Stammkunden würden verprellt Iburger Geschäftsleute fordern Aufhebung der Fußgängerzone

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Umsatzeinbruch? Einzelhändler beklagen „höchst unerfreuliche Nebenwirkungen“ der Laga. Foto: Jörn MartensUmsatzeinbruch? Einzelhändler beklagen „höchst unerfreuliche Nebenwirkungen“ der Laga. Foto: Jörn Martens

Bad Iburg. Es rumort hinter den Bad Iburger Schaufenstern und Kassentresen. Von 30 Prozent Umsatzeinbruch ist die Rede, von verprellten Stammkunden und versprochenen Laga-Gästen, die nicht kommen. Aber so richtig aus der Deckung trauen mochte sich bisher niemand. Ðie fröhliche Laga-Stimmung soll nicht getrübt werden.

Doch jetzt werden einige Geschäftsleute aktiv: Nachdem die abschnittsweise Sperrung der Schlossstraße und der Großen Straße inzwischen verkürzt wurde, von 12 bis 18 Uhr auf 14 bis 18 Uhr, beantragt die neue „Übergeordnete Interessengemeinschaft für die Öffnung der Fußgängerzone während der Laga in Bad Iburg“ weitere Lockerungen. Die Gruppe bittet die Kommunalpolitiker persönlich um Unterstützung, „um existenzielle Nöte und weitere künftige Leerstände zu vermeiden“.

23 Gewerbetreibende an der Beckerteichpforte, dem Hagenpatt, der Schlossstraße und der Großen Straße würden ihr Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützen, schreiben Henrik Leue von der Nikolaus-Apotheke und Peter Rudnick von der Boutique Bou Bou. Persönlich äußern möchten sie sich, so Rudnick, vorerst nicht.

In ihrem Brief an den Rat werden die Gegner der Fußgängerzone umso deutlicher: So wunderbar die „schöne und mit viel Aufwand toll organisierte“ Landesgartenschau für die Stadt sei, habe sie höchst unerfreuliche Nebenwirkungen auf den Einzelhandel. „Die Iburger Stammkunden meiden die in der Innenstadt ansässigen Geschäfte.“

Das liege vor allem an der falschen Verkehrsplanung. So seien die Geschäfte meist nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Die Erreichbarkeit sei ein Standortvorteil, der mit der Sperrung aufgegeben worden sei. Die Umsatzzahlen zeigten, dass die Schlossstraße zwar teilweise Zuwächse verzeichne, die Große Straße aber mit starken Rückgängen zu kämpfen habe.

Falsche Argumente

Der Rat hatte die neuen Verkehrsregeln einstimmig befürwortet und folgte damit dem Antrag von Bürgermeisterin Annette Niermann. Grundlage ihres Antrags waren wiederum Anträge der SPD und des Marketingvereins (BIM), Wünsche des Laga-Fördervereins sowie einiger Anlieger von Schlossstraße und Großer Straße. „Zum Antrag der BIM war es keineswegs ohne Widerspruch gekommen“, erklärt die Interessengemeinschaft dazu. Zudem sei er mit „falschen Argumenten zustande gekommen“. Auch sei die Interessenlage der Betroffenen durchaus unterschiedlich.

Die Gegner der Verkehrsberuhigung seien damit beschwichtigt worden, dass die Fußgängerzone nur ein vierwöchiger Test sein sollte. Davon sei nun keine Rede mehr. „Die Kritiker fühlen sich hintergangen und beantragen die sofortige Aufhebung der Fußgängerzone für Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag“, beschreibt die IG ihre Gefühlslage.

Das neue Parksystem habe die Kundenfrequenz weiter gesenkt: Folgen seien leere Geschäfte, Umsatzeinbußen, Verluste von Arbeitsplätzen und leere Parkplätze. Im Stadtkern darf aktuell nur 30 Minuten geparkt werden. Deshalb beantragt die IG eine Stunde kostenfreies Parken in ganz Bad Iburg. Diese Regelung komme beispielsweise auch Pflegediensten zugute, die oft länger als 30 Minuten im Einsatz seien.

Kritik übt die Interessengemeinschaft auch an den Standorten der Fahrradstellplätze. Diese hätten die Anzahl der Parkplätze weiter verringert. Auch hier wünschen sich die Geschäftsleute eine Änderung.


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