zuletzt aktualisiert vor

Expansion ins westliche Niedersachsen Helios-Klinik übernimmt Iburger Hausarztpraxis

Von Stefanie Adomeit

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Iburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


sta/pm Bad Iburg. Die Helios Klinik in Lengerich übernimmt eine Bad Iburger Arztpraxis und alle Mitarbeiter. Damit etabliert sich Europas größter privater Klinikkonzern auch im westlichen Niedersachsen.

Die Verträge sind unterschrieben. Zum 1. Juli gehört die Praxis an der Osnabrücker Straße zum Helios-Konzern und wird zu einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ). Der Name: Helios MVZ Bad Iburg. Die ärztliche Leitung hat Internistin Dr. Ingrid Suerbaum. Dr. Brigitta Vesper als Allgemeinärztin und Dr. Paul Hans Suerbaum als Internist und Suchtexperte ergänzen das medizinische Spektrum – wie bisher.

Sie arbeiten künftig als Angestellte. Helios übernimmt alle Mitarbeiter der Praxis. „Wir freuen uns über die Übernahme der internistischen Praxis“, erklärte Frank Mönter, Geschäftsführer der Lengericher Helios-Klinik. Für Bad Iburg sei sie ein gutes Zeichen und ein wichtiger Schritt.

Neu im westlichen Niedersachsen

Aber wohl auch für Helios: Denn mit dem neuen MVZ etabliert sich Europas größter Klinikkonzern auch im Osnabrücker Speckgürtel. Das ist neu. „Klar möchten wir expandieren. Wir sitzen ja hier in einer Grenzregion“, bestätigt Janine Koop, bei Helios in Lengerich für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, auf Anfrage unserer Redaktion. Die Übernahme hätte der Geschäftsführer der Lengericher Klinik „eingetütet“. Unterstützt worden sei er dabei von einem Konzernexperten, der sich speziell um Medizinische Versorgungszentren und Kooperationen kümmert. Insgesamt betreibt Helios nun 90 MVZs in Deutschland.

Ziel dieser Übernahme sei es, dass Netzwerk der Lengericher Klinik zu erweitern: „Durch ein Krankenhaus mit Fachabteilung im Hintergrund werden die Wege kürzer und schneller.“ Auf die Frage, in welchen Fällen ein Helios-MVZ an eine Helios-Klinik überweist, erklärte Koop: „Wenn ein Krankenhaus-Aufenthalt notwendig ist, überweist das Helios-MVZ an die Helios-Klinik, wenn diese die Kernkompetenzen für den Fall hat. Wenn nicht, überweisen wir natürlich an andere Krankenhäuser.“

Vernetzte Kommunikation

Für die Patienten habe die Vernetzung nur Vorteile: „Die Kommunikation zwischen Arzt und Klinik ist viel einfacher. Das MVZ kann in die Krankenakte schauen, die Klinik in den Arztbrief.“ Überweise ein Hausarzt, würden manchmal Wochen bis zu einem Kliniktermin vergehen. „Bei uns ist es so: Das MVZ kann beispielsweise einen MRT-Termin sofort fest buchen.“

Für Helios in Lengerich ist es das vierte MVZ, das die Klinik gründet. In Emsdetten, Ibbenbüren und eben Lengerich machte das Krankenhaus aus drei orthopädischen Praxen MVZs. Ein ungewöhnlicher Schritt? „Nein“, sagt Koop: „Es ist völlig normal, dass Krankenhäuser MVZs gründen.“

Bisher führte das Ehepaar Suerbaum die Bad Iburger Praxis. „Wir sind allen Wegbegleitern der vergangenen Jahre dankbar. Patienten und Mitarbeiter sind uns ans Herz gewachsen, wir freuen uns nun auf die neue Zukunft“, wird Ingrid Suerbaum in der Helios-Mitteilung zitiert. Für ein Gespräch war das Ehepaar Suerbaum am Dienstagvormittag nicht erreichbar.


Arztpraxen sind ein Geschäfsfeld, in dem Helios fortlaufend expandiert. Der Konzern hat in Deutschland 74.000 Mitarbeiter und betreibt 90 Medizinische Versorgungszentren, 111 Kliniken, vier Rehazentren, 17 Präventionszentren und zwölf Pflegeeinrichtungen. 1994 hatte der Gefäßchirurg Dr. Lutz Helmig die Helios Kliniken mit vier Krankenhäusern in Bad Schwartau, Bochum, Volkach und Bleicherode gegründet. 2001 zog sich Helmig aus der Geschäftsführung des mittlerweile auf 20 Kliniken gewachsenen Unternehmens zurück und verkaufte Helios vier Jahre später mit 24 Kliniken an den Gesundheitskonzern Fresenius. Fresenius brachte 2005 die Wittgensteiner Kliniken in den Konzern, 2006 kamen die Klinikgruppe Humaine und 2012 die sechs Akut- und Reha-Kliniken der Damp Kliniken zum Unternehmen. 2014 etnstand mit der Übernahme von 41 Kliniken der Rhön-Gruppe ein bundesweit aufgestellter Klinikträger mit 110 Kliniken. 2017 kam die spanische Klinikgruppe Quirónsalud mit 44 Krankenhäusern hinzu. In dem Jahr erzielte Helios einen Umsatz von 8,7 Milliarden Euro. Der Vorstand des börsennotierten Gesundheitskonzerns Fresenius hat klar definierte Rendite-Erwartungen an seine Kliniken.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN