Feuerwehr spült Hydranten Allzeit „Wasser marsch“ in Bad Iburg

Von Greta Lenzing

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Bad Iburg. Jedes Jahr im Herbst, bevor der erste Frost kommt, quellen große Wasserflecken auf den Straßen Bad Iburgs auf: Dann spült die Freiwillige Feuerwehr die Hydranten im Ort.

In Bad Iburg gibt es mehr als 200 Hydranten. Das sind Armaturen, die die Entnahme von Wasser aus einem Verteilungssystem ermöglichen. Sie dienen der Löschwasserversorgung der Stadt. Viereckige Schilder mit rotem Rand zeigen an, wo der jeweilige Hydrant im Boden verborgen liegt. Damit die Feuerwehr im Falle eines Brandes auch im Winter die Hydrantendeckel öffnen kann, werden sie vor dem Winter überprüft und deren Kappen eingefettet.

Uniform und Spezialfett vertragen sich nicht

Eine Stunde vor dem eigentlichen Dienstbeginn tummeln sich im Feuerwehrhaus an diesem Abend mehr als 30 Männer und eine Frau. Bald sind alle umgezogen. Einige Feuerwehrleute stechen heraus, weil sie dreckige Klamotten tragen und nicht ihre Uniform. Diese, von ihren Kollegen liebevoll „Schmiermaxe“ genannten Kameraden haben sich bereit erklärt, mit Spezialfett, das in einem weißen Eimer aufbewahrt wird, die Hydrantendeckel einzufetten. „Das Zeug geht nie wieder raus“, sagt „Schmiermaxe“ Martin Gieseke.

Verborgene Armaturen

Schnell wird klar, dass die größte Herausforderung für die Feuerwehr das Auffinden der Hydranten ist. Einige liegen in Vorgärten, andere unter knöchelhohem Gras, manchmal weist das zugehörige Schild statt zur Armatur in einen Baumwipfel. Die Suche ist allerdings nicht das einzige Problem, mit dem die ehrenamtlichen Helfer sich auseinandersetzen müssen: Eine Tabelle, unterteilt in drei Spalten, listet 26 Mängel auf, die an der Beschilderung, der Straßenkappe oder dem Hydranten selbst auftreten können. Oft ist eine Kette ab oder zu kurz, viele Spindeln sind schwergängig und manchmal liegt der Hydrant zu tief im Boden. Unter vielen Kappen wartet ein Problem.

Jeder macht seinen Job

Für eine erfolgreiche Hydrantenspülung ist ein Team mit etwa fünf Mitgliedern notwendig. Ein Maschinist fährt das Feuerwehrauto durch die engen Straßen der Iburger Siedlungen. Eine Person dokumentiert die Mängel, die dann an die zuständige Stelle in der Stadtverwaltung weitergeleitet werden, und gibt vor, welchen Hydranten die Gruppe als nächstes ansteuert.

Sorgfalt ist Pflicht

Damit das Standrohr, an dem der Schlauch angeschlossen wird, dem Wasserdruck standhält, muss es sorgfältig befestigt werden. Je nach Justierung fließt das Wasser später in eine bestimmte Richtung. Ist das erledigt, öffnet ein Teammitglied die Wasserzufuhr. Das Wasser schießt ein, das Rohr neigt sich unter dem Druck trotz der festen Verankerung im Boden weit zur Seite. Wenn das Wasser nicht mehr rostrot, sondern klar wie aus dem Wasserhahn fließt, ist der Auftrag erfüllt. Der Hydrant wird unter Aufwendung enormer Kraft wieder zugedreht. Dann geht die Suche nach der nächsten Armatur los.

Jährliches Rotieren

In Bad Iburg benötigt die Freiwillige Feuerwehr etwa drei Abende, um alle Hydranten zu spülen. Ein Vorteil, der sich aus der Aktion für die Mitglieder ergibt: Durch das jährliche Rotieren der Touren bekommen viele Feuerwehrleute regelmäßig jeden Hydranten zu Gesicht. Im Ernstfall müssen sie nicht so lange suchen.


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