Jubiläum 10 Jahre Senegalhilfe Iburger schlagen „Brücke der Humanität“ in den Senegal

Von Stefan Buchholz


Bad Iburg. Jubiläum mit diplomatischen Ehren: Zum zehnjährigen Bestehen der Aktion Senegalhilfe reiste eigens auch der Botschafter des westafrikanischen Landes nach Bad Iburg. Die aus einer spontanen Hilfsgeste entstandene Entwicklungs-Zusammenarbeit hat in Senegal bislang mit rund 200000 Euro helfen können.

Aber am Anfang stand nicht Geld, sondern ganz pragmatische Hilfe: 2008, quasi zum Auftakt, schickte Helmut Buschmeyer einen Satz Trikots und Fußbälle in Richtung Sengal. Gebeten hatte darum der in Deutschland lebende Senegalese Abbasse So. Er hatte Helmut Buschmeyer zufällig auf dem Fußballplatz getroffen. Der langjährige Fußballfunktionär Buschmeyer sagte nicht nein und stielte den Trikot- und Balltransfer ein.

Dauerhafter Transfer

Mittlerweile hat sich die Hilfe zu einem dauerhaften Entwicklungstransfer mit den Schwerpunkten Gesundheit und Bildung ausgeweitet. Fördergelder flossen neben vielen Einzelspendern bereits von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Bingo-Umweltlotterie. Seit 2015 sind die Hilfen vor Ort im Caritas-Stiftungsfonds „Menschen in Not im Senegal“ eingebettet. Der Fonds hat aktuell ein Stiftungskapital von 16400 Euro. Neben dem Beirat werben etwa auch 13 regionale Botschafter aus der Politik und Wirtschaft für den Stiftungsfonds.

Waschechter Diplomat

Und auch ein waschechter Diplomat kennt die Senegalhilfe aus Bad Iburg, nennt Helmut Buschmeyer sogar seinen Bruder. „Ich bin heute an einem vertrauten Ort, weil ich viele bekannte Gesichter sehe, sagte Momar Gueye, der Botschafter Senegals in Berlin. Die Aktion Senegalhilfe sei eine „Brücke der Humanität“, lobte der Diplomat.

Mehrfach dankte Botschafter Gueye besonders Helmut Buschmeyer. Die Verbindung zwischen den vielen Menschen in Senegal und Deutschland sei intakt. „Ich kann heute sagen: Ich bin ein Bad Iburger.“ Damit hatte der Botschafter einen Satz aus der Festrede von Buschmeyer aufgegriffen, in der in Abwandlung des berühmten Kennedy-Zitates Buschmeyer zuvor bekannte: „Ich bin ein Senegalese“.

Dank an die vielen Unterstützer

Buschmeyer dankte ebenso den vielen Unterstützern und dem katholischen Wohlfahrtsverband für die Unterstützung der vielfachen Hilfsaktionen. Eine Caritas-Organisation in Senegal ist bei der Hilfe auch mit vor Ort eingebunden.

Buschmeyer zitierte zudem ein senegalesisches Sprichwort: „Das beste Heilmittel des Menschen ist der Mensch“. Daher sei er besonders stolz auf mittlerweile 73 Patenschaften, die Menschen in der Region für monatlich zehn Euro übernommen. „Ich spüre immer wieder Freude, wenn ich im Senegal erlebe, wie stolz und glücklich die Menschen sind, wenn sie sagen können: Wir haben Freunde in Allemagne.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Ulrich Kupczik erinnerte als stellvertretender Caritasdirektor daran, dass die Senegalhilfe von Anfang an Hilfe zur Selbsthilfe geboten hat. Der Landtagsabgeordnete Martin Bäumer (MdL CDU) wies als Mitglied im Stiftungsbeirat daraufhin, dass die Hilfsgelder nicht durch Verwaltungsaufgaben geschmälert würden.