Das sich spiegelnde Blatt im See Bad Iburger Künstler Axel Buschmann ist auf der Laga kreativ

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Bad Iburg. Für den Künstler Axel Buschmann ist es ein Heimspiel: Der gebürtige Bad Iburger kennt den dortigen Waldkurpark von Kindesbeinen an. Vom 16. bis 30. Mai erstellte er in eben diesem Park, der aktuell Teil der Landesgartenschau ist, auf der „Lichtung der Bildhauer“ eine Skulptur in Form eines Ahornblatts.

Damit bereicherte Axel Buschmann als zweiter von insgesamt sieben Künstlern ein Kooperationsprojekt des Kunst und Kultur KuK SOL Vereins und der Gemeinden Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Glandorf und Hilter. Bei diesem Projekt übernehmen die Künstler eine Patenschaft für jeweils eine der Gemeinden und entwerfen eine zur Stadt oder Gemeinde passende Skulptur. Die Laga-Besucher haben auf der „Lichtung der Bildhauer“ die Möglichkeit ihnen dabei über die Schulter zu schauen und detaillierte Informationen zum Hintergrund des jeweiligen Werks zu erfahren.

Buschmanns Idee basiert auf dem hundert Kilometer langen Ahornweg

Buschmanns Idee zum Ahornblatt basiert auf dem hundert Kilometer langen Ahornweg, der Bad Iburg mit weiteren Kurorten verbindet. Aus robuster sibirischer Lärche und mit Hilfe einer Handgehrungssäge ließ er auf der Lichtung nach und nach die hölzernen Blattadern entstehen, die er mit Spezialkleber und Rost-resistenten Schrauben zu der markanten Form eines halben Ahornblattes zusammenfügte. Den Prototyp dieser Skulptur hatte er bereits im Vorfeld der Aktion im nahegelegenen See installiert. Dort ist das Objekt aufgrund der Wasserspiegelung als ganzes Ahornblatt zu sehen. „Mit dem Schlauchboot habe ich die Skulptur in die 1,20 Meter tiefe Seemitte gezogen. Sie steht auf einem, für die Laga-Besucher nicht sichtbaren, weil im Wasser liegenden Metallgestell unter dem eingeschnittene Autoreifen verhindern, dass sie zu tief im schlammigen Boden einsinkt“, erklärt Axel Buschmann. Das Blatt auf der Lichtung würde nach Ablauf der Laga archiviert, für den Fall, dass das Blatt im See irgendwann ausgetauscht werden müsse.

Portrait von Che Guevara

Der Bad Iburger Künstler und gelernte Kürschner tobte sich schon als kleiner Junge gerne kreativ aus. Als Achtjähriger begann er zu malen. Besonderer Höhepunkt seiner Jugendzeit seien die Schulferien gewesen, die er bei Tante und Onkel in Bayern, in der Villa des Künstlers Max Beckmann verbrachte. Beckmanns expressionistische Werke hätten ihn fasziniert und früh geprägt. 1968 zeichnete er als Zwölfjähriger das Portrait von Che Guevara. Vorlage war ein Zeitungsfoto des Revolutionärs. „Das heute weltberühmte Portrait, gezeichnet von Guerrillero Heroico, gab es damals noch gar nicht“, berichtet Axel Buschmann nicht ohne Stolz.

Die Portraitmalerei gehöre bis heute zu einer seiner liebsten künstlerischen Ausdrucksweisen. So können Laga-Besucher auf der Lichtung der Bildhauer neben dem Ahornblatt ein mystisches Portrait einer Frau mit Gesichstbemalung bewundern, sowie seine Objektkunst „Die heilige Hochzeit“, die am Seeufer aufgestellt ist. Beide Werke seien angelehnt an die Ursprünglichkeit der Druiden und Priesetrinnen der Jungsteinzeit-Kelten in Westeuropa.


Die „Lichtung der Bildhauer“

Die Landesgartenschau in Bad Iburg bietet den Rahmen für ein Kooperationsprojekt besonderer Art. Der Verein Kunst und Kultur KuK SOL und die Städte und Gemeinden der ILE-Region Südliches Osnabrücker Land (Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Glandorf und Hilter) haben sich zusammengetan, um die „Lichtung der Bildhauer“ ins Leben zu rufen. Sieben namhafte Künstlerinnen und Künstler fertigen hier insgesamt sechs Skulpturen aus Holz, Stein oder Metall an; dafür haben sie jeweils zwei Wochen Zeit. Besucher der Gartenschau können den Schaffensprozess live miterleben und Fragen stellen – Dialog ist erwünscht! Die nach und nach entstehenden Kunstwerke werden auf der „Lichtung der Bildhauer“ ausgestellt und finden nach Ende der Landesgartenschau ihren Weg in die sechs Städte und Gemeinden. Dort werden sie dauerhaft als Kunst im öffentlichen Raum ausgestellt.

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