Was kommt nach dem Flüchtlingsheim? Iburger Jugendherberge für 449.000 Euro auf dem Markt

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Foto: Michael GründelFoto: Michael Gründel

Bad Iburg. Anwesen für eine Großfamilie gesucht? Mit viel Platz zum Spielen drumherum? Gibt's hier, reichlich. Die Jugendherberge in Bad Iburg liegt mitten im Wald am Offenen Holz und steht zum Verkauf. Für 449.000 Euro bekommt der Käufer 33 Zimmer, jede Menge umbauten Raum und ein Riesengrundstück in bester Lage.

Ganz genau seien es 8244 Quadratmeter, "umgeben von malerischer Natur", eine "einzigartige Gewerbemöglichkeit". So preist ein Osnabrücker Makler die Immobilie im Internet an. Objektart: Hotel. 

Umgeben von malerischer NaturMakler-Exposé


Bis zu 144 Betten fanden hier Platz. Vor allem Familien, die günstig in Bad Iburg übernachten wollten, schliefen in der Oase im Wald. Und natürlich war die Jugendherberge auch Ziel vieler Klassenfahrten. Von 2015 bis 2017 wohnten Flüchtlinge in den Räumen. Seitdem steht der Bau aus dem Jahr 1967 leer.

33 Zimmer an langen Fluren: Platz gibt es hier reichlich. Foto: Michael Gründel


Aufenthaltsräume, Küche, Bäder und Zimmer liegen auf drei Etagen, im Kellergeschoss sind Büros, Lager und Technikräume untergebracht. Die 33 Zimmer sind zehn bis 16 Quadratmeter groß.

33 Zimmer

Mitte der 80er Jahre wurde zuletzt gründlich renoviert, Bäder, Brandschutz, Heizungen, Leitungen, Fenster, Elektrik und die Dämmung erneuert. Kleinere Sanierungen folgten vor dem Einzug der Flüchtlinge im Jahr 2015.


Von 2015 bis 2017 lebten Flüchtlinge in der Jugendherberge. Sie wurde als Außenstelle der Landesaufnahmestelle in Bramsche-Hesepe genutzt. Foto: Michael Gründel


Die Jugendherberge am Offenen Holz war eine Institution. 2003 und 2004 zählte sie noch über 15.000 Übernachtungen. Doch von da an ging es bergab. Nicht nur in Bad Iburg: 2013 wurde die Meller Jugendherberge geschlossen. 

Für eine Jugendherberge zu wenig Betten

Auch Bad Iburg sei wirtschaftlich schon länger ein kritischer Standort mit einem hohen Investitionsstau gewesen, hieß es 2015 vonseiten des Dachverbands. Die Bettenanzahl sei zu klein, eine Erweiterung und Modernisierung notwendig.

Die Jugendherberge ist aufgegeben. Das Gebäude steht zum Verkauf. Foto: Michael Gründel


Da passte es gut, dass 2015 händeringend Wohnraum für Flüchtlinge gesucht wurde. Die Jugendherberge wurde flugs zur Erstaufnahmestelle umgewandelt.  Bis zu 150 Menschen fanden hier ein Zuhause auf Zeit. Für das Deutsche Jugendherbergswerk keine Premiere: Auch in der Worpsweder Jugendherberge waren damals schon Flüchtlinge untergebracht, später waren es bundesweit 3800 Plätze für Asylsuchende.

Das Aus kam im März 2017

Als Außenstelle und Ausweichquartier der Landesaufnahmebehörde Bramsche beherbergte das Iburger Haus vor allem Familien und junge Erwachsene. Die Flüchtlinge blieben maximal vier Wochen, wurden vom Urberg aus auf die Kommunen verteilt. Im März 2017 war Schluss: für das Flüchtlingsheim und die Jugendherberge.


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