Ersten Teil eines Laga-Kunstreigens Bad Laers Besonderheiten für die Laga in einer Skulptur vereint

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Bad Iburg. Laga-Besucher aus Bad Laer werden es sofort erkennen: Eine der Holzskulpturen auf der Lichtung der Bildhauer im Waldkurpark stellt typische Merkmale ihres Heimatortes dar. Erschaffen wurde die Skulptur von den Künstlern Margit Rusert aus Georgsmarienhütte und Franz Greife aus Osnabrück.

Als erste der insgesamt sieben am Projekt des Vereins „Kunst und Kultur KuK SOL“ beteiligten Kreativen verwirklichten Rusert und Greife auf der Laga in Bad Iburg ihre Idee für den Ort, für den sie die künstlerische Patenschaft übernommen haben. „Unser Thema ,Behausung´ soll örtliche Besonderheiten Bad Laers darstellen“, erklärt Margit Rusert. Sie umkreist die rund drei Meter hohe Holzskulptur und beschreibt: „Kernstück ist der Bad Laerer Kirch- und Wehrturm mit seltenem Stufengiebel. Drumherum befinden sich die Häuser, die sich im Schutz des Turms angesiedelt haben“.

Eingeritzte 1000

Fragend deutet ein Laga-Besucher auf die eingeritzte Zahl 1000 und erfährt von der Künstlerin, dass die Ziffer zum einen für das Alter des Kirchturms stünde, zum anderen an die Auswanderungswelle im 19. Jahrhundert erinnere, in der 1000 Menschen Bad Laer verließen. Ein weiteres Detail, das ebenfalls auf eine historische Begebenheit des Kurortes im südlichen Landkreis Osnabrücks hinweist, ist eine an der Skulptur empor schlängelnde Feuersbrunst, die an frühere Brände erinnere, die in Bad Laer wüteten. Und auch das Element Wasser, sowie die für den Kurort typische Sole finden sich im Kunstwerk wieder.

Ortsbegehung unter Regie der Bad Laerer Verwaltung

„Ich kannte vorher nur Bad Laers Schwimmbad und den Kurpark“, gibt Margit Rusert zu. Das änderte sich nach der Ortsbegehung die sie unter Regie der Bad Laerer Verwaltung zu Beginn dieses Kunstprojekts unternahm. Als sie dann in der Zeit vom 18. bis 30. April auf der Lichtung der Bildhauer an ihrem Werk arbeitete, war sie diejenige, die den Zuschauern dort so einiges über Bad Laer erzählen konnte.

Entstehungsprozess der Skulpturen mitverfolgen

Besucher können auf der Lichtung der Bildhauer den Entstehungsprozess der Skulpturen mitverfolgen. So sahen sie Ende April wie Margit Rusert und ihr Künstler-Kollege Greife auf erhöhten Plattformen standen, um den bereits aufgerichteten Eichenstamm vom Hof Spiegelburg aus Osnabrück mit Kettensägen zu bearbeiten. Anschließend verpassten sie der Skulptur mit Beitel und Klüpfel eine spezielle Oberflächenstruktur. „Für mich war es eine Zeit, die sehr viel Spaß gemacht hat und sehr inspirierend und harmonisch war“, schwärmt Margit Rusert über die Zusammenarbeit mit Holzbildhauer Franz Greife. Es habe ihr gefallen mal in ganz anderem Rahmen künstlerisch tätig zu sein. „Meistens arbeite ich in meinem Atelier das in der Innenstadt Osnabrücks liegt und wo ich Verkehrslärm anstatt Vogelzwitschern wie hier im Wald höre“. Auch thematisch sei die an Bad Laers Historie und Architektur angelehnte Laga-Skulptur für sie ein Szenen-Wechsel. Einer von Margit Ruserts Schwerpunkten sei sonst die Frottage-Technik bei der sie Ansichten aus Printmedien oder eigenen Bildern auf Holz, Leinwand und Papier überträgt. Dabei beschäftigt sie sich in ihrer Kunst mit der Darstellung von Frauen in den Bild-Medien, sowie dem Einfluss der Medien auf die Darstellung der Realität. 

Ateliergemeinschaft „Atelier-m82“

Seit 2005 arbeitet Margit Rusert, die in Osnabrück Kunstpädagogik studierte, als freischaffende Künstlerin. Sie ist Mitglied der Ateliergemeinschaft „Atelier-m82“ in den Martinihöfen Osnabrück. Dort erstellt sie Installationen und Künstlerbücher, ist Bildhauerin und Malerin. Am 23. September öffnet sie, bei der „Langen Nacht der Ateliers“, die sich in diesem Jahr dem Thema „Raum“ widmen, die Pforten und zeigt ihre aktuellen Arbeiten. „Dabei dreht sich bei mir alles um den Raum im Kopf, der viele Freiheiten zulässt“.


Die Lichtung der Bildhauer

Die Landesgartenschau in Bad Iburg bietet den Rahmen für ein Kooperationsprojekt besonderer Art: Der Verein Kunst und Kultur KuK SOL und die Städte und Gemeinden der ILE-Region Südliches Osnabrücker Land (Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Glandorf und Hilter) haben sich zusammengetan, um die „Lichtung der Bildhauer“ ins Leben zu rufen. Sieben namhafte Künstlerinnen und Künstler fertigen hier insgesamt sechs Skulpturen aus Holz, Stein oder Metall an; dafür haben sie jeweils zwei Wochen Zeit. Besucher der Gartenschau können den Schaffensprozess live miterleben und Fragen stellen – Dialog ist erwünscht! Die nach und nach entstehenden Kunstwerke werden auf der „Lichtung der Bildhauer“ ausgestellt und finden nach Ende der Landesgartenschau ihren Weg in die sechs Städte und Gemeinden. Dort werden sie dauerhaft als Kunst im öffentlichen Raum zu sehen sein.

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