Stichwort Schulen: Vor der neuen Fassade des Realschul-Anbaus, stellvertretend für alle Bildungseinrichtungen der Stadt, erklärt Niermann: "Wir haben die Sanierung des B51-Trakts abgeschlossen." Doch damit sei es nicht getan: In der Realschule und den drei Grundschulen warten noch viele Baustellen.



Im Detail heißt das: „Wir haben einen Gutachter beauftragt, der alle Schulen anschauen und dann definieren wird, was gemacht werden soll. Wir wollen kein Flickwerk, sondern eine Wertsteigerung für die Schulen.“ Dafür sollen Arbeitsblöcke gebildet und festgelegt werden, was zuerst erledigt werden muss und was noch etwas warten kann. 

"Die Bad Iburger Hauptschule läuft 2019 aus, die Anmeldezahlen am Gymnasium sind gleichbleibend. Durch die Umstellung von G8 auf G9 wird aber vorerst nicht weniger Platz gebraucht."


Die Kitas

Rund um die Bad Iburger Kitas und Krippen soll es 2019 etwas ruhiger werden als im ereignisreichen Vorjahr mit der Kündigung der Trägerverträge und der Prüfung der Zuschüsse durch den Landesrechnungshof. Das wünschen sich die Bürgermeisterin und ihr Fachdienst-Team: „Mit den Beschlüssen für die Erweiterung des DRK-Kindergartens um eine Krippengruppe und des Franziskus-Kindergartens mit einem Neubau haben wir das Glück, dass wir nicht selbst in Vorleistung gehen und investieren müssen, sondern gute Träger haben. Dann zahlen wir nach und nach über den Defizit-Ausgleich zurück.“ 

Ob die Zahl der Kita-Plätze ausreichen wird? „Wir haben ein Auge darauf, wie sich die Geburtenzahlen entwickeln. Das wird immer wieder geprüft. Derzeit kommen wir gerade aus. Ich freue mich jedenfalls über die gute und verlässliche Zusammenarbeit mit unseren Partnern“, lobt Niermann die Träger der Iburger Kitas.

Die Innenstadt

Foto: Jörn Martens


Das Großereignis Laga ist vorbei. Die Iburger Innenstadt muss sich weiterhin gegen den Online-Handel und größere Städte behaupten. Und jetzt?  „Das Marketing funktioniert nur gemeinsam mit den Eigentümern. An der Großen Straße erwarten wir durch Besitzerwechsel einige Veränderungen“, kündigt die Bürgermeisterin an.

„Wir arbeiten in der Innenstadt eng mit der Kaufmannschaft und der BIM zusammen. Jetzt gibt es einen Antrag der Politik, über den Bebauungsplan zu schauen, wie man den Eigentümern vor allem an der Großen Straße behilflich sein kann. Ich finde besonders wichtig, dass es ausreichend Parkplätze gibt und die Parkflächen und die Innenstadt selbst gut ausgeschildert sind. Denn wir haben eine Innenstadt, mit der man punkten kann.“ Dafür soll die Möblierung der Laga-Zeit im Stadtkern beibehalten werden:

"Sie kam sehr gut an. Und natürlich hoffen wir auf ein großes Besucheraufkommen in der Innenstadt und am Schloss, auch durch den Baumwipfelpfad."


Das Laga-Gelände

Wer Baumwipfelpfad sagt, muss auch ans Laga-Gelände denken: Niermann freut sich über ein engagiertes Team mit Ursula Stecker und Mitarbeitern, die zum Teil schon 2018 dabei waren. Stecker habe 2018 Erfahrungen mit Veranstaltungen in Bad Iburg gesammelt. Auch diese Saison will Bad Iburg wieder reichlich Veranstaltungen anbieten: Musik, Theater und vieles mehr: 


Das Gesundheitszentrum

Gleich nebenan liegt das Gesundheitszentrum, das den städtischen Haushalt jedes Jahr auch stillgelegt mit fast 300 000 Euro drückt. Seit Jahren versucht die Stadt, den Komplex zu vermarkten. Jetzt seien Rat und Verwaltung dabei, ein Konzept für das Gesundheitszentrum und die Flächen zu entwickeln, berichtet Annette Niermann:

"Dazu werde ich in den kommenden Wochen mehr sagen können. Aber eins ist schon klar: Eine Wiedereröffnung des Schwimmbades im Gesundheitszentrum ist nicht geplant. Wir haben Interessenten, die ihre unterschiedlichen Konzepte vorgestellt haben: Jetzt liegt es am Rat, welche Richtung wir dort einschlagen wollen.“


Der Tennisclub macht sich deshalb große Sorgen: Vier der sechs Tennisplätze liegen auf städtischem Gelände, das ans Gesundheitszentrum grenzt. Was sagt die Bürgermeisterin dazu: „Es geht uns darum, dass das Gesundheitszentrum nicht als Solitär zu vermarkten ist, also ohne das ehemalige Kurhaus-Gelände und eventuell die Tennisplätze in Augenschein zu nehmen. Wir haben erste Gespräche mit dem Tennisclub wir geführt. Zum weiteren Vorgehen werden wir uns noch äußern.“

Die Jugendherberge

Auch die Jugendherberge steht leer. Sie gehört dem Jugendherbergswerk. „Doch wegen der guten Lage und des Rückkaufrechts durch die Stadt müssen wir auch hier eine grundsätzliche Richtung vorgeben.“ Auch hier gebe es Interessenten mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten: „Wir sind im Austausch und haben ein großes Interesse an einer Entwicklung des Gebietes, die auch unsere Stadt voranbringt.“

Das Feuerwehrhaus


Niermann geht davon aus, dass die Arbeiten für das Feuerwehrhaus spätestens 2020 starten können. „Die Artenschutz- Gutachten sind abgeschlossen, die europaweite Ausschreibung für die Planung läuft bis 11. Februar.“ Der Aufstellungsbeschluss ist für Mai geplant. Das Grundstück an der Osnabrücker Straße ist 3000 Quadratmeter groß. Das Budget liegt bei maximal 2,9 Millionen Euro.

Der Rat und die Verwaltung

Die Zusammenarbeit zwischen dem Rat und der Verwaltung gestaltet sich gelinde gesagt hakelig. Beinah in jeder Fachausschuss- oder Ratssitzung kritisieren Fraktionsmitglieder von WBG, FDP oder CDU die Bürgermeisterin oder ihre Verwaltung. Dabei versteigen sich einige Kommunalpolitiker bis zu persönlichen Beleidigungen. Wie beurteilt die Bürgermeisterin das Verhältnis? Sie muss mit beiden Interessengruppen eng zusammenarbeiten – und wünscht sich einen Schulterschluss.

"Die Stimmung im Rat ist zum Teil sehr konstruktiv, zum Teil nicht immer zielführend. Wir haben bei einer sehr angespannten Haushaltslage viele Aufgaben vor uns. Das macht die Entscheidungsfindung nicht einfach. Ich würde mir ein besseres Miteinander zwischen dem Rat und der Verwaltung wünschen, damit wir gerade bei komplexen Themen schneller zu einem guten Ergebnis für die Stadt Bad Iburg kommen."



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