Gäste bringen 32 Millionen Euro in die Region Bad Iburger Laga mit 580.000 Besuchern weit über Erwartungen

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Rosalotta und ihr "Team" stellten die erfreuliche Laga-Bilanz vor: Ludger Flore, Marco Graf, Nancy Plaßmann, Petra Rosenbach, Annette Niermann, Ursula Stecker, Michael Lübbersmann und Harald Mikulla. Foto: Jörn MartensRosalotta und ihr "Team" stellten die erfreuliche Laga-Bilanz vor: Ludger Flore, Marco Graf, Nancy Plaßmann, Petra Rosenbach, Annette Niermann, Ursula Stecker, Michael Lübbersmann und Harald Mikulla. Foto: Jörn Martens

Bad Iburg. Was für ein Erfolg. Die Bad Iburger reißen mit ihrer Landesgartenschau ihr selbst gestecktes Ziel von 500.000 Besuchern. Diese brauchen sie für eine schwarze Null im Haushalt. Nun kamen 580.000 Menschen an den Teutoburger Wald, um auf dem Baumwipfelpfad, im Waldkurpark oder im Kneipperlebnispark Natur, Kunst und Gärten zu genießen.

Für die Macher war die Verkündung der Zahlen am Donnerstag eine Belohnung für sechs anstrengende Monate. Denn die Zahlen haben es in sich: Das Publikum ist im Schnitt 55 Jahre "jung", 56 Prozent sind weiblich, so die IHK, die 500 Besucher befragt hatte. Zum Vergleich: In Bad Essen waren noch 2010 zwei Drittel der Gäste Frauen. 2014 in Papenburg waren satte 64 Prozent der Besucher älter als 54.

Für Laga-Geschäftsführerin Ursula Stecker, Unternehmensberaterin mit dem Schwerpunkt Sanierung und Insolvenz, entwickelte sich ihre erste Landesgartenschau zu einem Erfolg. "Wir haben es geschafft. Das bedeutet, dass das kalkulierte Defizit nicht anfällt. Und wir haben mit den Themen Kneipp, Waldbaden und Inklusion neue Zielgruppen erreicht", freute sie sich, Das wirke nicht nur finanziell, sondern auch auf den Zusammenhalt in der Stadt positiv. 

Wir können Laga im Osnabrücker LandMichael Lübbersmann


Der Weg zur Laga begann ruckelig. Die Ängste vor einem Defizit waren groß, der Streit um ein Ja oder Nein zur Laga am Schloss wurde mit harten Bandagen geführt. Einer, der die Laga vom ersten Gedanken an unterstützte, war Landrat Michael Lübbersmann.

"Wir können Laga im Osnabrücker Land", konstatierte er mit Blick auf die gleichermaßen erfolgreiche Schau 2010 in Bad Essen. Die Großveranstaltung nütze dem gesamten Osnabrücker Land, seiner Wirtschaft und dem Tourismus, und sie werde weiter Früchte tragen. "Der Baumwipfelpfad wird viele Besucher nach Bad Iburg führen", prognostizierte der Landrat.

Fröhliche Runde: Die Pressekonferenz zum Abschluss der Laga. Foto: Jörn Martens


Was zum Erfolg beigetragen habe: Eine Finanzexpertin mit Dienstleistungsbewusstsein, ein tolles Team, engagierte Ehrenamtliche, die man hegen und pflegen müsse, ein attraktiver Standort, eine grandiose Idee, gutes Wetter und ebenso gute Förderpartner.

Knapp zwei Drittel der Laga-Gäste kamen aus Niedersachsen, die meisten übrigen aus NRW. Nur 0,4 Prozent der Besucher reisten mit einem NL-Kennzeichen an. "Das ist nicht ungewöhnlich", erklärte Harald Mikulla von der Fördergesellschaft Landesgartenschauen Niedersachsen: "Die Niederländer besuchen lieber ihre eigenen Gartenschauen, die ganz anders aufgebaut sind."

Das Jahr war perfektAnnette Niermann


"Ich bin sehr dankbar, dass die Bürger bei ihrer Entscheidung für die Laga die richtige Nase hatten", sagte Bad Iburgs Bürgermeisterin Annette Niermann. "Das Jahr war perfekt, hier ist so viel Herz und Leidenschaft zu spüren. Für die Iburger ist die Laga zu ihrem Wohnzimmer geworden". Der Beweis: Bei knapp 10.000 Einwohnern wurden 9100 Dauerkarten verkauft. Nun wolle sie Innenstadt und Kurwesen konzentriert weiter entwickeln. Darüber wird bereits intensiv diskutiert. Fest steht: Der Baumwipfelpfad bleibt und öffnet im April wieder.

Herbststimmung am See. Foto: Jörn Martens


Unterstützer hatte die Landesgartenschau viele: Den rührigen Förderverein wie den Tourismusverband Osnabrücker Land (TOL), der die Schau allein auf 22 Messen bewarb. Ergebnis: "Das Wir-Gefühl der touristischen Akteure wurde enorm gestärkt", so TOL-Chefin Petra Rosenbach.

Die größte Unterstützung kam von den Besuchern, die ihre Begeisterung auch in sozialen Medien teilten. Besucherstärkster Monat war der milde September, der stärkste Tag Pfingstsonntag. 

Die schönste der sechs niedersächsischen LandesgartenschauenHarald Mikulla



"Bad Iburg war die schönste der bisher sechs niedersächsischen Landesgartenschauen", findet Mikulla. Der  Chef der Fördergesellschaft muss es wissen und nutzte die Chance, bei der Landesregierung wieder einmal für eine Förderung der Schauen zu werben, "denn Landesgartenschauen sind immer ein Gewinn".

Für Bad Iburg trifft das auf alle Fälle zu. Das badische Lahr hat sein Ziel mit 800.000 Besuchern zwar nicht übertroffen, aber erreicht. Die drei anderen Landesgartenschauen in diesem Jahr schaffen das nicht: Burg in Sachsen-Anhalt erwartete 450.000 Gäste, 300.000 kamen. Würzburg zählte auf eine Million und musste sich mit 700.000 Besuchern begnügen. Und Bad Schwalbach im Taunus hatte 300.000 Gäste und riss damit die prognostizierte knappe halbe Million deutlich. 


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