NIRS-Sensor Überdüngung vermeiden: Iburger Landwirt setzt auf High-Tech-Güllefass

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Freuen sich auf den ersten Einsatz des High-Tech-Güllefasses mit NIRS-Sensor: Landwirt Robert Schwersmann (links) mit Mitarbeiter Kevin Peters und Hund Lucky. Foto: Carolin HlawatschFreuen sich auf den ersten Einsatz des High-Tech-Güllefasses mit NIRS-Sensor: Landwirt Robert Schwersmann (links) mit Mitarbeiter Kevin Peters und Hund Lucky. Foto: Carolin Hlawatsch

Bad Iburg. Das riesige Fass fasst fast 20000 Liter Gülle und verfügt über eine ausgeklügelte Sensorik, die eine Überdüngung verhindern soll. Landwirt Robert Schwersmann aus Bad Iburg wird das High-Tech-Güllefass ab Anfang Februar einsetzen.

Ab dem ersten Februar dürfen die Landwirte wieder Gülle als Dünger auf die Felder ausbringen. Um die Versorgung seiner Pflanzen zu optimieren und einen Überschuss an Nährstoffen in Boden und Grundwasser zu vermeiden setzt Landwirt Robert Schwersmann aus Bad Iburg auf ein High-Tech-Güllefass mit NIRS-Sensor.

Kein Abfall, sondern Dünger

„Gülle ist kein Abfall oder Reststoff, sondern tatsächlich guter Dünger“, ist Robert Schwersmann überzeugt. Man müsse seine Ausbringung nur besser kalkulieren. Das sei mit den bisherigen Probennahmen und Mittelwerten der jährlichen, individuellen Düngebedarfsermittlung kaum möglich. Zu viele Variablen wirken sich auf den über Monate im Güllekeller oder Hochsilo gelagerten Tierkot aus, sodass die Gesamtmasse, die letztendlich auf die Felder gebracht wird, nicht homogen strukturiert ist. Dickere Stoffe, so Schwersmann, könnten sich nach unten absetzen, der Kot jüngerer Tiere sei zudem anders zusammengesetzt als der der Älteren und Unterschiede im Futter wirkten sich ebenfalls auf die Gülle aus. 

Phosphor, Stickstoff und Kali

In jedem Fall enthält Gülle Phosphor, Stickstoff und Kali, doch der Anteil dieser Stoffe variiert. „Wir betreiben einen Schweinemast- und Ferkel-Aufzucht-Betrieb. Deswegen ist in unserer Gülle der Phosphor-Gehalt stets hoch. Rindergülle hingegen enthält mehr Kali“, weiß Landwirt Schwersmann. Phosphor, Stickstoff und Kali seien Grundnährstoffe von Nutzpflanzen wie Winterraps, Silo- oder Körnermais. Aber jede Pflanzenart habe ihren eigenen Nährstoffbedarf. 

Über diese Schläuche mir den roten „Schleppschuh-Verteilern“ gelangt die Gülle aus dem Fass auf das Feld. Foto: Carolin Hlawatsch


Nahinfrarotspektroskopie 

So gilt es die Inhalte der Gülle zu analysieren und Schwankungen nährstoffbezogen auszugleichen. Dabei soll nun die „NIRS-Sensortechnik“ im Güllefass helfen. NIRS bedeutet Nahinfrarotspektroskopie und wird schon seit vielen Jahren in anderen Bereichen wie der Medizin oder der Ernährungsindustrie eingesetzt. „In Nordrhein-Westfalen wurde nun die NIRS-Technik in der Landwirtschaft zur Ermittlung der Inhaltsstoffe gemäß Düngemittelverordnung zugelassen. Diese Entwicklung wünsche ich mir für Niedersachsen auch“, betont Robert Schwersmann.


So funktioniert das Hightech-Güllefass

Doch wie funktioniert das NIRS-Güllefass? – 800 Bilder pro Minute erfasse die Sensorkamera während der Fassbefüllung. Dabei würden die Nährtoffgehalte der Güllemasse genau erfasst. „Im Bordcomputer programmiere ich das Fass entsprechend meiner vorherigen Düngebedarfsermittlung die zum Beispiel auch den Faktor Boden einbezieht. Und so berechnet die Anlage dann die passenden Werte, das heißt wie viel Kubikmeter Gülle pro Hektar ausgebracht werden müssen um die jeweilige Pflanzenart nicht über- aber auch nicht unterzuversorgen“, erklärt der Iburger Landwirt. Sein leuchtend gelbes Güllefass mit angebrachtem NIRS-Sensor fasse 19500 Liter, beziehungsweise 19,5 Kubikmeter Gülle. 

Fremdgülle

Besonders praktisch sei die neue Technik für Landwirte, die fremde Gülle angeliefert bekommen, denn nur mit NIRS könnten sie feststellen, wie genau sich ihre Dünger-Lieferung zusammensetzt. 

Am Samstag, 19. Januar, ab 14 Uhr lädt Robert Schwersmann alle Interessierten zur Vorstellung seines High-Tech-Güllefasses auf seinem Hof, Scheventorf 68 im Bad Iburger Ortsteil Ostenfelde ein. Auch ein Vertreter der Herstellerfirma wird dann vor Ort sein und Fragen beantworten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


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