Esskastanie gepflanzt Baumkönigin besucht Landesgartenschau in Bad Iburg

Von pm

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Baum des Jahres: Reinhard Ferchland, Forstamt Ankum (von links); Bürgermeisterin Annette Niermann und Baumkönigin Anne Köhler mit der frisch gepflanzten Esskastanie. Foto: LandesforstenBaum des Jahres: Reinhard Ferchland, Forstamt Ankum (von links); Bürgermeisterin Annette Niermann und Baumkönigin Anne Köhler mit der frisch gepflanzten Esskastanie. Foto: Landesforsten

Bad Iburg. Auf Einladung der Niedersächsischen Landesforsten besuchte die Deutsche Baumkönigin Anne Köhler jetzt die Landesgartenschau in Bad Iburg.

„Wir wollten der diesjährigen Baumkönigin den Baumwipfelpfad und die gelungene Inszenierung des landesforsteigenen Waldgebietes innerhalb der Landesgartenschau zeigen“, so Reinhard Ferchland, künftiger Leiter des zuständigen Forstamtes Ankum. Mit Maskottchen Rosalotta erkundete die Baumkönigin den Baumwipfelpfad, bevor es durch den Wald mit den gestalteten Lichtungen zu den Kurparkteichen ging. Dort erwartete Bürgermeisterin Annette Niermann die kleine Gruppe.

Esskastanie gepflanzt

Wie es sich für eine Baumkönigin gehört, pflanzte sie zusammen mit Niermann und Ferchland eine Esskastanie, den Baum des Jahres 2018. „Ich bin ein Fan der Esskastanie und treffe als Baumbotschafterin viele wald- und baumbegeisterte Menschen,“ erzählt die Baumkönigin von ihrem Ehrenamt. Köhler stammt aus einem Baumschulbetrieb und arbeitet als Landschaftsplanerin. Für ein Jahr ist sie als Deutsche Baumkönigin für die Stiftung Baum des Jahres unterwegs und vertritt dabei den bisher dreißigsten Baum des Jahres, die Esskastanie.

Hauptnahrungsmittel

Besonders in den ländlichen, kargen Bergregionen Südeuropas, wo kein Getreideanbau möglich war, waren Ess-Kastanien bis ins 19. Jahrhundert das Hauptnahrungsmittel. Der Botaniker Daléchamps schrieb Mitte des 16. Jahrhunderts „Die Kastanie ist das Dessert für die Tafel der Reichen sowie das Fleisch für die Armen“. Alleine in Frankreich soll es über 700 Kastaniensorten geben, die durch Pfropfung veredelt wurden. 

Nutzbaum

Bereits die Griechen kultivierten und veredelten die Ess-Kastanie, bevor die Römer diesen interessanten Nutzbaum weiterverbreiteten, so dass man heute die Reste der früheren Kastanien-Wirtschaft besonders im Tessin, in Ligurien, den Cevennen und auf Korsika finden kann. 

Bis in den Norden

Auch in Deutschland ist die „Keschte“, wie sie in Süddeutschland genannt wird, verbreitet. Als wärmeliebende Baumart kommt sie oft in Weinbauregionen vor. Wie anpassungsfähig diese Baumart ist, zeigt ein 160-jähriges Ess-Kastanien-Vorkommen im Hamelner Stadtwald. Dort wachsen die höchsten Bäume dieser Art in Deutschland. Auch in Nordwest Niedersacsen findet man durchaus gut wachsende Ess-Kastanien in den Waldrevieren. 

Ess-Kastanie heute

Der wärmeliebende nicht übertrieben anspruchsvolle Baum ist daher auch in unseren Breiten den Versuch wert ihn zu pflanzen, in Gärten, Parks aber auch in den Wäldern. Bienenfreundlich mit seiner sommerlichen Blüte, interessant für Mensch und Tier wegen der Früchte und ausgestattet mit einem Holz, welches die Widerstandsfähigkeit der Eiche noch übertrifft, verdient diese Baumart deutlich mehr Aufmerksamkeit. 

Mehr Infos:  www.baum-des-Jahres.de


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