Aktionen für Kinder AG Behindertenhilfe bietet inklusiven Tag auf Laga Bad Iburg

Von Sina-Christin Wilk


siwi Bad Iburg. Seit 1992 wird jährlich am 5. Mai der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung begangen. Ähnlich lange schon veranstalten die Einrichtungen der Behindertenhilfe in Stadt und Landkreis Osnabrück einen inklusiven Aktionstag für Kinder. Das Motto 2018: Kinder einer Welt – Teilhabe Ma(h)l anders.

Ausgelassene Kinder inmitten der bunten Blütenpracht – einige verschafften sich bei strahlendem Sonnenschein Abkühlung in den Wasserspielen –, Musik und Tanz auf der GiroLiveBühne. Wer am 8. Mai das sonst eher still anmutende Gelände der Laga in Bad Iburg betrat, mag wohl überrascht gewesen sein. Die Kindereinrichtungen der Arbeitsgemeinschaft (AWO Kinder, Jugend und Familie; Caritasverband der Diözese Osnabrück, Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO) und Verein für heilpädagogische Hilfe Bad Rothenfelde) organisierten ein vielfältiges Workshop-Programm.

Gute Resonanz

Ziel der Veranstaltung sei die Verständigung untereinander, dass Inklusion eine Selbstverständlichkeit sein müsse: „Inklusion von Anfang an“, so Silke Schawe, Marketingleiterin der HHO. Unter den 320 angemeldeten Kindern befanden sich 161 ohne Behinderung. Von 10 bis 13 Uhr wurde gemeinsam getanzt, gebastelt und gespielt. „Wir freuen uns über die gute Resonanz aus den Regeleinrichtungen“, sagte Schawe zufrieden. Mehr aus Bad Iburg im Netz

Als besonderes Highlight war ein Mini-Gebärdenkurs besonders gefragt. Kati Ender, selbst gehörlos und als Mitarbeiterin der HHO für unterstützende Kommunikation verantwortlich, brachte in halbstündigen Kursen das Sprechen ohne Worte näher. Die kleinen Kursteilnehmer machten eifrig mit und konnten alsbald in ausladenden Gesten zahlreiche Tiere benennen. Kim Rittinghaus, Leiterin vom Montessorihaus und dem Familienzentrum Neuenkirchen, meldete ihre Gruppe aus Vorschulkindern an. Ihre Einrichtung besuchen auch gehörlose Kinder und Krippenkinder. Unterstützende Gesten, Piktogramme und Bilder kommen daher bereits jetzt für eine vereinfachte Kommunikation zum Einsatz. „Man muss nicht alles benennen, man kann es auch sehen“, so Rittinghaus.

„Mit Augenmaß“

Um den integrativen Gedanken voranzutreiben, sind Einrichtungen und Entscheider auf kommunaler Ebene eng vernetzt. Obwohl langfristig angelegt und verwaltungsintensiv, sei „Inklusion mit Augenmaß“ angestrebt, so Günter Sandfort, CDU-Fraktion Osnabrück und stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses. Aktuell sei beispielsweise ein inklusiver Stadtplan für barrierefreie Aufenthalte in Osnabrück geplant. Jutta Olbricht, Vertreterin der SPD im Sozialausschuss des Landkreises, ergänzte: Positive Belege für gelebte Inklusion böten die zunehmende Anzahl an Inklusionsfirmen, die Menschen mit Handicap in gewöhnliche Vertragsverhältnisse übernehmen, und die zumeist unkomplizierte Zuweisung von Schülern mit Behinderung in entsprechend ausgestattete Schulen.