Eine Institution in Bad Iburg Unterwegs mit Bad Iburgs Nachtwächter

Uwe Schäfer in seinem Element: Als Nachtwächter führt er seit rund zehn Jahren Gruppen durch die historische Stadt. Foto: Philipp HülsmannUwe Schäfer in seinem Element: Als Nachtwächter führt er seit rund zehn Jahren Gruppen durch die historische Stadt. Foto: Philipp Hülsmann

Bad Iburg. Wer in Bad Iburg einen facettenreichen und wissenswerten Rundgang vorbei an historischen Plätzen und Sehenswürdigkeiten erleben möchte, dem bietet die Tour mit dem Nachtwächter ein Erlebnis. Seit rund zehn Jahren gibt es die Führungen mittlerweile. Doch woher stammt die Idee des Nachtwächters und wer verbirgt sich hinter der außergewöhnlichen Figur? Ein Blick hinter die Kulissen.

Uwe Schäfer ist gebürtiger Bad Iburger und wenn er nicht gerade in seinem Beruf als Zahntechniker tätig ist, streift er ausgestattet mit Umhang, Hut und einer Hellebarde – einer historischen Stangenwaffe – als Nachtwächter Augustinus durch die Straßen von Bad Iburg. 

Utensilien für den Nachtwächter

Begleitet wird er dabei immer von einer Gruppe Besucher, die die besonderen Plätze der Stadt aus einem etwas anderen Blickwinkel kennen lernen wollen. Dass sich die Nachtwächtertouren über einen derart langen Zeitraum etablieren würden, sei zu Beginn weder geplant noch absehbar gewesen, berichtet der 58-jährige. „Ich wurde damals im Oktober 2008 von einem Bekannten gefragt, ob ich nicht einmalig einen Rundgang durch die Stadt organisieren könnte. Ich bin daraufhin zur Tourist-Information gegangen und habe mich erkundigt, ob dort eventuell passende Utensilien für einen Nachtwächter vorhanden seien.“ 

Wenn Uwe Schäfer nicht als Nachtwächter durch Bad Iburg streift, dann arbeitet er als Zahntechniker. Foto: Philipp Hülsmann


Durch reinen Zufall habe er erfahren, dass es Überlegungen gab Nachtwächtertouren anbieten zu wollen. „Deshalb gab es sogar schon einen passenden Umhang, einen Hut und eine Hellebarde. Ich benutze heute immer noch dieselbe Ausrüstung, die man mir damals gegeben hat. Auf diese Weise bin ich zum Nachtwächter von Bad Iburg geworden“, sagt Schäfer.

30 Touren in zwei Monaten

Zwischen Oktober und März begibt sich Uwe Schäfer alle zwei Wochen auf eine seiner abendlichen Touren durch die Innenstadt. „Alleine in den vergangenen zwei Monaten habe ich knapp 30 Nachtwächtertouren veranstaltet. Aber es macht mir jede Menge Spaß und es ist toll, dass so viele Menschen an der Geschichte der Stadt interessiert sind.“

Historische Anekdoten 

Dabei geht es in der dunklen Jahreszeit unter anderem vorbei am Rathaus, durch den Konventgarten, am heutigen Bennoturm entlang und durch die Thünengasse runter zur Fleckenskirche St. Nikolaus. Immer dabei hat der Nachtwächter Wissenswertes mit historischen Anekdoten. Laut Schäfer ist bei dem Job Flexibilität gefragt: „Man muss die Führungen schon auf die jeweiligen Gruppen abstimmen. Beispielsweise sind manche Geschichten für Schüler möglicherweise nicht so interessant wie für andere Gruppe. Aber auf solche Begebenheiten kann man im Normalfall gut reagieren.“

Seit 58 Jahren in Iburg

Seine eigene Faszination für die Geschichte der Stadt habe dazu geführt, dass er sich im Laufe der Jahre ein gutes Grundwissen angeeignet habe. „Ich bin hier zur Schule gegangen und habe daher schon von meinen damaligen Lehrern einiges erfahren können. Wenn man 58 Jahre in diesem Ort lebt, hört man immer wieder neue Anekdoten, die ich dann in meine Touren einbauen kann.“

Lieblingsort

Bei der Wahl seines persönlichen Lieblingsortes muss Augustinus unterdessen nicht lange überlegen: „Ganz klar der Konventgarten. Der Ausblick über das Iburger Land und den gesamten Südkreis ist wirklich einmalig und vor allem in der Winterzeit ist dieser Ort immer wieder einen Besuch wert.


Nachtwächtertouren buchen

Weitere Information zu den Nachtwächtertouren gibt es bei der Tourist-Information Bad Iburg unter Tel.: 05403-40466.

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