Null Toleranz bei Gewalt Vortrag und Ausstellung in Bad Iburg: Gewalt und Missbrauch erkennen und helfen

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Iburg setzt ein Zeichen: Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Plakatausstellung in der Fleckenskirche zum Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel will Denkanstöße geben und aufrütteln. Eröffnet wurde sie von (von links) Monika Schulte(Gleichstellungsbeauftragte Landkreis), Irene Welmman (Stadt Bad Iburg), Katrin Lehmann (Solwodi) und Annette Recker (kfd Glane). Foto: Susanne PohlmannIburg setzt ein Zeichen: Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Plakatausstellung in der Fleckenskirche zum Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel will Denkanstöße geben und aufrütteln. Eröffnet wurde sie von (von links) Monika Schulte(Gleichstellungsbeauftragte Landkreis), Irene Welmman (Stadt Bad Iburg), Katrin Lehmann (Solwodi) und Annette Recker (kfd Glane). Foto: Susanne Pohlmann

Bad Iburg. Menschenhandel und Zwangsprostitution hängen in der Realität eng zusammen. In Iburg nähert sich eine Ausstellung dem Thema. Dabei wird deutlich: Häusliche Gewalt, Vergewaltigungen, Zwangsprostitution und Menschenhandel sind kein Stadtproblem, auch im Landkreis sind die Probleme aktuell.

Irene Wellmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt,  eröffnete zusammen mit Vertreterinnen der kfd Glane und der Menschenrechtsorganisation Solwodi eine erschütternde Plakatausstellung in der Fleckenskirche, die noch bis zum 3. Dezember dort zu sehen sein wird.

Problem inmitten der Gesellschaft  

Auf Initiative der Stiftung Brokenhearts hatten sich verschiedene Hochschulen an Plakatwettbewerben zum Thema Menschenhandel und Sklaverei im 21. Jahrhundert beteiligt. Dabei liegt ein starker Fokus auf der Rolle der Frauen und Mädchen weltweit, aber vor allem auch in Deutschland, die Opfer dieser Ausbeutung und Gewalt werden. Diese Tatsache soll mehr Menschen bewusst gemacht werden, sie animieren, Augen und Ohren offen zu halten, nicht wegzusehen, wenn Frauen und Mädchen Hilfe brauchen. Gewalt habe viele Gesichter, so Wellmann, vor denen man die Augen nicht verschließen dürfe. Das Thema sei eben keine Randerscheinung sondern sei ein Problem inmitten der Gesellschaft. "Auch wenn es manchmal schwer ist, sich mit Gewalt gegen Frauen zu beschäftigen", betonte  Wellmann, man dürfe nicht wegschauen, wenn man dagegen etwas tun möchte. Bewusstsein schaffen und Denkanstöße geben, dazu habe man die Wanderausstellung nach Bad Iburg eingeladen.

Gewalt gegen Frauen effektiv entgegen treten

Im Café Kroneck Salis ging es anschließend um  die Arbeit von Solwodi.  Katrin Lehmann erläuterte, wie und wo man helfen könne, um der Gewalt gegen Frauen effektiv entgegen zu treten. Das Café, das ehemalige Wohnhaus von Cilli-Maria Kroneck-Salis, war der perfekte Ort für dieses Gespräch. Es wurde Anfang des Jahres zum Frauenort Niedersachsens ernannt, da die ehemalige Bewohnerin als Mitbegründerin des autonomen Frauenhauses und des Frauenflüchtlingshauses in Osnabrück schon vor vielen Jahren Zufluchtsorte für Frauen, die Missbrauch und Gewalt entfliehen müssen, geschaffen hatte. 

Katrin Lehmann,  betonte, dass es wichtig sei, immer wieder die Öffentlichkeit über das Unrecht zu informieren. Schweigen und vertuschen machen Angst und die spielt dem Menschenhandel, Missbrauch und Zwangsprostitution in die Hände. Solwodi, eine Menschenrechtsorganisation, die sich die Solidarität mit Frauen in Not überall auf der Welt auf die Fahne geschrieben hat, kümmert sich um Frauen, die auf der Flucht sind, aber auch um die Situation von Frauen in ihren Heimatländern, wo die Rechte der Frauen missachtet werden. 

Ebenso ist es die Situation von Prostituierten in Deutschland und in vielen Teilen der Welt, wo dieses "Gewerbe" zum Touristenmagneten wurde, die die engagierten Helfer beschäftigt, genauso wie der Kampf gegen Zwangsverheiratung und Kinderehen, sowie die Ausbeutung von Minderjährigen und die Bildungschancen von Frauen in afrikanischen Ländern. 

Die Ausstellung in der Fleckenskirche (Rathausstraße, Bad Iburg)  ist bis zum 3. Dezember ganztägig zu sehen. Mehr Infos zur Arbeit von Solwodi (www.solwodi.de) und die brokenhearts Stiftung (www.brokenhearts.eu) im Internet.


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