Lesung Krimiautor Jörg Böhm begeistert in Bad Iburg

Von Andreas Wenk

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Autor Jörg Böhm signiert Christel Arendt aus Nordhorn ihr erstes Buch, das sie von ihm gelesen hat. Inzwischen kennt sie alle seine Krimis.Autor Jörg Böhm signiert Christel Arendt aus Nordhorn ihr erstes Buch, das sie von ihm gelesen hat. Inzwischen kennt sie alle seine Krimis.

Bad Iburg. Krimiautor Jörg Böhm hat sich eine treue Fangemeinde erarbeitet. Am Donnerstag war er zu Gast im Haus Kroneck Salis.

Wo nimmt der Mann die Muße zum Schreiben her? Die Frage drängt sich beim Besuch der Lesung unweigerlich auf. Böhm wirkt aufgedreht, hantiert unentwegt mit den Händen und spricht in atemberaubendem Tempo. Um das Eis zu brechen, mutet er dem Publikum die eine oder andere auch platte Pointe zu. Sein Auftritt erinnert an Standup Comedians, doch darf das nicht über seine  teils akribische Recherchen hinwegtäuschen.

Detaillierte Milieuschilderungen

Zu „Moffenkind“, so die niederländisch abfällige Bemerkung für Kinder aus Beziehungen zwischen deutschen Soldaten und niederländischen Frauen während des Zweiten Weltkrieges, liefert Böhm eine detaillierte Milieuschilderung. Zugleich führt er Vergleiche und Fakten ins Feld, die eine Einordnung erlauben und umreißt damit den Plot für seinen ersten Aida-Krimi. Zusammen mit der Kreuzfahrtreederei plant er inzwischen das dritte Projekt, das im Frühjahr 2020 erscheinen soll. 

Böhm hat ein Faible für Jahrzehnte überwindende Rückblenden. Sie bilden die Grundlage für die Mordmotive seiner Gegenwartsgeschichten. So auch bei „Niemandsblut“. Böhm referiert kenntnisreich und dennoch unterhaltsam über das brisante Thema Kinderhandel in Spanien, Italien und der DDR. Doch seine Aida-Krimis sind an diesem Abend nur eine „Zugabe“. Deshalb verrät er nur soviel, weder in dem einen, noch in dem anderen Roman werden alle Passagiere zum Ausgangshafen zurückkehren.

Von Bornholm in die Pfalz

Bekannt geworden ist Böhm durch die Krimi-Reihe mit seiner Protagonistin Emma Hansen, eine dänisch-stämmige Kriminalkommissarin, die es mit ihren Eltern von Bornholm in die Pfalz verschlagen hat. Und da in Bad Iburg gerade die Landesgartenschau läuft, präsentiert er seinem Publikum natürlich seinen Roman „Und ich bringe Dir den Tod“, bei dem es um die Landesgartenschau in Landau geht. Auch hier schickt Böhm eine Reihe von Fakten voraus, doch holt die Realität in diesem Fall die Fiktion ein als kurz nach Veröffentlichung des Romans auf dem Gelände tatsächlich eine Leiche entdeckt wird.

Christine und Christel Arendt sind extra aus Nordhorn nach Bad Iburg gekommen. Christine hat den Autor bei Facebook entdeckt und all seine Bücher gelesen. Mit einem Aida-Krimi zum Geburtstag hat sie auch ihre Mutter angesteckt und so haben sie sich auf den Weg gemacht. Christine Arendt hat vor allem gefallen, dass sie die Aida-Schiffe und die Atmosphäre an Bord ebenso kennt wie den Südschwarzwald. Dort im Rosendorf Nöggenschwiel spielt Emma Hansens erster Fall. „Die Bücher sind authentisch und spannend. Es macht einfach Spaß sie zu lesen“, versichert Christine Arendt und zeigt sich begeistert, dass Böhm vor Publikum genauso locker und unterhaltsam wirkt wie im Internet.

"Handfeste" Krimi-Kost

Da Böhms Krimis schon mal , wie er selbst sagt, „handfest“ sind und die Morde durchaus dazu angetan erscheinen, dem Leser einen Schauer über den Rücken zu jagen, signiert er seine Bücher nicht einfach mit einem „Für meine liebe ...“ sondern mit dem Hinweis „Passen Sie gut auf sich auf.“ 


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