Nachhaltige Stadtentwicklung Munter bleiben: Iburger denken an die Zeit nach der Laga

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Munter bleiben: Für Laga-Geschäftsführerin Ursula Stecker und den Vorsitzenden des Laga-Fördervereins Matthias Partetzke ist das die Bad Iburger Zukunft. Foto: André HavergoMunter bleiben: Für Laga-Geschäftsführerin Ursula Stecker und den Vorsitzenden des Laga-Fördervereins Matthias Partetzke ist das die Bad Iburger Zukunft. Foto: André Havergo

Bad Iburg. Vorstandswahlen, Kassenbericht und Co. Klar, das gehört einfach zu einer Jahreshauptversammlung. Bei der des Fördervereins Landesgartenschauin Bad Iburg stand aber ein ganz anderes Thema im Vordergrund. Wie kann die Stadt ihren Laga-Elan erhalten?

„Nach dem Raketenstart muss nun die Nachhaltigkeit gelingen“ hatte Hans-Otto Petersmann in seinem Grußwort als Vertreter von Bürgermeisterin Annette Niermann gefordert. Bei aller Freude über Erfolg und Anerkennung für die geleistete Arbeit spielte der Aspekt, was nach der Landesgartenschau ab Herbst passiert, auch in den Berichten des Vereinsvorsitzenden Matthias Partetzke und der Laga-Geschäftsführerin Ursula Stecker die größte Rolle.

Wie soll sich der Förderverein ausrichten, welche Aufgaben will er künftig übernehmen? Sollten Stadt und Laga-Gesellschaft einverstanden sein, kann sich der Vereinsvorstand einiges vorstellen: Unterstützung bei Unterhalt und Entwicklung der Einrichtungen im Waldkur- und im Kneipperlebnispark, in der Innenstadt und den Ortsteilen, die Einrichtung von Kneippwegen und einem Park der Laga-Zeichen, die Arbeit an eigenen Einrichtungen wie Rosengarten und Pomarium und Hilfe bei der Entwicklung des Gesundheitsstandortes, beispielsweise auf der Tegelwiese. Auch bei der Rezertifizierung des Kneippbades 2020 möchte der Verein Rat und Verwaltung unterstützen, ebenso wie bei der Organisation der Ehrenamtler, die massiv zum Erfolg der Laga beitrügen. „Wir sehen uns als echt starke Interessenvertretung der Iburger“, bekräftigte Partetzke vor vollem Saal im Haus Wiemann-Sander.

Alle an einem Strang

Schließlich würden alle Beteiligten seit Monaten an einem Strang ziehen. Was der Förderverein dafür getan hat, stellte Partetzke vor: Insgesamt über 350.000 Euro hätten Verein und Sponsoren eingesetzt. So steckte der Förderverein allein 45.000 Euro ins Bewegungsband. Vom Projekt „Bad Iburg blüht auf“ mit bunten Beeten an den Ortseingängen, Bänken und Blumenkübeln in der Stadt, über 2000 Laga-Zeichen, das Pomarium mit 118 Apfelbäumen bis zum Bau des Rosengartens und dem Verkehrskonzept reicht die Liste.

Gerade das Verkehrsleitbild liegt dem Verein am Herzen. „Hier gab es einen echten Missstand“, betonte Vorstandsmitglied Hans Tovar. Mühsam habe man dem Rat Geld abgerungen, das zwar nur für eine abgespeckte Version reichte, „wir glauben aber, dass es ein gutes Konzept ist, das weiterentwickelt werden muss“. Stattdessen habe er das Gefühl, dass es jetzt mit der Brechstange nachjustiert werden solle. Dabei sei dem Förderverein klar gewesen, dass die innerstädtischen Geschäfte nicht gleich zur Laga gestürmt würden: „Die Besucher sollen wiederkommen.

„Ihr wisst, wie gut es läuft“, begann Ursula Stecker ihren Beitrag und zollte Fördervereinsmitgliedern und allen anderen Aktiven dafür ein großes Dankeschön. Auch auf ihr Team sei sie stolz: „Alles war punktgenau fertig, alles hat geblüht.“ Sie sei von Anfang an überzeugt gewesen: „Bad Iburg ist wunderschön.“ Nur die Iburger hätten das noch nicht gewusst.

Geschäftsführer gesucht

Mit Blick auf die Post-Laga-Zeit erklärte sie ihren Rückzug aus der Durchführungsgesellschaft. Doch unterstütze sie die Entwicklung Bad Iburgs, wie gewünscht, gerne im Aufsichtsrat. Bleibe die Frage: „Wer wird Geschäftsführer der Laga-Gesellschaft und des Baumwipfelpfades?“ Denn auch das neue Wahrzeichen Iburgs wird bleiben, mindestens 15 Jahre lang. Das Konzept dafür solle bis Ende August stehen.

Gemeinsam mit Stadt, Kreis und Förderverein müsse nun eine gemeinsame Richtung gesucht werden. Ein Ziel: Die Rezertifizierung. „Bis August müssen wir die Bausteine dafür ermitteln“, sagte Stecker. Die Themengärten, die eigentlich laut Vertrag entfernt werden müssen, sollen auf vielfachen Wunsch wenigstens zum Teil erhalten bleiben. Doch: „Sie müssen auch gepflegt werden.“

Man kenne Bad Iburg jetzt: Werbung und Marketing müssten nun dafür sorgen, dass das so bleibt. „Ich hätte nie geglaubt, dass die Iburger anfangen, ihre Stadt zu lieben“, bekannte Ursula Stecker. Das sei nun so. Doch hätten sie vom 100-Meter-Lauf in die Zukunft mal gerade fünf Meter hinter sich: „Die restlichen 95 Meter müssen wir gemeinsam gehen.“

Blumen, Applaus und Tränen

Stecker wurde für ihre Rede wie ihre grandiose geleistete Arbeit mit Blumen und frenetischem Applaus gefeiert, der sich zu stehenden Ovationen steigerte. Die Geschäftsführerin konnte – und wollte – ihre Rührung darüber nicht verstecken. Genauso viel Anerkennung wurde Laga-Pressesprecherin Imma Schmidt zuteil, die ihre Dankesworte dafür nutzte, Skeptikern die Wirkung des Laga-Auftritts auf Facebook nahezubringen. Schließlich sei die Iburger Gartenschau der Spitzenreiter unter Deutschlands Lagas. Und eine Bitte hatte Schmidt an das frühere Dornröschen Bad Iburg und seine Bewohner: „Nicht weiterschlafen.“


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