Ein Einradfahrer für Schwege Bildhauerin aus Bayern kreiert auf der Laga eine dynamische Holzskulptur

Von Carolin Hlawatsch, 11.09.2018, 12:31 Uhr
Noch fehlt das Rad um zu radeln: Der Einradfahrer-Skulptur zu Füßen stehen (von links) Hendrik Kettler, Regionalmanagement südliches Osnabrücker Land, Glandorfs Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann, Bilhauerin Martina Kreitmeier, Vera Sprengkamp vom KuK SOL e.V. und Schweges Ortsbürgermeister Josef Hesse. Foto: Carolin Hlawatsch

Bad Iburg. Das Osnabrücker Land kennt sie durch Kontakte zu anderen Künstlern sowie durch Teilnahme an Holzbildhauersymposien. Glandorf-Schwege hatte die in Bayern lebende Künstlerin Martina Kreitmeier zuvor aber noch nie besucht. Dennoch gelang es ihr, eine zu Schwege passende Skulptur zu entwickeln mit der sie die „Lichtung der Bildhauer“ auf der Landesgartenschau Bad Iburg bereichert.

Martina Kreitmeier ist eine der sieben kreativen Protagonisten im Kunstprojekt des Vereins „Kunst und Kultur KuK SOL“ und der Städte und Gemeinden der ILE-Region Südliches Osnabrücker Land. Bei diesem Projekt fertigen die Künstler innerhalb eines jeweils zweiwöchigen Zeitfensters im Bad Iburger Waldkurpark eine Skulptur an, die nach der Laga dauerhaft in einem der Südkreis-Orte (Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Glandorf und Hilter) aufgestellt wird. jeder Künstler übernimmt dabei eine „Patenschaft“ für einen der Orte und gestaltet seine Skulptur entsprechend.

Teilnehmende Künstler aus der Region unternahmen Ortsbegehungen um sich Inspiration zu holen. Martina Kreitmeier hingegen, musste etwas anders vorgehen, weil sie im von Bad Iburg über 600 Kilometer entfernten Altfraunhofen im Landkreis Landshut wohnt. So ließ sie sich von Schweges Ortsbürgermeister Josef Hesse Fotos des Glandorfer Ortsteils schicken und reichte verschiedene Skulpturen-Vorschläge ein. Schnell wurde deutlich, dass Martina Kreitmeiers Skulpturen oftmals Menschen in Bewegung oder mit bestimmten Empfindungen zeigen. „Als wir dann die Einradfahrer in ihrem Logo entdeckten, war klar, in welche Richtung das Kunstwerk zielen wird“, berichtet Josef Hesse begeistert.

Sportlicher Besuch an der Skulptur

Schwege hat eine international erfolgreiche Einrad-Fahrerinnen-Gruppe in seinem Sportverein. Gespannt besuchten die „Einradmädels des Blau-Weiß-Schwege“ am siebten September Bildhauerin Kreitmeier auf der Laga und konnten so, genau wie viele andere Laga-Besucher einen Teil des Schaffensprozess mitverfolgen. Dreieinhalb Meter hoch ist der dicke Eichenstamm vom Gut Oedingberge in Schwege, der auf der „Lichtung der Bildhauer“ mit einem Teleskopkran aufgestellt wurde. Um den oberen Teil des Stamms in Form zu bringen, steht Martina Kreitmeier auf einem Gerüst. Sie arbeitet mit Kettensägen, aber auch mit Klüpfel und Bildhauereisen. Später soll die Skulptur noch einmal mit Hilfe des Krans auf die Seite gelegt werden, damit die Künstlerin an jeder Stelle Details ausarbeiten kann, bevor sie dann wieder aufgerichtet wird. „Am Ende wird aus dem Eichenstamm ein dynamischer Einradfahrer in Geschwindigkeit entstehen“, plant Kreitmeier. 


Die „Einradmädels“ vom Sportverein Blau-Weiß-Schwege besuchten Bildhauerin Martina Kreitmeier auf der Laga. Foto: KuK SOL e.V.


Zuhause in ihrer Werkstatt in Altfraunhofen, einer früheren Pferdeschmiede, arbeitet sie ebenfalls vorrangig mit Holz, fertigt aber auch Skulpturen aus verschiedenen Gesteinsarten, oder aus Ton, Gips und Bronze. Bevor sie ihr Tätigkeitsfeld vor sechs Jahren komplett auf die Bildhauerkunst lenkte, arbeitete Martina Kreitmeier auch als Schreinerin. „Doch schon als Kind war ich auch immer kreativ unterwegs. Ich zeichnete viel und entwickelte Kreationen aus Fundstücken. Dabei hatte ich stets den Hang zum übermäßig Großen“, erinnert sie sich und erzählt eine Anekdote vom Pony mit dem sie in den Wald wanderte damit es ihr beim Schleppen von Wurzeln half, die sie in einem Kunstwerk verarbeiten wollte. „Meine Eltern waren nicht kunstinteressiert, ließen mir aber den Freiraum“, so Kreitmeier die ihre Schreinerlehre in der Schreinerei ihres Vaters absolvierte. Als Entwicklungshelferin engagierte sie sich danach in der Ausbildung von Schreinern in Kenia und Indien. Im Jahr 2000 war Kreitmeier aktiv in der Bühnenplastikabteilung der Bayrischen Staatsoper bevor sie sich im Alter von 32 Jahren zu einer weiteren Lehre an der Münchner Fachschule für Holzbildhauerei entschied. 2007 legte sie dort ihre Meisterprüfung ab.

Wer Martina Kreitmeier bei ihrer Skulptur-Schaffung über die Schulter schauen möchte, hat dazu noch bis zum 16. September auf der “Lichtung der Bildhauer“ die Möglichkeit. Nach Ablauf der Laga wird der Einradfahrer in Schwege aufgestellt. „Die Wahl ist auf Schwege und nicht Glandorf gefallen, weil dort gerade der neue Dorfeingangsplatz entstanden ist, wo die Skulptur inmitten einer Blühwiese ihren Platz finden wird“, sind sich Glandorfs Bürgermeisterin Magdalene Heuvelmann und Schweges Ortsbürgermeister Josef Hesse einig. 

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