„Die zehn Gebote“ als Publikumsmagnet Pop-Oratorium auf Bad Iburger Landesgartenschau

Von Christoph Beyer

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Bad Iburg. Auf eine überwältigende Resonanz stieß am Samstagabend das Pop-Oratorium „Die zehn Gebote“ auf der Bad Iburger Landesgartenschau. Rund 1300 Zuschauer verfolgten das dreistündige Bühnengeschehen, welches die Sänger des Glandorfer Crecendo Chors aufwendig gestalteten.

Die alttestamentarische Erzählung kam im musikalischen Gewand erstaunlich modern daher. Sicherlich einer der Gründe dafür, dass sich das Pop-Oratorium als echter Publikumsmagnet erwies. Die Aufführung bildete den Höhepunkt des „Wochenendes der Kirchen“, das unter anderem mit Gottesdiensten und Mitmachaktionen den Laga-Besuchern vielfältige Möglichkeiten bot.

Wer an diesem Abend keinen Platz mehr in den Stuhlreihen fand, reihte sich in die Traube von Menschen ein, die von den Seitenrändern aus auf die Bühne blickten. Da das Wetter mitspielte, boten sich auch die Rasenflächen rundum als Steh- oder Sitzplatz an.

Mehr als 200 Sänger

Die Größe des Publikums spiegelte sich passend auf der Bühne wieder, wo 200 Chorsänger, zwölf Gesangssolisten und eine neunköpfige Band ihr Können zeigten. Zuletzt vor zwei Jahren mehrfach vor großem Publikum in Glandorf aufgeführt, erlebte das Pop-Oratorium nun eine glanzvolle Neubelebung. Die intensiven Proben des Crescendo-Chores unter der Leitung von Sonja Mentrup hatten sich in jedem Fall ausgezahlt. Allen voran die Solisten übersetzten den bedeutungsschweren Stoff aus der Feder der Komponisten Michael Kunze und Dieter Falk in eine rasante Musikgeschichte, die gekonnt zwischen schwungvollem Musical und opernhaftem Drama balancierte.

Große Gesten, Gospelgesang und ergreifende Melodien wechselten dabei mit stillen, klavierbegleiteten Klängen, die auch für zahlreiche Momente der Ruhe und Ergriffenheit sorgten, etwa bei dem Stück „Zipphoras Zuspruch“. Beeindruckend gelang dabei auch das Zusammenspiel zwischen Band und Sängern, das schnelle Wechsel in Musikstil und Tempo scheinbar mühelos möglich machte.

Die gesanglichen Fähigkeiten wurden durch aufwendige Kostümierungen und eingestreute Choreografien ergänzt, sodass sich ein insgesamt stimmiges Ganzes ergab. So klanglich in Szene gesetzt, wirkte das Werk des Propheten Moses, der das Volk der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei führte, sowie die „Gegenwärtigkeit Gottes“ erstaunlich greifbar und emotional nahe. Die Überreichung der zehn Gebote bildete den Schlusspunkt der Handlung, bei dem der vielstimmige Gesang der 200 Chorsänger für einen letzten Gänsehautmoment sorgte.


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