Highlandgames in Bad Iburg Mit Schottenrock und letzter Kraft

Von Andreas Wenk

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Bad Iburg. Titel verteidigt, Nachwuchsteam auf die Spur gesetzt und ein Heiratsantrag vor großem Publikum. Es war der Tag der „Twinhead Warriors“ aus Lienen am Samstag bei den Highlandgames in Bad Iburg.

Die hatten der Lionsclub Friedensreiter Osnabrück um Oliver Kampmeyer und Daniel Höcherl zum achten Mal auf die Beine gestellt, um Geld für „Kijuba“, das Kinder- und Jugend- Begleitangebot der Krebsberatungsstelle Osnabrück, einzusammeln. Die bisherige Bilanz: 80 000 Euro. Der Anspruch: Möglichst schon im kommenden Jahr die 100 000er-Marke zu reißen und Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass die Beratungsstelle mit ihrem Angebot chronisch unterfinanziert und auf Spenden angewiesen ist. Doch dieser ernste Hintergrund blieb angesichts des schottisch-skurrilen Treibens auf der Grünfläche unterhalb des Freibades eine Randerscheinung.

Da wurden Baumstämme auf Zeit durch die Gegend geschleppt, Betonkugeln auf einen Baumstumpf gehievt oder Läufer banden sich ein Bungee-Seil um den Bauch. Das andere Ende war an einem Baum fixiert, und dann galt es, einen handelsüblichen Hammer möglichst weit entfernt in die Erde zu rammen. Am Ende dann ein klassisches Tauziehen. Dabei setzten sich die Lienener zum zweiten Mal hintereinander durch.


Das Team „Lyfestyle Maller“ legt sich in die Kurve. Sobald der Baumstamm durch die Pfähle ist, gilt es zu wenden, um Weg und Zeit zu sparen. Foto: Andreas Wenk


lan-Chef Jörg Timpe lobt am nächsten Tag vor allem die tolle Atmosphäre: Der Wettkampf habe nicht nur mit gegenseitigem Abklatschen nach dem Finale geendet, sondern das „tolle Anschlusslagerfeuer“ sei mit am schönsten gewesen. Die Twinhead Warriors sind aus einem Ferienlager entstanden. Die Betreuer haben in diesem Jahr erstmals ein zweites Team unter dem Namen „Koma-Kolonne“ teils mit Töchtern der „Warriors“ an den Start gebracht, angefeuert von einem Dutzend Eltern und Freunden. Die Erst-platzierten seien aus Fitness-Clubs entstanden. Deshalb sei die „Koma-Kolonne“ mit ihrem dritten Platz wie die Warriors als Sieger „stolz wie Bolle“, so Timpe. Entscheidend sei aber die tolle Freundschaft unter den Teams. „Ehrgeiz ja, aber von Rivalität keine Spur“, fasst Timpe die Stimmung zusammen.

In der Halbzeitpause kommt „Twinhead-Warrior“ Günther Gillner zum Headquarter der Wettkampfleitung. Er steigt auf den Anhänger und greift zum Mikrofon, springt zurück in die Menge und macht seiner Olga, die er im vergangenen Jahr hier kennengelernt hat, stilsicher und kniend einen Heiratsantrag, zu dem sie weder „Nein“ sagen konnte noch – offensichtlich angesichts der Freudentränen – wollte.

Auch wenn es teils martialisch aussah und die Herausforderungen manchmal die eigenen Kräfte überstiegen: Der Spaß stand offenbar im Vordergrund, schon bei der Namensgebung. Auch wenn es für die „Hotten Schotten Ladies“ aus Bad Iburg letztlich nur für die rote Laterne reichte, die Stimmung war perfekt – beispielsweise, als sie zu fünft einen Baumstamm auf der Schulter tragend Slalom laufen mussten.


Heidi Osterholthoff aus Münster vom Team „Die weiße Hand Sarumans“ mobilisiert die letzten Kräfte, um die Betonkugel auf den Baumstamm zu heben - vergeblich. Foto: Andreas Wenk


In Anlehnung an die Highlandgames für die Teams hatte die Krebsberatungsstelle einen vergleichbaren Parcours für Kinder von Besuchern aufgebaut. Auch hier kein Anzeichen von Trübsal, auch wenn sich Martina Axmann für das „Kijuba“-Angebot eine gesicherte Finanzierung wünschen würde. Rundherum am Rande des Wettkampfgeländes glückliche Kinderaugen, fröhliche Eltern und nicht zuletzt auch Helfer. Viele von denen, berichtet Axmann, mahnten erfahrungsgemäß direkt nach der Veranstaltung „Du weiß schon, nächstes Jahr will ich wieder dabei sein.“


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