Frauenpower in Männerdomäne Landwehrmahl des Heimatbundes Osnabrücker Land

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Bad Iburgs Bürgermeisterin Annette Niermann (dritte von links) durfte als erste Frau die Festrede beim mittlerweile elften Osnabrücker Landwehrmahl des Heimatbundes halten. Begleitet wurde sie von einer überwiegend weiblichen Landwehrtruppe mit einer Tracht der Osnabrücker Landwehr aus dem Jahr 1300. Foto: Elvira PartonBad Iburgs Bürgermeisterin Annette Niermann (dritte von links) durfte als erste Frau die Festrede beim mittlerweile elften Osnabrücker Landwehrmahl des Heimatbundes halten. Begleitet wurde sie von einer überwiegend weiblichen Landwehrtruppe mit einer Tracht der Osnabrücker Landwehr aus dem Jahr 1300. Foto: Elvira Parton

Bad Iburg. Das 11. Landwehrmahl wartete in diesem Jahr gleich mit zwei Neuheiten auf: einer anders konzipierten Menüfolge in neuen Räumen und der Tatsache, dass erstmals in der Geschichte des Heimatbundes Osnabrücker Land ( HBOL ) mit Bad Iburgs Bürgermeisterin Annette Niermann eine Dame die Tischrede halten durfte.

120 Mitglieder hatten sich auf den Weg zum elften Landwehrmahl nach Bad Iburg gemacht – dorthin, wo der Heimatbund Osnabrücker Land im Jahr 1973 einst ins Leben gerufen wurde.

Nachdem das Landwehrmahl seit 2008 im Restaurant „Altes Gasthaus Fischer-Eymann“ stattgefunden hat,  begrüßte der HBOL-Vorsitzende Jürgen-Eberhard Niewedde die Mitglieder in diesem Jahr erstmals im Gasthaus zum Dörenberg. 

Begleitet von einer überwiegend weiblichen Landwehrtruppe und ausstaffiert mit einer gefälligen Tracht der Osnabrücker Landwehr aus dem Jahr 1300, betrat Annette Niermann den Saal des Gasthauses zum Dörenberg in Bad Iburg, um sich einer Reihe bekannter Festredner anzuschließen, die seit 2008 das Landwehrmahl mit ihren humorvollen Ansprachen bereicherten. Es war das erste Mal, dass einer Frau diese Ehre zuteil wurde.

„Was ich heute hier berichte, das ist lange schon Geschichte“, begann Niermann ihren Vortrag, bei dem sie die anwesenden Vorstandsmitglieder aus den Mitgliedsvereinen in die Zeit um das Jahr 1964 versetzte. In Bild und Worten führte sie zu beliebten Orten und zeigte in einem Schwarzweißfilm die durch den damaligen Stadtdirektor Unkel vorangetriebene Entwicklung der Stadt am Charlottensee. 

Von der Entstehung des Heilbades über das Kneipp-Sanatorium bis hin zum Märchenwald: Spätestens bei den Bildern zu den diversen Bäderanwendungen hatte sie die Lacher auf ihrer Seite. Doch das, was einst der große Stolz des Kurortes war, zeigte sich nach 40 Jahren verwaist. „Mit Stolz und Freude schauen wir jetzt auf eine neue Zeit“, betonte Niermann, als farbige Bilder der Laga folgten. „Da kann man einfach mal sehen, wie man Ideen von vor über 40 Jahren weiterentwickeln kann“, blickte die Bürgermeisterin auf ein wahr gewordenes Sommermärchen zurück.

Neu beim diesjährigen Landwehrmahl war auch die anders konzipierte Menüfolge.

Da Getreide bereits im Mittelalter zu den Grundnahrungsmitteln zählte, war es nicht verwunderlich, dass Brotsorten mit Schmalz und Kräuterschmand zur ersten Kräftigung serviert wurden. Ein Team aus vier Köchen siedete eine Cremesuppe von der Kartoffel und schmorte Spanferkelschulter, Bauernpute und Ochsenfleisch aus dem Osnabrücker Land.

Das Fleisch wurde wahlweise mit Bier-, Apfel-Mandel- oder Meerrettichsauce aufgetragen, dazu gab es Rahmwirsing, Apfelrotkohl, Speckbohnen, gebratene Kartoffeln und hausgemachte Knödel. Die zweischichtige Welfenspeise aus gekochter Milch-Vanille-Creme mit Weinschaum bildete als süße Krönung den Abschluss der deftigen und kalorienreichen Speisefolge.

„Wir freuen uns, dass Annette Niermann unsere Einladung angenommen hat und die Veranstaltung mit einer humorvollen Ansprache bereicherte“, erklärte Organisator Jürgen Krämer. Der gesellige Abend hat sich mittlerweile zu einem festen Termin im Veranstaltungsprogramm des Verbandes entwickelt und dient der Kontaktpflege zwischen Führungskräften aus den Heimatvereinen der Region. 



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