Europatag in Bad Iburg Schüler für Europa-Arbeiten ausgezeichnet

Schüler von drei Schulen der Region wurden anlässlich des Europatages in Bad Iburg geehrt. Foto: Stefan BuchholzSchüler von drei Schulen der Region wurden anlässlich des Europatages in Bad Iburg geehrt. Foto: Stefan Buchholz

Bad Iburg. Wie nötig ist ein militärisch wehrfähiges Europa? Und worauf baut der Kontinent eigentlich auf? Um diese beiden Fragen mit durchaus unterschiedlichen Antworten ging es beim diesjährigen Europatag. Gastgeber war diesmal die derzeit lichtdurchflutete Landesgartenschau. Drei Geldpreise stiftete der Verein Europa-Union für Arbeiten von Schülern aus der Region.

Die Schülern hatten sich am 65. Europäischen Wettbewerb beteiligt, der diesmal unter dem Motto: „Denk mal. Worauf baut Europa?“ stand.

Der erste Preis mit 500 Euro ging an die Berufsbildende Schulen am Westerberg in Osnabrück. Dort hatte sich die 12. Klasse der Fachoberschule Ernährung mit dem Thema Produktvielfalt macht stark beschäftigt. Zwei Schülerinnen, Jana Berens und Jessica Pilz, hatten dazu einen Film mit jüngeren Schülern der Regebogen-Grundschule in Georgsmarienhütte gedreht.

Inhaltlich geht es in dem dreiminütigen Streifen darum, dass ein Brot erst durch verschiedene (europäische) Zutaten wie Butter, Belag und Aufstriche an vielfältigen Geschmacksnuancen gewinne.

Mit dem zweiten Platz (300 Euro) wurde ein laufendes Vorhaben von Schülern der Osnabrücker Ursulaschule gewürdigt. Sie versuchen unter dem Titel Gesichter meiner Stadt das multikulturelle und multinationale Leben in Osnabrück abzubilden. Dabei werden Ausländer porträtiert und es erfolgen Recherchen zu ihren Herkunftsländern.

200 Euro erhielt die Oberschule Hagen. Initiiert durch den dortigen Geschichtslehrer Marcus Sprick, engagieren sich Schüler seit Jahren bei der Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. „Das ist nicht immer ganz spaßig, weil man sich manchmal dabei auch Sprüche anhören muss“, berichtete Bürgermeisterin Annette Niermann bei der Würdigung aus eigenen Erfahrungen in Schülerzeiten.

Insgesamt 3000 Euro hatten die Schüler zuletzt gesammelt. Mit dem Preisgeld will Sprick mit seinen Schülern demnächst eine Fahrt nach Olsztyn, dem polnischen Partnerkreis des Osnabrücker Landkreises. „Dort wollen wir uns um eine verfallene Kriegsgräberstätte in Tannenberg kümmern“, so Sprick.

Da die Referentin des Vortrages „Muss sich Europa Muskeln wachsen lassen?“ kurzfristig erkrankt war, übernahm Alexander Hesselbarth (Reservistenverband) eine Zusammenfassung. Er schilderte die verschiedenen Bemühungen Europas, trotz Eingebundenheit in die NATO immer mehr zu verbindlicheren Strukturen geführt hätten.

In einem kurzen Podiumsgespräch hakte Michael Steinkamp (Europe direct) auch bei der Redakteurin Marion Trimborn (NOZ) nach. Eine gemeinsame europäische Verteidigungspolitik sei schwierig, meinte Trimborn. In Paris meine man etwa, im Konfliktfall könnte Frankreich den militärischen Part übernehmen, während die Deutschen diese Einsätze zahlen sollten.  

Hintergrund des Europatages ist die Erklärung des einstigen französischen Außenministers Robert Schuman vom 9. Mai 1950. Schuman schlug damals die Gründung einer Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) vor. Mit dieser Montanunion wurde die Grundlage der EU gelegt.

Den Europatag hatten die Europa-Union Deutschland, Kreisverband Osnabrück Stadt und Land e.V. und das Europe Direct Informationszentrum in Zusammenarbeit mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V., Kreisgruppe Osnabrück organisiert.


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