LaGa in Bad Iburg Schiffsmodell im ruhigen Fahrwasser des Charlottensees

Von Michael Luttmer

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Iburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Iburg. Modellschiffe, von einem Anlegesteg am Charlottensee zu Wasser gelassen, haben am Samstag Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Technische Daten, Bauzeiten und Anekdoten über seine maritimen Lieblinge erfuhren Interessierte von Schiffsbauer Erhard anlässlich des Kindertags auf der Landesgartenschau.

Routiniert bugsierte der Schiffsbauer Erhard, die MS-Prins-Maurits in den Hafen. Wenige Minuten zuvor von dort abgelegt, drehte der Frachter aus Rotterdam zunächst ein paar Runden und warf – auf „hohem Charlottensee“ – Anker. Von ausschweifenden Blicken von Land aus bewundert, entschloss sich die Crew des schwimmenden Kolosses aber dann aber doch zur Rückkehr und lief schließlich in heimatliche Gefilde ein. „Wenn man bedenkt, dass dieses Planmodell im Maßstab 1:50 nachgebaut ist, eine Bauzeit von etwa drei Jahren hatte und auch heute noch seetüchtig ist, dann kann man nur staunen“, sagte Erhard, der seinen Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte, einem interessierten Publikum.

Entspannt auf dem Charlottensee

Zu technischen und allgemeinen Daten des Frachters befragt, antwortete der schelmisch-lächelnde Pensionär im Unruhestand, dass es als Modell 32 Kilo wiege, etwas länger als zwei Meter sei und nach Plänen gebaut worden sei. In Originalgröße sei der Frachter, der in den sechziger Jahren unter holländischer Flagge segelte, natürlich wesentlich schwerer und größer. Ausreichend motorisiert und im Bug mit Gewichten beschwert, brauche es aber auch in seiner Minivariante den Vergleich mit anderen ähnlich-motorisierten Booten nicht zu scheuen, sagte er. Sinn und Zweck seiner regelmäßigen Ausflugsfahrten zu Wasser sei allerdings weniger der Wettbewerbsgedanke, sondern eher „entspanntes Dahingleiten in Schrittgeschwindigkeit“ auf ruhiger See.

Mit Liebe zum Detail

Nicht nur die MS-Prins-Maurits stand an diesem Mittag im Mittelpunkt allgemeinen Interesses, sondern auch noch drei weitere Modelle aus der Sammlung des Pensionärs: so auch Schiffe namens „Greifswald“ und „Rostock“, die in DDR-Werften an der Ostsee gebaut worden waren und für den Handel mit sozialistischen Bruderländern auf Reisen geschickt wurden. Mit Liebe zum Detail hat sich Erhard auch hier ans Werk gemacht und die einst stolzen Giganten der staatseigenen DDR-Flotte im Kleinformat wieder auferstehen lassen. Zwar nehmen sie sich im Vergleich zum „großen Holländer“ in Größe und Gewicht bescheidener aus, glänzen dafür nach Erhards Angaben aber mit detailgetreuen Nachbildungen an Bord, die auch für Laien auf den ersten Blick erkennbar sind. Und so erkennbar-leidenschaftlich, wie Erhard sich für seine Passion Modellbau auf der Landesgartenschau erwärmte, warb er auch für Ausflugsfahrten des Schiffsmodellbauclubs Georgsmarienhütte (SMC), die an jedem ersten Samstag im Monat am Charlottensee stattfinden. Das nächste Treffen des SMC ist am Samstag, 4. August, am späten Vormittag.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN