Wild und Waidleute auf der Laga Jägerschaft Osnabrück-Land gestaltete Jagd- und Naturtage

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Das Präparat einer Wolfsfähe zog viele Laga-Besucher an wie ein Magnet. Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen, beantwortete Interessierten alle Fragen rund um diese ursprünglich bei uns heimische und nun wieder zurückkehrende Wildtierart. Foto: Carolin HlawatschDas Präparat einer Wolfsfähe zog viele Laga-Besucher an wie ein Magnet. Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen, beantwortete Interessierten alle Fragen rund um diese ursprünglich bei uns heimische und nun wieder zurückkehrende Wildtierart. Foto: Carolin Hlawatsch

Bad Iburg. Auge in Auge mit Wolf und Habicht, mit Reh und Waschbär fanden sich am letzten Wochenende die Besucher der Landesgartenschau in Bad Iburg. Dort präsentierte die Jägerschaft Osnabrück-Land die Jagd- und Naturtage und bot ein spannendes Programm rund um die heimische Wildtierwelt und jagdliches Brauchtum.

„Wer trifft das Hirschgeweih?“ – an einem der zahlreichen Stände unter der grünen Flagge der Jägerschaft wetteiferten insbesondere die jüngsten Laga-Besucher beim Geschicklichkeitsspiel mit Wurfringen. Ebenfalls spielerisch und gleichzeitig informativ ging es im Themenbereich „Kitzrettung“ zu. Carsten Kemna und Sven Pots, das Duo hinter der „Rehkitzrettung Osnabrücker Land“ zeigten das Wärmebild ihrer an einer Drohne angebrachten Kamera auf einem Großbildschirm. Die Besucher die sich vor der Kamera mit Eis oder heißer Bratwurst in der Hand drehten, konnten den Effekt besonders deutlich sehen. „Normalerweise überfliegen wir mit der Drohne, an der die Wärmebildkamera hängt, Felder, um Kitze vor dem Mähtod zu bewahren. Die Kamera zeigt die warmen Tierkörper an und die mitarbeitenden Jäger tragen die so gefundenen Kitze vom Feld bevor die Mähdrescher starten“, erklärten die beiden. 240 Hektar an 30 frühen Vormittagen haben sie in dieser Saison abgeflogen und dabei 39 Kitze retten können.  

In luftige Höhen entführte auch Kai-Helge Brandhorst vom Orden Deutscher Falkoniere die Laga-Gänger, allerdings nicht mit Drohne sondern mit einem Greifvogel. Sein Habicht Rala, der am Wochenende beliebtes Fotomotiv war, fliege in der Beizjagd-Saison von September bis Februar mindestens jeden zweiten Tag. In der Zeit der sogenannten „Mauser“, der Periode der Gefiedererneuerung im Frühjahr und Sommer, spare er seine Energie für den Federwechsel und habe deutlich weniger Bewegungsbedürfnis. Über das Laga-Gelände ließ der Falkner seinen Habicht allerdings nicht kreisen, denn der sei nicht für Flugshows, sondern ausschließlich zur Jagd ausgebildet. 

Falkner Kai-Helge Brandhorst wurde von seinem Habicht und seinem Griffon zur Laga begleitet. Bei den Jagd- und Naturtagen erklärte er den Besuchern alles rund um Greifvögel, über deren Haltungsansprüche und ihre Art zu jagen. Foto: Carolin Hlawatsch


Eine ähnlich große Faszination wie der Greifvogel übte das Präparat einer Wolfsfähe auf die Besucher aus. Die häufigste Frage, die Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen, beantworten musste lautete: „Ist der Wolf jetzt auch hier in unseren Wäldern?“ Vor ein paar Monaten sei ein Wolf durch das südliche Osnabrücker Land gestreift, in letzter Zeit gebe es aber keine weiteren Nachweise für dortige Anwesenheit von Wölfen. Reding informierte über die aktuell 19 wissenschaftlich belegten Rudel mit vier Paaren in Niedersachsen, derweil sich im Hintergrund die Nachfahren des Wolfs, nämlich zahlreiche Hunde „zu Wort meldeten“.

Stichelhaar Hündin Kaya und ihr Besitzer Georg Dallmöller aus Glandorf nahmen an der Präsentation der Jagdgebrauchshunderassen teil. Der Deutsch Stichelhaar ist recht selten. Der wesentlich häufiger vorkommende Deutsch Drahthaar stammt von ihm ab. Foto: Carolin Hlawatsch


Neun verschiedene Jagdhunderassen und ihre jeweiligen Aufgabenbereiche bei der Jagd wurden von Ulrich Reimann vorgetsellt, dem Obmann für das Hundewesen beim Hegering Lienen. Unter den Hunden war auch die besonders seltene und alte Rasse „Deutsch Stichelhaar“ vertreten. Diese Hunde, so Reimann, „sind bei der Jagd robuste und vielseitig einsetzbare Gefährten“. Von den aufspielenden Jagdhörnern ließen sich die Vierbeiner nicht aus der Ruhe bringen. Sie kennen die Signale und der ein oder andere Hund stimmte sogar mit Jaulen ein. Über 20 Bläsergruppen aus ganz Niedersachsen und aus Nordrhein-Westfalen ließen am Wochenende ihre traditionellen Jagdlieder und -Signale ertönen. Und nicht nur die Bläser auch die Laga-Besucher zog es mit trockenen Kehlen an den Apfelsaft-Stand des Hegerings Harderberg, wo die Jäger Boskop- und Breaburn-Äpfel von Streuobstwiesen mit Häcksler und Presse zu aromatischem Getränk verarbeiteten.

Waschen, schneiden, häckseln, pressen: Die Jäger des Hegerings Harderberg luden zum Apfeltrunk ein. Foto: Carolin Hlawatsch



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