Wie geht es nach der Laga weiter? Studenten präsentieren das „Projekt Zauberwald“ in Bad Iburg

Von Rolf A. Habben

Studenten der Hochschule stellten ihre faszinierenden Ideen zur Nutzung des Waldkurparks und des Baumwipfelpfades vor. (links im Bild) Veit Engelker und Geschäftsführerin Ursula Stecker, Laga Gesellschaft. 						 	  Foto: Rolf HabbenStudenten der Hochschule stellten ihre faszinierenden Ideen zur Nutzung des Waldkurparks und des Baumwipfelpfades vor. (links im Bild) Veit Engelker und Geschäftsführerin Ursula Stecker, Laga Gesellschaft. Foto: Rolf Habben

Bad Iburg. Die Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg ist zwar Geschichte. Wie ist es aber um eine sinnvolle Nachnutzung des Geländes rund um den Baumwipfelpfad und den angrenzenden Waldkurpark bestellt? Studenten des Studienganges Freiraumplanung der Hochschule Osnabrück von Professor Jürgen Milchert stellten jetzt in der Geschäftsstelle der Laga-Gesellschaft ihre Arbeitsergebnisse zum „Projekt Zauberwald“ vor.

Sechs Projektgruppen aus angehenden Landschaftsplaner und –architekten im 3. Semester zeigten ihre frischen, unkonventionellen und zumeist auch gut umsetzbaren Vorstellungen für den Waldkurpark unterhalb des Baumwipfelpfades. Was macht der Wald mit Blutdruck und Wohlbefinden? Die „Intensivstation Wald“ soll mittels VR-Brille virtuell dessen Aufenthaltsqualität, die vitalisierende Wirkung und gesundheitsfördernden Aspekte messbar verdeutlichen. Das unter- oder oberirdische Geflecht des Waldes wird im Projekt „Zauberwald“ durch Lichtstränge in impulsartiger Steuerung sichtbar gemacht, auch die Kommunikation der Bäume untereinander mit ihrem Wurzelwerk als Gehirn, dass sie womöglich für Schwächere aus ihren Reihen „sorgen“.

Der vernetzte Wald: Das Projekt „Mykonet“ als Pilzgeflecht des Waldes greift die verschiedenen Waldpersönlichkeiten mit ihren diversen Baumcharakteren in lustiger Darstellung als world wide web auf Facebook auf. In dem Video „Das Geheimnis der Riesen“ wird der Frage nachgegangen, wie der Mensch auf die unterschiedlichen Botenstoffe der Bäume durch Kohlenstoffabsonderungen reagiert. Unsichtbare Beziehungen werden im „Sozialamt der Bäume“ sichtbar gemacht. Mittels Plexiglassscheibe wird die Phantasie der Besucher durch eigenes Bemalen angeregt und unterschiedliche Sichtweisen und Wahrnehmungen von Baumgruppen dargestellt.

Der flüsternde Wald: Events, Lichtzauber und eine hörbare Nachtgestalt des Waldes als Audio-Spaziergang im Projekt „Waldgeflüster“ vervollständigen die gekonnte und spannende Präsentation. Das bestätigten auch Geschäftsführerin Ursula Stecker und Professor Milchert, der den Kommilitonen seines Studiengangs spontan ein „Sehr gut“ als Note vergab. Aktuell sei viel von künstlicher Intelligenz die Rede, geboten sei allerdings auch, sich die natürliche Intelligenz zu bewahren, so Milchert mit Verweis auf Peter Wohllebens Buch „Das geheime Leben der Bäume“.

Ist das umsetzbar? Zur Machbarkeit, Realisierbarkeit und Finanzierbarkeit der einzelnen Ideen wollte Stecker sich nicht festlegen. Viele der „tollen Ideen“ seien als temporäres Event durchaus umsetzbar, möglicherweise auch durch das eine oder andere Sponsoring. Sie hoffe, dass sich die positiven Erfahrungen der Landesgartenschau auch künftig weiterentwickeln ließen, wenn auch in kleinerem Rahmen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN