Hitze auf der Landesgartenschau Warum die Fontäne auf der LaGa nicht mehr funktioniert

Von Greta Lenzing

Trotz lehmiger Böden muss auf der LaGa in Bad Iburg momentan ganztägig künstlich bewässert werden. Foto: Michael GründelTrotz lehmiger Böden muss auf der LaGa in Bad Iburg momentan ganztägig künstlich bewässert werden. Foto: Michael Gründel

Bad Iburg. Die hohen Temperaturen setzen die Veranstalter der Landesgartenschau unter Druck. Um die Pflanzen auf dem Gelände am Leben zu erhalten, müssen die Verantwortlichen flexibel sein.

Der anhaltenden Hitze zum Trotz blühen die Blumen auf der Landesgartenschau in Bad Iburg in unterschiedlichsten Farben. Wie schafft man es, eine Veranstaltung am Leben zu erhalten, die davon abhängig ist, dass die Pflanzen die Hitze überstehen? Momentan lässt sich überall im Umkreis das Ausmaß der Hitzeschäden beobachten. Der heimische Rasen vertrocknet, Grünstreifen an den Autobahnen verbrennen und die Felder der Bauern reißen auf. Die Lösung für die Blumen und Bäume in Bad Iburg gestaltet sich einfach. Imma Schmidt, Pressesprecherin der Landesgartenschau, berichtet, man brauche nicht viel mehr als große Leitungen und künstliche Bewässerung. Sie berichtet, der Wasserverbrauch sei "bestimmt doppelt so hoch wie gewöhnlich". Konkrete Zahlen könne sie aber nicht nennen. Das Wasser, was durch die Leitungen auf dem 25 Hektar großen Gelände fließt, ist nicht nur Frischwasser, sondern zu großen Teilen auch Brauchwasser. Das bedeutet, es ist zwar geklärt und sauber, hat jedoch keine Trinkwasserqualität.

Ständige Blüte, aber früher Herbst

Was sich dieses Jahr vor allem verändert hat, ist die Intensität und Dauer, mit der die Pflanze beregnet werden. Wo in den letzten Jahren nur morgens bewässert wurde, fließt diesen Sommer ganztägig Wasser durch die Schläuche. Wer einen Blick in den Wetterbericht wagt, kann sehen, dass bald Regen erwartet wird. Das weckt auch bei Imma Schmidt Hoffnungen: "Hier hat bislang noch keiner einen Regentanz aufgeführt, aber wenn es regnet, tanzen wir alle."

An den Seen und Teichen auf dem Gelände lässt sich das Ausmaß der Trockenperiode ebenfalls erkennen. Der Wasserstand der Gewässer ist sichtbar zurückgegangen. Seit der Eröffnung im April ließ sich stets eine Fontäne auf dem Charlottensee beobachten, diese wurde nun jedoch abgeschaltet. Die Pumpe liegt so hoch, dass sie sich mittlerweile außerhalb des Wassers befindet und somit lediglich Luft zieht.

Ein Faktor, der die Verantwortlichen der Landesgartenschau aufatmen lässt, ist der Boden des Geländes. Dieser ist besonders lehmig und hat deshalb eine hohe Wasserbindekapazität. Das bedeutet, dass er bei der Hitze nicht so schnell aufreißt und das Wasser, das ihm durch die Wassersprenger zugeführt wird, gut aufnimmt. Außerdem beschert der intensive Sommer den Veranstaltern eine lange, beständige Blüte, während andere Landesgartenschauen in den vergangenen Jahren wegen des feuchten Wetters mit fauligen Pflanzen zu kämpfen hatten. Allerdings, so Schmidt, rechne man dieses Jahr auf Grund der Wetterverhältnisse gleichzeitig mit einem sehr frühen Herbst.

Schattenplätze für Besucher

Ob die Hitze Auswirkungen auf die Besucherzahlen hat, lässt sich, laut Schmidt, noch nicht endgültig beurteilen. Sie sagt aber auch, die Besucher überlegten sich sicherlich zweimal, ob sie sich der Sonneneinstrahlung für längere Zeit aussetzten. Es gebe aber eigentlich keinen Grund zur Verunsicherung, denn auf dem Gelände stünden hinreichend Sitzplätze im Schatten der Bäume zur Verfügung. Konkrete Besucherzahlen werden erst zum Ende der Veranstaltung am 14. Oktober bekanntgegeben. Schmidt schätzt jedoch, dass die gesetzten Ziele erreicht werden. Offiziell werden 500.000 Besucher erwartet.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN