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Analyse der IHK birgt Überraschungen Besucher geben der Iburger Landesgartenschau Note 1,8

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Ist das nicht...? Akribisch studierten Besucher die Beete und suchten nach Ideen für den eigenen Garten. Foto: Jörn MartensIst das nicht...? Akribisch studierten Besucher die Beete und suchten nach Ideen für den eigenen Garten. Foto: Jörn Martens 

Bad Iburg. Die Industrie- und Handelskammer hat 500 der 580.000 Landesgartenschau-Besucher befragt. Die Ergebnisse dieser Umfrage sind erstaunlich – und ganz überwiegend erfreulich für die Iburger. Die Zahlen sind eine gute Basis für die weitere Entwicklung der Stadt.

"Die Landesgartenschau in Bad Iburg war ein wichtiger Impuls für die Stadt und die Region. Das Konzept hat die Gäste überzeugt und wurde sehr gut bewertet." IHK-Geschäftsführer Marco Graf hatte viele positive Zahlen zur Abschluss-Pressekonferenz der Laga mitgebracht.

Die eindrucksvollste: Die 580.000 Tages- und Übernachtungsgäste haben in der Region 32 Millionen Euro ausgegeben – ein schöner Anschub für Wirtschaft und Tourismus im Osnabrücker Land.

"Die Besucher haben der Laga im Schnitt die Schulnote 1,8 gegeben, das ist ein Superwert", lobte IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf die Iburger. Foto: Jörn Martens


Was zog die Besucher zur Laga? Topattraktion war der Baumwipfelpfad. Graf: "Er bleibt den Menschen in Erinnerung" und erhielt mit dem Wert 1,4 die beste Note unter den Angeboten und Serviceaspekten. Platz zwei und drei belegen die Veranstaltungen und der Waldkurpark. Auf Platz vier folgt schon die Barrierefreiheit, weiter geht es vom Schloss über den Charlottensee bis zur Service-Orientierung und der Beschilderung. Die Parkplatzsituation bekommt die Schulnote 1,9, Kurgarten und Blumenhalle schneiden mit einer glatten Zwei ab. Blumenflor, Verkehrssituation und Schmetterlingshaus schaffen die 2,1, die Tegelwiese erhält eine 2,2. Innenstadt (2,8) und Gastronomie (2,9) belegen die letzten Ränge mit einer immer noch sehr befriedigenden Bewertung.

Diese Landesgartenschau war total erfolgreichMarco Graf


Wie zufrieden waren die Besucher? Offensichtlich sehr: Sie geben der Landesgartenschau die Note 1,8. "Der Wert ist super. Damit war diese Gartenschau total erfolgreich", lobte der IHK-Chef. 30 Prozent der Besucher zogen die Note sehr gut, 60 Prozent eine Zwei.


Hüte gegen die Sommerhitze waren der Verkaufsschlager. Foto: David Ebener


Der typische Besucher: Er kommt für einen Tag, hat einen mittleren bis hohen Bildungsgrad, ist angestellt, reist mit dem Auto nach Bad Iburg, kommt aus einem Radius von 50 Kilometern und gerne in einer kleinen Gruppe und ist 55 Jahre alt. Im Schnitt gibt der Tagesbesucher 35 Euro aus, hinzu kommt der Eintritt.

Die Kinder drängen darauf, auch mehrmals zu kommenMichael Lübbersmann


Die junge Laga: Dass mehr als die Hälfte der Besucher jünger als 55 war, ist im Vergleich zu Bad Essen (39 Prozent) und Papenburg (36 Prozent) beachtlich. Auf die Frage, welchen Anteil der Baumwipfelpfad an der "jungen" Laga hatte, erklärte Petra Rosenbach, Chefin der Tourismus Osnabrücker Land: "Einen großen: Für die Kinder ist es einfach spannend, an den Stationen zu kurbeln oder anders aktiv zu werden." Landrat Michael Lübbersmann machte die Erfahrung: "Die Kinder drängen darauf, auch mehrmals zu kommen."

Nur einmal oder öfter? Drei Viertel der zwischen Juni und September Befragten besuchen die Iburger Landesgartenschau zum ersten Mal, die übrigen sind Wiederholungstäter. Von ihnen gaben 35 Prozent an, schon zehn Mal oder öfter auf der Laga gewesen zu sein.

Am liebsten im Auto: Das eigene Auto ist Verkehrsmittel Nummer eins auf dem Weg zur Gartenschau. 57 Prozent reisen im Pkw an. 23 Prozent kommen mit Bus oder Bahn, zehn Prozent mit dem Fahrrad, neun Prozent zu Fuß. 

Gemütlich haben es sich diese VW-Freunde gemacht. Auch im Campingwagen oder mit dem Wohnmobil reisten die Besucher an. Foto: David Ebener


Zu zweit oder in der Gruppe: Mehr als die Hälfte der Besucher, 54 Prozent, besucht die Laga alleine oder zu zweit. Ein Viertel ist zu dritt oder viert unterwegs. Elf Prozent kommen in einer großen Gruppe von zehn Personen und mehr.

Woher kommen die Besucher? Nach den ausgewerteten Autokennzeichen hat es ein Drittel nicht weit, kommt aus Stadt und Landkreis Osnabrück. Ein Fünftel kommt aus dem übrigen Niedersachsen. Satte 28 Prozent sind Nordrhein-Westfalen, vor allem aus dem Münsterland und dem nördlichen Ruhrgebiet. Das übrige Bundesgebiet ist mit fünf Prozent in Bad Iburg vertreten. Und aus Bad Iburg selbst kommen 13 Prozent der Besucher. Erstaunlich ist die Rate der Niederländer, sie machen nur 0,4 Prozent der Laga-Gäste aus.

Selbst aus Nordfriesland zog es Gartenfreunde zur Laga nach Bad Iburg. Foto: Thomas Steensen


Vergleich mit Bad Essen: Im Vergleich zur Landesgartenschau in Bad Essen 2010 zeigt sich, dass die Iburger Besucher aus einem weit größeren Umfeld kommen. Selbst in den Landkreisen Nordfriesland, dem Erzgebirgskreis und dem Oberallgäu war man so gespannt auf die Laga, dass man an den Teuto reiste. Auch sehr gut vertreten: die Region östlich von Hannover.

Die Tagesgäste lassen zusätzlich zum Eintrittspreis je 35 Euro in Bad Iburg, vor allem in der Gastronomie, für Blumen und Accessoires, Souvenirs und andere Artikel. Fünf Prozent der Befragten gaben an, mehr als 100 Euro ausgegeben zu haben.

17 Prozent übernachteten in der Region: Eine beachtliche ZahlMarco Graf

Die Übernachtungsgäste: Fast jeder fünfte Laga-Gast schlief auch in der Region. "Eine beachtliche Zahl", fand IHK-Chef Graf. Mit 157 Euro pro Person ließen die Hotelgäste natürlich weit mehr Geld in der Region als die Tagesgäste, 20 Prozent gaben über 200 Euro aus.

Der Eindruck der Gäste von Bad Iburg: Auffällig: 47 Prozent machten keine Angaben, waren also wohl nur auf dem Laga-Gelände unterwegs. Die übrigen Besucher gaben der Stadt im Schnitt die Note 2,4.


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