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Teutoburger-Wald-Eisenbahn: Bad Laer und Bad Iburg zunächst auf Abstellgleis Die erste Weiche ist gestellt

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sta Bad Iburg. Noch stehen Versmold, Bad Laer und Bad Iburg auf dem Abstellgleis. Die Reaktivierung der Teutoburger-Wald-Eisenbahn für den Personenverkehr wird sich im ersten Schritt von Verl über Gütersloh bis Harsewinkel erstrecken. Immerhin: Für diese Trasse ist die erste Weiche gestellt.

Die beteiligten Kommunen werden den Zugbetrieb 20 Jahre lang mit jährlich je 300000 Euro unterstützen. Den Rest übernimmt der Kreis. Spannend wurde es, nachdem Verler und Harsewinkler Rat dem Projekt bereits zugestimmt hatten, die Stadt Gütersloh aber damit drohte, zum Bremsklotz zu werden. Im Fachausschuss hatten sich Verwaltung und Bürgermeisterin Maria Unger angesichts der Haushaltslage vehement gegen die Investition ausgesprochen.

Nur dank der Modifizierung eines Antrags der „Plattform Plus“ aus CDU, UWG und Grünen während einer einstündigen Sitzungsunterbrechung und der überraschenden Ankunft eines Ratsmitglieds – mit der Bahn – kam die Mehrheit für die Reaktivierung mit 27 zu 26 Stimmen zustande. „Der Nutzen für die Stadt Gütersloh ist nicht so groß wie der für Verl und Harsewinkel“, sagte deren Sprecherin Elisabeth Menke.

Jetzt ist der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) am Zug. Wie Geschäftsführer Ludger Siemer berichtete, wird der Verbund die Reaktivierung der 24 Kilometer langen Strecke für den Personenverkehr in die Ausschreibung „OWL Diesel-Netz“ einbringen. Die TWE-Strecke wird dabei lediglich fünf Prozent des Auftragsvolumens ausmachen.

Bedingungen sind aus Sicht des VVOWL „ein vernünftiger Preis und die Beteiligung der öffentlichen Hand am Ausbau von Technik, Haltestellen und Bahnübergängen. Frühestens 2015 könnte der Bau beginnen. Bis dahin müsste der TWE-Mutterkonzern Captrain die vorhandene Infrastruktur erhalten.

Erster Abschnitt

„Wir reden über den ersten Abschnitt“, so Siemer. „Den in Angriff zu nehmen ist schon ein relativ mutiger Schritt.“ Und die Verlängerung der Strecke bis Versmold, Bad Laer und Bad Iburg? „Würden wir die Strecke sofort bis Versmold führen, hätten wir beinahe das Doppelte an Kosten.“ Statt zwei würde der VVOWL vier Fahrzeuge für den Pendelverkehr benötigen. Zudem sei die Einwohnerdichte rund um die Haltepunkte Verl und Harsewinkel sehr dicht.

Missverständlich erscheint eine Formulierung auf der Homepage des Kreises Gütersloh über das mögliche Engagement in Sachen TWE im Osnabrücker Raum. „Vertreter des Landkreises Osnabrück schließen eine Erweiterung des Projektes auf deren Kreisgebiet aus“, hieß es dort. Dazu erklärt der Sprecher des Landkreises Osnabrück Burkhard Riepenhoff: „Wir sind voll und ganz für dieses Projekt. Ausgeschlossen haben wir lediglich, selbst Bahnbetreiber zu werden. Da fehlt uns die Kompetenz.“

Captrain hat inzwischen das Ergebnis einer Studie vorgestellt, nach der der Nutzen der Reaktivierung doppelt so hoch wie der Aufwand wäre. Für den Erhalt des Schienengüterverkehrs der Teutoburger-Wald-Eisenbahn und die Aktivierung des Personennahverkehrs zwischen Harsewinkel und Verl sprechen sich auch die IHK Ostwestfalen und der Unternehmerverband des Kreises Gütersloh aus. Im 1000-Meter-Radius der Haltestellen würden 50000 Bürger und 30000 Arbeitsplätze erreicht.


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