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Die ungekrönte Königin Zum Ende der Landesgartenschau in Bad Iburg lüftet Rosalotta ihr Geheimnis

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Nur für einen kurzen Moment zeigte sich Rosalotta kopflos, darauf legte das Laga-Team Wert. Schließlich sollen die Kinder weiterhin an Rosalotta glauben. Foto: Jörn MartensNur für einen kurzen Moment zeigte sich Rosalotta kopflos, darauf legte das Laga-Team Wert. Schließlich sollen die Kinder weiterhin an Rosalotta glauben. Foto: Jörn Martens

Bad Iburg. Rosalotta ist ein Phänomen. Wo immer das Blumenkind auftaucht, fliegen ihm die Herzen zu.

Mit Hut und Kragen aus bunten Blütenblättern, Blumenvasen-Boots und sonnenblumengelben Haaren ist es der Liebling vieler Laga-Besucher. Die Gartenschau geht zu Ende. Endlich dürfen wir das Geheimnis lüften, wer dem Maskottchen die Fröhlichkeit einhaucht.


Frau Wiesner, Ihr privater Stil ist fast so farbenfroh wie der von Rosalotta. Wie viel von der Blumenfee steckt denn in Ihnen?

Ich glaube sehr viel Rosalotta. Als wir Rosalotta entworfen haben, hatte ich zufällig dieselbe Haarfarbe, die sie jetzt hat. Da war noch gar nicht klar, dass ich irgendwann Rosalotta sein würde. Der erste Auftritt war spontan, da hat sich die Liebe zu Rosalotta entwickelt. Dann war schon klar: Das mache ich nicht nur einmal. 

Rosalotta war die Idee eines Iburgers. Umgesetzt wurde der Entwurf in der Kostümwerkstatt von Stefanie Ludwig in Hagen. Dort arbeiten Sie.

Genau. Nach dieser Zeichnung hat meine Chefin den Entwurf gemacht. Mit den Wasserstiefeln, in denen Rosalotta steht, mit den bunten Farben und dem Blütenhut. Sie zu bauen hat sehr viel Spaß gemacht. Dadurch kennt man das Kostüm ganz genau und weiß, wie viel Arbeit darinsteckt. Und dass es so ein buntes Kostüm war, war auch außergewöhnlich. Wir haben noch auf der Fahrt zur Übergabe im Bad Iburger Rathaus mit Nadel und Faden an Rosalotta gewerkelt, damit sie wirklich schön wird.

Was für eine Ausbildung braucht man, um so ein Maskottchen zu bauen?

Ich bin Änderungsschneiderin, weil es keinen Ausbildungsgang für Kostümbauer gibt. So kann man am Ende beides, ändern und Maskottchen bauen.

Wie eng sind Rosalotta und Sie zusammengewachsen?

Das mit uns ist eine sehr intensive Beziehung geworden. Rosalotta hat auch lange bei mir gelebt, und wir haben viel miteinander erlebt, es war und ist immer noch eine tolle Zeit.

Wie war Rosalotta denn als WG-Mitglied? Hatte sie ein Blumenhimmelbett? 

Sie hat bei mir im Ankleidezimmer gewohnt, ganz gemütlich. Ich glaube, es hat ihr gefallen.

Wie viel Schauspieltalent brauchen Sie in solch einer Figur? Denn wenn man erlebt, wie Sie winken, tanzen, hüpfen, umarmen, hat man den Eindruck: Rosalotta lebt wirklich.

Das kann ich gar nicht sagen. Man muss sich einfach trauen und auf die Leute zugehen. Und man darf keine Angst haben, mit seinem Kostüm etwas kaputt zu machen. Also Rosalotta kann wirklich alles! Trecker fahren, klettern, alles.

Katharina Wiesner hat Rosalotta mit gebaut. Seit ihrem ersten Einsatz im Kostüm weiß sie: Das möchte ich öfter machen. Foto: Jörn Martens


Rosalotta ist ausgesprochen liebenswürdig und herzlich. So wie Sie?

Auf jeden Fall. Ich kann meine Art über das Kostüm nach außen bringen. Das ist toll. Rosalotta ist sehr liebevoll und geht auf Menschen zu. Manchmal kann sie aber auch richtig frech sein. 

Welchen Teil von ihr mögen Sie am meisten? Den Hut, das Röckchen oder den Rüschenschlüpfer mit Namenszug?

Der ist natürlich super. Ansonsten mag ich den Hut mit den Blättern und dem Kragen sehr. Eigentlich ist aber alles an Rosalotta sehr schön und einfach stimmig.

Wie reagieren Kinder auf Rosalotta?

Ich habe es selten erlebt, das einem Maskottchen so mit Freude begegnet wird. Rosalotta finden wirklich alle gut, sogar Männer. Und Kinder sowieso. Manche haben erst ein bisschen Angst, aber das hat dann, glaube ich, mit der Größe zu tun. Die meisten freuen sich und werden ganz schnell warm mit Rosalotta. Ich glaube, man kann gar nicht anders als zurückzulachen.

•Spontaner Kuss: Diese Laga-Besucherin geht mit Rosalotta gerne auf Tuchfühlung. Foto: Jörn Martens


Sie hatten viele Begegnungen. Gibt es eine, an die Sie sich besonders gern erinnern?

Es gibt unglaublich viele wunderschöne Momente. Die Reaktionen der Leute bedeuten mir sehr viel. Viele sagen mir: Man schwitzt in dem Kostüm doch furchtbar. Das stimmt. Aber das spielt keine Rolle, alles andere macht das wieder gut.

Kein Wunder, dass die Besucher Mitleid hatten. Sie waren ja auch an den heißesten Tagen im Kostüm unterwegs.

An sehr heißen Tagen. Da schwitzt man schon, bevor man ganz im Kostüm drin ist.

Wodurch sehen Sie? Durch Rosalottas Augen nicht.

Durch den Mund, weil der die passende Höhe hat.

Jetzt, wo Rosalottas Landesgartenschau-Sommer zu Ende geht, werden Sie wehmütig?

Ja, das ist ein komisches Gefühl. Aber es geht ja hoffentlich weiter mit Rosalotta. Zum Beispiel mit einem Auftritt auf dem Iburger Advent. Das ist dann Rosalottas dritter Weihnachtsmarkt. Aber ich glaube, ich werde nach der Laga sehr, sehr traurig sein. Am Sonntag, dem letzten Tag, mache ich alle Auftritte und die Abendshow mit. Ich bin jetzt seit zwei Jahren dabei und habe das gesamte Laga-Team kennengelernt. Wenn das wegfällt, ist das natürlich seltsam. Ich komme in die Geschäftsstelle, jeder grüßt einen. Sie kennen mich halt alle als Rosalotta, und ich verstehe mich auch als Katharina mit allen gut. Der Abschied wird mir schwerfallen.

Katharina Wiesner ist nicht die einzige Rosalotta-Darstellerin, doch die häufigste. Insgesamt steckten vier junge Frauen im Kostüm.


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