Landesgartenschau meets New Orleans Südstaaten-Sound mit der Happy Jazz Society in Bad Iburg

Von Rolf Habben

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Bad Iburg. Back to the roots – Zurück zu den Wurzeln, war mit der „Happy Jazz Society“ jetzt auf der Giro-Live-Bühne im Gelände der Landesgartenschau angesagt. Erfrischender Dixie und Oldtime-Jazz, präsentiert vom Park-Lane-Jazz-Club Osnabrück, führten das Publikum direkt in die Basin Street von New Orleans.

Der ursprüngliche Jazz ist das Markenzeichen der Truppe. Archaischen Jazz nennen die Musiker daher auch ihren Stil, der seine Wurzeln in New Orleans hat und in den ersten Dekaden des letzten Jahrhunderts seine Hochzeit feierte. Happy Jazz Society ist jedoch nicht allein Bandname der fröhlichen Jazzgesellschaft, sondern das Credo von Musikern, die den Oldtime Jazz spielen und pflegen. Die fünfköpfige Band fühlt sich instrumental zwar durchgängig dieser Stilrichtung verpflichtet. Sie dachte in ihrem Auftritt aber keineswegs zwingend daran, stilistisch in dieser Schublade zu verharren. Gekonnt mischte die Band in einem Crossover Dixieland mit New Orleans-Jazz, teilweise angereichert mit Elementen des Swing der Bigbands.

Toller Groove

Klassiker wie der „Royal Garden Blues“ der Marching Bands oder „Sweet Georgia Brown“ und Ausflüge in die weite Welt bis zu den Fidschi Inseln in „Some of these days“ schufen an die zwei Stunden stets eine fröhliche, beschwingte Atmosphäre mit einem tollen Groove auf und vor der Bühne. Mit Duke Ellingtons „Jeep’s Blues“ beispielsweise wilderten die Musiker zudem erfolgreich im Blues.

Das Rhythmusduo mit Lutz Schäfer am Banjo und Christian Henning mit Sousaphon verband unaufdringlich den schwarzen New Orleans Jazz mit der „weißen“ Spielart, dem Dixieland. Über weite Strecken dominierten jedoch die Bläser als Melodiengeber der Band den Auftritt, mit Eckart Ditting (Trompete und Gesang), Eddy Horn an der Klarinette und am Sopransaxophon sowie Dieter Litsche an der Posaune. Als Überraschungsgäste zauberte die Band zudem noch Artur Mazurkowski an der Geige sowie den Niederländer Ton van Brussel am Cornet aus dem Hut. Deren versierte Soloeinlagen lockten das Publikum wiederholt mit anerkennendem Applaus aus der Reserve. Mehr aus Bad Iburg im Netz

Originalbesetzung

Seit 41 Jahren gibt es die „Happy Jazz Society“, die damit ohne Zweifel eine der ältesten Oldtime-Jazz-Bands der Region ist. Selten genug in der Szene, spielte die Band doch in ihrer Originalbesetzung abgesehen vom erkrankten Reinhard Koy, für den kurzfristig Lutz Schäfer eingesprungen war.

In ihrem rund zweistündigen Auftritt erwies sich die Happy Jazz Society als eine Band zum Anfassen. Mit ihren sowohl traditionellen als auch neu bearbeiteten Arrangements eilte das Quintett durch ein buntes und dank lockerer Moderation unterhaltsames Programm und verbreitete eine lebendige und zugleich stimmungsvolle Atmosphäre. Mit dem unsterblichen Oldie „When the saints“ in der Zugabe wurde zum offenen Bedauern des Publikums nicht einmarschiert, sondern eindrucksvoll zum Ausmarsch geblasen und ein Feuerwerk der guten Laune beendet.


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