Bildhauer und Besucher vis-à-vis Rainer Ern erschafft Kunstwerk für die Laga und für Bad Rothenfelde

Von Carolin Hlawatsch


Bad Iburg/Bad Rothenfelde Rainer Ern aus Lübbecke hat als dritter von insgesamt sieben Künstlern auf der „Lichtung der Bildhauer“ inmitten des Bad Iburger Laga-Geländes eine Skulptur erschaffen die patenschaftlich für eine der Osnabrücker Südkreisgemeinden steht.

Zwei Menschen im Gegenüber, die miteinander kommunizieren – das zeigt Erns 3,40 Meter hohe Holzskulptur, die er in der Zeit vom 17. Juni bis ersten Juli auf der Lichtung der Bildhauer mit der Motorsäge aus einem, zunächst liegenden Eichenstamm entwarf. „Der Stamm stammt hier aus dem Waldkurpark“, berichtet der Künstler, der nach der Säge-Arbeit und dem Aufrichten mit einem Radlader, Schleifpapier für die Feinheiten einsetzte und der Figur danach eine imprägnierende Ölung verpasste. Zahlreiche Laga-Besucher verfolgten seinen Schaffensprozess. „Ich bin Publikumsverkehr bei meiner Arbeit garnicht gewöhnt. Kaum hatte ich die Motorsäge angesetzt, klopfte mit schon wieder jemand mit einer Frage auf die Schulter“, blickt Rainer Ern schmunzelnd auf diese neue Erfahrung zurück.

Nur ein Teilstück

Vis-à-vis war er also mit den Besuchern, „Visavis“ nennt sich passender Weise auch seine aktuelle Skulpturenreihe. Das Laga-Kunstwerk ist ein Segment davon, weitere Teile stehen in Espelkamp oder in der Hovachter Bucht, viele befinden sich in Privatbesitz. Allen gemein ist, dass sie aus ursprünglich einem Stück bestehen, welches Ern durch einen senkrechten, sich um 90 Grad drehenden Schnitt trennt und somit zwei korrespondierende Körper schafft. „Wie tickt der Mensch eigentlich? - An dieser Frage, beziehungsweise am Spannungsfeld Mensch, arbeite ich mich in meiner Kunst in den letzten Zehn Jahren ab“, veranschaulicht Rainer Ern sein Kunstthema.

Besuch vom Bürgermeister

Auf die Lichtung gekommen war auch Klaus Rehkämper. Bad Rothenfeldes Bürgermeister zeigte sich begeistert von der Idee Erns, die bestens zum Kurort Rothenfelde passe. Dort soll die Skulptur nach Ablauf der Laga ihren dauerhaften Platz finden. „Ich erkenne hier sofort eine Begegnung von zwei Menschen“, interpretierte der Bürgermeister und blickte staunend am Holz hoch. Solche zwischenmenschlichen Begegnungen seien ein wichtiger Aspekt beim Aufenthalt der Gäste im Kur- und Reha-Bereich seiner Gemeinde.

400 Skulpturen

Rund 400 Skulpturen hat Rainer Ern bereits geschaffen. Nicht alle sind aus Holz, wie die auf der Laga. Auch aus anderen Naturmaterialien wie Stein, Lehm und Eisen lässt der Lübbecker Künstler Silhouetten und Abstraktionen entstehen. Die Bildhauerei, der er seit 1980 nachgeht, habe er sich selbst beigebracht und dabei aus seiner Erfahrungen einer handwerklichen Ausbildung und dem Renovieren von Fachwerkhäusern profitiert. Doch schon vorher, schon seit seiner Jugend, pulsierte die künstlerische Ader in Rainer Ern.

Dritte Dimension

Er fertigte Skizzen, denen er später durch die Bildhauerei eine dritte Dimension geben konnte. Im Alter von 22 Jahren zog es ihn aus der Großstadt Düsseldorf hinaus auf das Land. „Das Leben auf und mit dem Land ermöglicht mir andere oder auch neue Erfahrungen mit den elementaren Dingen des Lebens“, so Ern, der heute mit seiner Familie ländlich in Alswede bei Lübbecke lebt, wo er auch ein Atelier betreibt.

Sein „Visavis“-Kunstwerk auf der Laga ist Teil eines Kooperationsprojekts des Kunst und Kultur KuK SOL Vereins und der Gemeinden Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Glandorf und Hilter.


Die „Lichtung der Bildhauer“

Für die Gestaltung dieser Station der Landesgartenschau in Bad Iburg haben sich der Verein Kunst und Kultur KuK SOL e.V. und die Städte und Gemeinden der ILE-Region Südliches Osnabrücker Land zusammengetan. Sieben namhafte Künstlerinnen und Künstler fertigen hier insgesamt sechs Skulpturen aus Holz, Stein oder Metall an; dafür haben sie jeweils zwei Wochen Zeit. Besucher der Gartenschau können den Schaffensprozess live miterleben und Fragen stellen – Dialog ist erwünscht! Die nach und nach entstehenden Kunstwerke werden auf der „Lichtung der Bildhauer“ ausgestellt und finden nach Ende der Laga ihren Weg in die sechs Städte und Gemeinden. Dort werden sie dauerhaft als Kunst im öffentlichen Raum ausgestellt.

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