Landschaftsgärtnercup 2018 Vom Entwurf zum Gewerk bei der Laga in Bad Iburg

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Bad Iburg. Wettkampfatmosphäre auf der Landesgartenschau: An zwei Tagen maßen sich 40 Auszubildende miteinander beim Landschaftsgärtner-Cup 2018. Spannend war der Berufswettbewerb nicht nur für die Teilnehmer, auch die Laga-Besucher konnten mitverfolgen, wie der Nachwuchs die kniffligen Aufgaben meisterte.

Es hatte ein bisschen was von Wetten dass…? Ein Bagger, ein Turm aus Steinen, zwei junge Männer, die sich gegenseitig Kommandos zurufen – und dabei ständig die Zeit im Nacken haben. Bei der Geschicklichkeitsprüfung des Wettbewerbs mussten die Teilnehmer mit dem Minibagger einen Turm aus Granitpalisaden aufschichten. Nichts durfte von Hand verbessert werden, kein Stein durfte herunterfallen.

Zweifelsfälle der Botanik

Gleich nebenan ging es um einen anderen Aspekt des Berufes: Neben der Geschicklichkeit im Umgang mit Baumaterial und schwerem Gerät muss ein Landschaftsgärtner natürlich auch über botanische Expertise verfügen und die war beim Pflanzenparcours in den Themengärten gefragt. David Kursawe und Felix Rose von der Firma Kretschmer in Langenhagen fiel es leicht, die Eibe als Taxus und die Kiefer als Pinus zu benennen. Aber wie war noch gleich der botanische Name für das Tränenende Herz?

Für Sonne und Schatten

Dann doch lieber wieder zum Bau und zum Entwurf. Am Computer setzten die Nachwuchskräfte eine Planungssoftware ein, mit der sie nach Herzenslust Stauden, Gehölze, Wasserbecken, Terrassenflächen und Wege kombinieren konnten. Hier kam es auf Kreativität und Teamgeist an. Damit der Entwurf in seiner Ausführung aber auch ordentlich wird, vermisst der Garten- und Landschaftsbauer das Areal, bevor er es gestaltet. Vor dem Gartenschau-Publikum machten sich die Auszubildenden daran, zugewiesene Bereiche mithilfe von Schnurgerüsten zu vermessen und auszuwinkeln, bevor es an die Hauptaufgabe des Wettbewerbs ging: das Gewerk. Dabei mussten die Teilnehmer in Zweierteams innerhalb von nur fünf Stunden auf einer Fläche von neun Quadratmetern einen vollständigen kleinen Garten nach vorgegebenem Plan gestalten – mit einer Begrenzung aus Kleinpflaster, einem Hochbeet mit Palisaden-Einfassung, mit verschiedenen Vegetationsflächen im sonnigen, schattigen und halbschattigen Bereich, einer Rasenfläche, kurzum: mit allem Pipapo. „Bei der Bewertung“, so erläutert es Thorsten Riedebusch von der Firma Kreye in Ganderkesee, der sich beim Gang von Team zu Team immer wieder Notizen auf seinem Klemmbrett machte, „zählt nicht nur das Ergebnis, sondern auch ob auf Arbeitssicherheit geachtet wurde, ob die Werkzeuge richtig eingesetzt wurden, ob die Zeiteinteilung passte und ob der Teamgeist stimmte.“

Spürbare Anspannung

Zwar hatten die Teilnehmer den Plan hierfür bereits zwei Wochen zuvor vom Veranstalter, dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Niedersachsen- Bremen (VGL), erhalten und im Betrieb unter Anleitung von Meister und Kollegen wohl auch bereits einmal nachgebaut, dennoch war allen Teilnehmern in der Wettbewerbssituation die Anspannung deutlich anzumerken. Und bestimmt fiel dem einen oder anderen am Ende der beiden Tage dann zwar keine Palisade vom Bagger, aber doch ein Stein vom Herzen.

Den Landschaftsgärtnercup 2018 gewonnen haben Henry Feldmann und Dennis Hülsmann von Meyer zu Hörste Garten- und Landschaftsbau in Bad Rothenfelde. Auf Platz zwei kamen Malte von Bachmann von Brockmeyer Gärten in Melle und Malte Kramme von Rodefeld Gärten in Dissen. Platz drei belegten Moritz Blankemeyer und Marvin Wichmann von Garten- und Landschaftsbau Kreye in Ganderkesee. Rainer Spiering, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Dissen, der die Preise übergab, lobte die Nachwuchskräfte, deren Freude am Gestalten spürbar sei und deren Beruf dem Handwerk Anmut verleihe.


Das Siegerteam des Landesentscheids in Bad Iburg hat sich für den Bundesentscheid des Landschaftsgärtner-Cups bei der Messe GALABAU im September in Nürnberg qualifiziert. Dort geht die Suche nach Deutschlands bestem Landschaftsbau-Nachwuchs-Team weiter, das dann zur World-Skills 2019 nach Kazan, (Russland) fahren wird.

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