Dialog mit der Bürgermeisterin Wie geht es weiter in der Bad Iburger Innenstadt?

Ein Thema der Anliegerversammlung war das Parken in der Innenstadt (hier die Schlossstraße). Foto: Dominik LappEin Thema der Anliegerversammlung war das Parken in der Innenstadt (hier die Schlossstraße). Foto: Dominik Lapp

Bad Iburg. Es war eine teils hitzige Debatte, die im Bad Iburger Restaurant Schlossmühle geführt wurde. Eingeladen hatte Bürgermeisterin Annette Niermann die Anlieger der Innenstadt, um zum Ende der Landesgartenschau (Laga) ein Resümee zu ziehen. Rund 70 Anwohner und Geschäftsleute folgten der Einladung.

„Ich möchte heute Abend nicht mehr diskutieren, sondern darüber sprechen, was im vergangenen halben Jahr während der Landesgartenschau positiv und negativ war“, machte die Bürgermeisterin direkt klar. Und der erste Wortbeitrag eines Bürgers folgte prompt. „Die Situation auf der B 51 ist katastrophal“, empörte sich Bernhard Winninghoff, weil er durch den seiner Meinung nach zugenommenen Verkehr kaum noch eine Chance hat, auf sein Grundstück oder davon runter zu kommen.

Diskussion über Parkraumbewirtschaftung

Uneinigkeit herrschte zudem über eine mögliche Fortführung der Parkraumbewirtschaftung. Anlässlich der Laga sind etliche ehemals kostenlose Parkplätze in der Innenstadt gebührenpflichtig geworden. Die Stadt hatte dazu 17 000 Euro aufgewendet, um für ein halbes Jahr Parkscheinautomaten anzumieten. Außerdem wurden sieben Parküberwacher eingestellt und geschult. „Leider ist dabei der Eindruck entstanden, dass wir hammerhart durchgreifen und abzocken, wofür ich mich ausdrücklich entschuldigen möchte“, sagte Ordnungsamtsleiter Ulrich Ortmeier.

„Damit machen wir den Ort kaputt. Keiner zahlt 50 Cent fürs Parken, um kurz Brötchen zu holen“Bürger aus Bad Iburg

Die Parkgebühren liegen aktuell noch bei 50 Cent für die erste halbe Stunde. Anschließend wird ein Euro pro Stunde fällig. An sieben Tagen pro Woche. Noch bis zum 25. Oktober greift diese Regelung und die Stadt möchte auch darüber hinaus an der Gebührenpflicht – zumindest teilweise – festhalten. Während das die einen begrüßen würden, um so den Dauerparkern weiterhin den Kampf anzusagen, befürchten die anderen Probleme. 

„Damit machen wir den Ort kaputt. Keiner zahlt 50 Cent fürs Parken, um kurz Brötchen zu holen“, empörte sich ein Anwesender, der die Meinung vertritt, dass die Bad Iburger künftig in Nachbarorten einkaufen werden. „Unsere Kunden begrüßen die Gebührenpflicht“, entgegnete eine Geschäftsfrau aus der Großen Straße. „Aber nicht, weil sie gerne für einen Parkplatz bezahlen, sondern weil sie froh sind, jetzt überhaupt einen Parkplatz zu finden.“ 

Verkehrsschau am 16. Oktober

Eine Entscheidung wurde auch noch nicht darüber getroffen, ob die Beckerteichpforte weiterhin eine unechte Einbahnstraße bleibt. Am 16. Oktober wird deshalb Manfred Motzek vom Landkreis Osnabrück zu einer so genannten Verkehrsschau erwartet. Danach soll entschieden werden, wie es mit der Verkehrsführung in der Innenstadt weitergeht.

Gemeinschaftsgefühl betont

Außerdem war zu erfahren, dass viele der Landesgartenschau-Flächen erhalten und öffentlich zugänglich gemacht werden. Dazu zählen der Baumwipfelpfad, die Blumenterrassen, einzelne Themengärten, die Waldbühne und der Kneipp-Erlebnispfad. „Wir verfallen also nicht in den Tiefschlaf, sondern wollen touristisch weiterhin attraktiv bleiben“, sagte Annette Niermann und wies zum Ende der Veranstaltung noch einmal darauf hin, was für ein toller Sommer hinter Bad Iburg liegt. „Wir haben durch die Laga ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl erlebt.“


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