Ausstellung noch bis Sonntag Oldtimer auf der Landesgartenschau in Bad Iburg

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Bad Iburg. Unter dem Motto „Altes Blech und frische Blüten - Oldtimer auf der Landesgartenschau“ organisierte der Verein Oldtimer IG Osnabrück ein Treffen mitten auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Iburg. Mehrere Vereine sowie Automuseen aus der Region präsentierten ihre Autos und beantworteten die Fragen der interessierten Besucher.

„Oldtimer. Das sind Autos, die mindestens 30 Jahre alt sind“, sagte Vorsitzender des Vereins Oldtimer IG Osnabrück, Jens Riesberg. Alte Schätze und Seltenheiten können die Besucher in Bad Iburg dieses Wochenende entdecken.

So auch Riesbergs Auto, ein Japaner. „Das Auto, ein Toyota Celica, ist sehr selten. Ein Oldtimer, den sich nicht viele hinstellen würden“, so der Vorsitzende. Mit dem Baujahr 1974 und 108 PS sei die technische Ausstattung damals in Japan ein Leckerbissen gewesen, so Riesberg. Ein Bekannter habe ihn in Deutschland erworben und acht Jahre lang restauriert. „Danach wollte er ihn nicht mehr haben und da ich die Restaurierung verfolgt habe, habe ich ihm das Auto abgekauft.“ Das ist nun 18 Jahre her. Seitdem fährt Riesberg seine Seltenheit gerne zu besonderen Anlässen oder Veranstaltungen.

Der Oldtimer Verein aus Osnabrück

Über 80 Mitglieder hat der Osnabrücker Verein, so Riesberg. Jeden ersten Sonntag im Monat treffen sich die Mitglieder mit den Autos am Museum Industriekultur am Piesberg in Osnabrück. „Es ist immer wieder schön, sich austauschen zu können“, sagte Mitglied des Vereins Ralf Köster, der einen Citroën Traction Avant aus der Vorkriegszeit von 1934 besitzt. Er kümmert sich um die technischen Aufgaben der Vereinshomepage.

Das Schrauben an den Autos stehe nicht im Mittelpunkt, sondern eher die Gemeinsamkeit der Leidenschaft und das gesellige Miteinander, so Köster. Die vorherige Interessengemeinschaft des Oldtimer Vereins gebe es schon etwa 20 Jahre. Eingetragen als Verein ist die Oldtimer IG Osnabrück seit einem Jahr, erklärte Vorsitzender Riesberg.

Auf der Landesgartenschau bietet auch der Kiwanis-Club Tecklenburgerland zum Anlass des Oldtimerwochenendes eine Fahrt an. „Gegen eine Spende können die Besucher in einem Oldtimer fahren“, sagte Riesberg. Das Geld werde an bedürftige Kinder in der Region gespendet.

Hochzeiten und Oldtimer-Fotografie

Ein Highlight der Oldtimer-Ausstellung seien die Hochzeitsfahrzeuge. In Zusammenarbeit mit dem Blumenhof Budke aus Osnabrück wurden drei Oldtimer mit frischen Blumengestecken und Schleifen geschmückt. Darunter der Citroën von Ralf Köster. „Er begleitete uns schon auf der Silbernen Hochzeit von mir und meiner Frau und vor Kurzem auch auf der Hochzeit meiner Tochter“, sagte Köster.

Vor drei Jahren erfüllte sich der Oldtimer-Besitzer seinen Traum und kaufte sich den schwarzen „Gangster Citroën“. So wurde der Traction Avant von Citroën damals genannt, erklärte Köster. „Ich habe auch extra einen Geigenkasten auf den Beifahrersitz deponiert. Dort hatten die Verbrecher ihre Pistolen drin.“ Beliebt war das Auto bei den damaligen Gangstern, weil er in den Dreißiger Jahren im Vergleich zu anderen Autos schnell war. „Mit rund 60 PS konnte man mit dem Auto ‚heizen‘“, lachte Köster.

Auch im Alltag ist der Oldtimer bei Familie Köster im Gebrauch. „Ich versuche ihn regelmäßig zu fahren. Nur in der Garage steht der bei mir nicht.“ Die Besucher konnten neben den Oldtimern aber auch deren Abbilder bewundern. Zwei Fotografen, die den Verein Oldtimer IG Osnabrück schon länger begleiten, stellten ihre Fotografien auf der Landesgartenschau aus. Detailaufnahmen der Innenausstattung der Autos oder Oldtimer in Atmosphäre am Piesberg wurden gezeigt.

Picasso auf dem Oldtimer-Wochenende

Eine weiteres Highlight auf der Landesgartenschau war der selbsternannte „Blechpicasso“, alias Werner Pitzer aus Hagen. Er zauberte vor Ort ein handgemaltes rotes Auto auf eine Leinwand, vor einem selbstgewählten Hintergrund mit Wäldern, Straße und tiefstehender roter Sonne. „Ich habe schon mehr als 100 Bilder gemalt“, sagte der „Blechpicasso“, der schon seit über 20 Jahren seine Leidenschaft, Autos zu zeichnen, nachgeht.

„Ich brauche ein Foto des Autos, um die Details exakt nachmalen zu können. Denn jedes Auto ist anders“, sagte er. Pitzer verwende verschiedene Mal-Techniken und verbringe dabei auch mal mehr als 30 Stunden an einem Bild. „Ich fange links oben an und höre rechts unten auf. Wie beim Schreiben“, lachte der „Blechpicasso“. Schon als Kind habe er gut zeichnen können und fing irgendwann an, Comics mit Rennfahrern nachzumalen. Dann habe er versucht die Design-Studien in Automagazinen umzusetzen. „Und irgendwann malte ich die Autos für mehrere Bekannte. So ging das immer weiter.“ Er selbst besitzt auch eigene Oldtimer und Autos, sagte er, malt er nach wie vor am liebsten.

Das Oldtimer-Wochenende findet für interessierte Besucher noch bis Sonntagabend statt.


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