Investor ist interessiert Dirtpark, Busparkplatz, Womo-Platz? Iburg sucht neue Nutzung

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Iburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Iburg. Das ging manchen Ratsmitgliedern zu schnell: Während der Verwaltungsentwurf vorsah, aus dem ehemaligen Dirtpark und jetzigen Busparkplatz der Laga einen Wohnmobilplatz zu machen, wollten die meisten Kommunalpolitiker die Sache bedächtiger angehen.

„Die Verwaltung wird beauftragt, die planungsrechtlichen, finanziellen und konzeptionellen Voraussetzungen für die Einrichtung eines Wohnmobil-Stellplatzes am städtischen Grundstück Offenes Holz nach Ende der Landesgartenschau zu prüfen“: Das wurde schlussendlich im Glaner Schützenhaus bei zwei Enthaltungen einstimmig entschieden.

Der ursprüngliche Beschlussvorschlag zielte darauf ab, die Fläche tatsächlich ab Oktober als Womo-Stellplatz zu nutzen, so, wie es ein Investor plant. Dieser betreibt bereits anderswo Plätze und hat sein Interesse an dem Grundstück bei der Stadt Bad Iburg bekundet. Der Parkraum für die motorisierten Camper sollte mit den nötigen Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten sowie sanitären Anlagen ausgestattet werden. Diesen Beschlussvorschlag hatte der Stadtentwicklungsausschuss mit sechs Ja- und zwei Nein-Stimmen befürwortet.

Während die SPD-Fraktion den Plan, die Fläche im Wald touristisch zu nutzen und die finanzkräftige Gruppe der Wohnmobilisten weiterhin nach Bad Iburg einzuladen, begrüßte, so Nazih Musharbash, kam Kritik aus den Reihen der FDP und WBG. „Wir sind dagegen, das ist völlig überstürzt“, äußerte sich Bernhard Heringhaus. Das Gelände sei mit 10.000 Quadratmeter viel zu groß. Auch habe es einen Wert von mindestens 300.000 Euro, spekulierte der WBG-Politiker.

Ähnliche Gründe bewegten Christian Averdiek von der CDU, den Ursprungsentwurf abzulehnen. Man solle angesichts der finanziellen Haushaltslage Alternativen zu einem Wohnmobil-Platz prüfen und auch an eine Wohnbebauung denken.

Nicole Hölscher (FDP) erklärte, sie sei von Jugendlichen angesprochen worden, weil die Stadt Gesprächstermine abgesagt hätte. „Im Gegenteil, sie wurden nicht angenommen“, erklärte Annette Niermann im Rat und konkretisierte später auf Nachfrage unserer Redaktion, dass fest vereinbarte Termine mit der Stadt leider geplatzt seien. „An mir liegt es nicht. Ich richte mich gerne nach den Jugendlichen.“ Nun soll es im Juli oder August neue Gesprächsangebote geben.

Roland Mohrmann konstatierte: „Die Schüler von damals sind weg, der Dirtpark wurde immer weniger genutzt. Gesprächsangebote wurden nicht angenommen und: Wir brauchen Überlegungen für die Jugendherberge.“ Denn die steht leer und verkommt. Auch mit Blick auf eine mögliche Wieder- oder Umnutzung des Hauses favorisiert die Stadt deshalb eine touristische Nutzung als Wohnmobil-Platz gleich nebenan. Niermann: „Wenn ein möglicher Investor für die Jugendherberge nicht weiß, was mit der Fläche daneben passiert, ist das nicht hilfreich.“ Die Stadt wolle mit dem Beschluss klären, ob dort überhaupt ein Wohnmobil-Platz möglich ist, was angesichts der Nähe zum Kneippwanderweg, dem Baumwipfelpfad, Freibad und Tegelwiese gut passe. Auch Heinz Wallenstein (SPD) fand: „Wir sollten Bad Iburg für diese spannende Zielgruppe interessant machen und den Investor nicht verärgern.“

Hans-Otto Petersmann (FDP), selbst bekennender Wohnmobilist, fand es zwar gut, dass sich Bad Iburg diesem Thema öffnet. Doch hielt er einen Beschluss zur Nutzung für verfrüht.

Die Grünen hätten sich enthalten, wäre es beim Beschlussvorschlag der Verwaltung geblieben, „denn dieser beschließt das Projekt“, meinte Daniel Schneider. Man solle vorher mit den Jugendlichen sprechen: „Wir haben keinen Zeitdruck.“ Die Stadt müsse sich überlegen, was sie selbst dort will. Um diesen Überlegungen Zeit zu geben stellte Schneider den Antrag, den Beschluss so zu ändern, dass er letztlich große Zustimmung fand.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN