Spezial-Slam auf der Laga Poesie auf Platt in Bad Iburg

Von Markus Strothmann

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Iburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Gerda Zirbes aus Lengerich sicherte sich den ersten Platz beim Poetry Slam auf der Landesgartenschau. Inhaltlich war wie immer alles erlaubt, aber eine Sonderregel galt: nur Plattdeutsch. Foto: Markus StrothmannGerda Zirbes aus Lengerich sicherte sich den ersten Platz beim Poetry Slam auf der Landesgartenschau. Inhaltlich war wie immer alles erlaubt, aber eine Sonderregel galt: nur Plattdeutsch. Foto: Markus Strothmann

Bad Iburg. Landesgartenschau, Giro-Live-Bühne, Samstagabend: In Bad Iburg stellten sich sechs Poeten der Jury beim Poetry Slam auf Plattdeutsch. Diese spezielle Variante des Dichterwettstreits lockte trotz Gewitterwarnung rund 150 Zuschauer vor die Bühne.

Wie die Teilnehmer bediente sich auch Moderator Frank Niermann selbstredend des Plattdeutschen. „Als Appetizer“ hatte er vorbereitet: eine Plattversion von Goethes schauriger Ballade Erlkönig. Die gab Niermann souverän zum Besten, bevor es losging mit dem eigentlichen Slam. In der Ferne blitzte das vorbeiziehende Gewitter, und ein bisschen Regen kam zwar auch runter in Bad Iburg, aber die finster dräuenden Wolken behielten den Großteil ihrer Fracht bei sich.

Christa Hagedorn aus Glane machte den Anfang mit einem Gedicht über ihre Schulzeit, inklusive kleinem Seitenhieb auf spätere Weichei-Generationen: „Uns holte keiner mit dem Auto ab.“ Gerda Zirbes aus Lengerich beschrieb humorvoll ihre persönliche, geistige Annäherung an das Phänomen „Poetry Slam“ an sich – vom anfänglichen „Wat is dat denn?“ bis zu wachsender Einsicht ins Wie und Warum des Dichterwettstreits. Im zweiten Text verdeutlichte Zirbes den eigentlichen Nutzen von Aerobic: die Erlangung der Fähigkeit, mit dem Hintern Nüsse knacken zu können. Ob man es dann auch tatsächlich tut, ist natürlich eine andere Frage.

Blutige Räubersage

Mit Finja Upmann stand die einzige minderjährige Teilnehmerin am Mikrofon. Die Zwölfjährige brachte die Geschichte eines Transports von Geld aus Rinder- und Schweine-Geschäften durch einen listigen Bauern, auf Platt und sehr souverän. Es folgten Hedwig Brinkmann aus Glane, Renate Berger aus Bohmte und Ulrich Gövert aus Eggermühlen. Vor allem Renate Berger fesselte die Zuhörer mit der blutigen „Sage vom Mordkuhlenberg“, einer Räubergeschichte, die in den Dammer Bergen spielt. Im Verlauf der Geschichte kommen zahlreiche Personen auf gewaltvolle Weise ums Leben. Moderator Frank Niermann hinterher launig: „Auch schön! Mal was anderes.“

Die vierköpfige Jury beriet sich, und schon ging es an die Siegerehrung. Den ersten Platz sicherte sich Gerda Zirbes mit ihren Reflektionen über Poetry Slam an sich und Nussknacker-Hintern. Da war die Freude groß, zumal der Sieg dotiert war mit einem Eisdielengutschein für zwei. Den wird die Gewinnerin zwar an diesem Abend nicht mehr eingelöst haben, da es schon rapide schattiger wurde, aber in den kommenden Tagen dürfte das Wetter wieder günstig sein für Eiskonsum.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN