Abendticket bei der Laga kein Thema Geschäftsführung setzt bei Eintrittspreisen auf klares Konzept

Von Wolfgang Elbers

Der Baumwipfelpfad ist einer der Besuchermagneten auf der Laga. Foto: Imma SchmidtDer Baumwipfelpfad ist einer der Besuchermagneten auf der Laga. Foto: Imma Schmidt

Bad Iburg. Die Geschenkidee, jemandem mit einer Karte für die Landesgartenschau eine Freude zu machen, kann auch mal etwas teurer kommen als gedacht: Denn statt 18,50 Euro wie an der Laga-Eintrittskasse oder bei der Stadt Bad Iburg sind an anderen Stellen zusätzlich bis zu zwei Euro Vorverkaufsgebühr fällig – also insgesamt mehr als 20 Euro. Fest steht: Auch in den Sommermonaten wird es kein günstigeres Laga-Abendticket geben.

Landesgartenschau-Geschäftsführerin Ursula Stecker zu den möglichen zusätzlichen Ticket-Kosten: „Der Preisunterschied zu den Vorverkaufsstellen entsteht durch die sogenannten Gebühren. Da wir hier das Verkaufsnetz des Ticketdienstleisters verwenden, in dem zum Beispiel auch Konzerttickets vertrieben werden, fällt diese Gebühr als Provision für die Verkaufsstelle an.“

Die Preisdifferenz zum Ticketpreis von 18,50 Euro gehe komplett an die Vorverkaufsstelle für den Service. Stecker: „Auf unserer Homepage findet sich auch extra ein Hinweis auf mögliche Vorverkaufsgebühren. An den Gartenschaukassen kann jeder aber Tickets zum Verschenken ohne Zusatzgebühr kaufen.“

Stecker: Einfache Eintrittspreisstruktur

Im Gegensatz zu anderen Gartenschauen ist es in Bad Iburg möglich, deutschlandweit – auch unabhängig vom Onlinekauf – Tagestickets im Vorverkauf zu erwerben. Jedoch hat die Laga nach Auskunft der Geschäftsleitung nicht den Spielraum, die Kosten für diesen Service zu übernehmen.

Die Laga-Geschäftsführerin: „Diese Gebühr wird auch üblicherweise vom Endkunden getragen. Da aber bei Konzerttickets normalerweise kein Bruttoticketpreis aufgeführt ist, entgeht dem Kunden hier dieser Aufschlag, der bei Konzerten in der Regel als Vergünstigung gegenüber der Abendkasse vermittelt wird. Da wir hier bei der Laga selber als Veranstalter diese Tickets verkaufen und hier auch einen Preis von 18,50 Euro festgelegt und kommuniziert haben, fällt diese Gebühr überhaupt erst auf.“

Bis nach 21.30 Uhr sind bei dem sommerlichen Wetter derzeit die Besucher auf dem Gartenschau-Gelände. Ein günstigeres Abendticket ist aber nicht im Angebot. Geschäftsführerin Stecker: „Wir haben uns im Vorfeld dagegen entschieden und setzen auf eine klare, einfach nachzuvollziehende Struktur beim Eintrittspreis, der für uns als Veranstalter immer 18.50 Euro beträgt.“ Die Verweildauer für jemanden, der nachmittags ein Ticket kaufe und alle unsere Angebote bis zum Dunkelwerden nutzen könne, sei zumeist ähnlich lang wie bei jemandem der morgens ein Ticket erwerbe und gegen 15 Uhr wieder fahre.

Für Pressesprecherin Imma Schmidt, die zum vierten Mal in dieser Funktion bei einer Gartenschau im Einsatz ist, hat sich das Ticket-System bisher „glänzend“ bewährt: „Wir haben bisher keinerlei Probleme gehabt.“

Im Vergleich mit anderen Landesgartenschauen bewegt sich die Bad Iburger Laga nach ihren Worten mit 18,50 Euro beim Eintrittspreis zwar im Spitzenbereich, aber dafür sei der Baumwipfelpfad auch im Preis enthalten und Kinder bis 17 Jahren hätten freien Eintritt. Imma Schmidt: „Kinder – oder gar Enkel - müssen bei anderen Lagas einen gesonderten Eintritt zahlen, auch in Begleitung der Eltern oder Großeltern. Andere Orte erheben zudem für solche Attraktionen wie den Wipfelpfad oft einen Extra-Betrag – die Bad Iburger Laga nicht. Unser Ticket ist sozusagen wie ein Familienticket.“

Stress wegen Begleiterkarten

Für Diskussionen bei auf dem Laga-Gelände auftretenden Amateurensembles wie Chören oder Kindergruppen sorgt die Regelung, dass nur die „notwendigen Begleiter“ eine „Akteurskarte“ erhalten. Alle anderen zum Umfeld gehörenden Personen wie Eltern, Geschwister oder Partner, die den Auftritt sehen wollen, müssen den normalen Eintrittspreis entrichten. Die Laga-Pressesprecherin: „Anders wäre eine Begrenzung nicht händelbar. Wo wollen Sie die Grenze ziehen?“

Außerdem könnten die Begleiter nach dem Auftritt noch die Landesgartenschau besuchen und das Gelände erleben. Auch bei anderen Veranstaltungen sei es keineswegs immer so geregelt, dass das jeweilige Umfeld umsonst oder vergünstigt ein Konzert oder eine Aufführung besuchen könne.


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