Courage-Preis-Gründer und Inklusions-Förderer Bundesverdienstkreuz für Bad Iburger Gerd Schöwing

Landrat Michael Lübbersmann heftete Gerd Schöwing das Bundesverdienstkreuz ans Jackett. Foto: David EbenerLandrat Michael Lübbersmann heftete Gerd Schöwing das Bundesverdienstkreuz ans Jackett. Foto: David Ebener

Bad Iburg. Er kann nicht anders: Gerd Schöwing ist einfach einer, der sich einsetzt. Schon immer. Seit mehr als 40 Jahren. Für diese herausragende ehrenamtliche Tätigkeit, seinen Bürgersinn und Engagement erhielt der Bad Iburger jetzt das Bundesverdienstkreuz.

Landrat Michael Lübbersmann hielt die Laudatio, heftete Schöwing den Orden an und überreichte ihm die dazugehörige, schon im März von Bundespräsident Walter Steinmeier unterzeichnete Urkunde. Schon seit zwei Jahren bemühen sich Bad Iburger Bürger um die Auszeichnung für Gerd Schöwing.

An erster Stelle Silvia Marschall und Heiner Thyssen, die sich schon zu Joachim Gaucks Amtszeit in Berlin für Schöwing eingesetzt haben. Ganz im Stillen. Mit Erfolg.

Plauderei vor der Ehrung: Gerd Schöwing im Gespräch mit Landrat Michael Lübbersmann, ganz rechts Waltraud Schöwing. Foto: David Ebener


Denn im Trauzimmer des Iburger Rathauses konnte Landrat Michael Lübbersmann am Montagabend von den herausragenden ehrenamtlichen Tätigkeiten, von Bürgersinn und Engagement des 79-Jährigen berichten: "Solche Menschen braucht Deutschland unbedingt, Menschen aus der Mitte der Gesellschaft." Sie seien für die soziale Gerechtigkeit unverzichtbar.

Schöwings Tatendrang für Kultur und Heimatpflege hatte und hat viele Wirkungsfelder: Ganz aktuell ist es vor allem das "Forum Miteinander pro Region", das den Ausbau der Tegelwiese zum Inklusionszentrum vorantreibt. Die Eröffnung ist für April 2019 geplant. "Sie stecken viel Herzblut in Ihr Engagement, viel Freizeit, Kraft und Leidenschaft – und das lange Zeit neben Ihrer Arbeit", wandte sich Lübbersmann an den Geehrten. "Davor habe ich größten Respekt."

Schöwing bringe Menschen zusammen. Dass er dabei auch mal anecke, "muss man aushalten", so der Landrat.

Aufhören, nur weil man 79 ist? Für Gerd Schöwing keine Option. Er will sich weiterhin für Bad Iburg und seine Menschen einsetzen. Foto: David Ebener


Das war auch bei der Landesgartenschau so, als Schöwing 2015, wie Bürgermeisterin Annette Niermann anmerkte, wesentlich zum Stattfinden der Laga beigetragen habe. "Du hast die Laga gerettet." Das Ergebnis sei grandios geraten, die Umsetzung werde nachhaltig wirken.

"Tolle Impulse" habe Schöwing auch an anderer Stelle gesetzt, im Schützenverein, im Kur- und Verkehrsverein, in der Kaufmannschaft und nicht zuletzt im Komitee Courage, das er 1995 ins Leben rief. "Sie haben Hans-Dietrich Genscher, Iris Berben und Königin Silvia von Schweden nach Bad Iburg gelockt", erinnerte sich Lübbersmann, eine "großartige Sache" für Bad Iburg. In diesem Jahr wurde Schöwing selbst mit dem Preis ausgezeichnet. 

"Dagegen habe ich mich bis zuletzt gesträubt", erzählte Gerd Schöwing, denn das sei ja doch ein bisschen komisch. "Aber so viel Kaufmann bin ich dann doch, dass ich das Preisgeld von 5000 Euro für das Inklusionsprojekt Tegelwiese gerne angenommen habe." Auch diese Auszeichnung habe Schöwing, so wie das Bundesverdienstkreuz, mehr als verdient, meinte Michael Lübbersmann. 

Silvia Marschall hatte sich bereits vor zwei Jahren an den Bundespräsidenten gewandt, um Gerd Schöwings Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen zu lassen. Foto: David Ebener


Silvia Marschall fand, dass auch Ehefrau Waltraud Schöwing der Preis gebührt: "Du hast ihm den Rücken freigehalten, warst im Laden und hast die Kinder erzogen", während er "so viel schönes für Bad Iburg getan" habe. 

Gerd Schöwing, mit dem Bundesverdienstkreuz am Jackett, warb gleich wieder charmant um Spenden für sein "Forum Miteinander pro Region" und die Inklusion: "Das wird eine wunderbare Sache werden", vor allem das Trampolin für Rollstuhlfahrer solle Gehandicapten ein sagenhaftes Glücksgefühl bereiten. 

Was ihn bewegt, machte die Wahl seiner Vorbilder deutlich: Bischof Franz-Josef Bode und Albert Schweitzer. Einsetzen wolle er sich auch künftig, für "Demokratie, Courage, Bürgernähe, Gemeinwohl, Inklusion, Nächstenliebe, mehr Miteinander und weniger Barrieren im öffentlichen Bereich und in den Köpfen".


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN