Fliegende Körper im Waldkurpark Bauminstallation als Blickfang zur Laga Bad Iburg

Von Rolf Habben

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Bad Iburg. Die Eröffnung der Landesgartenschau in knapp zwei Wochen naht mit Riesenschritten und ist auf der Zielgeraden angekommen. Um eine weitere Attraktion ist das Gelände rund um die Gartenschau jetzt reicher. Das Künstlerpaar Vera Sprengkamp und Klaus Irlenbusch haben jetzt acht verschieden große Kunstobjekte in unterschiedlichen Formen und Farben in ausgewählten Bäumen im Waldkurpark entlang des Uferweges der Kurparkseen installiert.

Die Objekte an den Stämmen und in den Baumkronen sind ein bunter Blickfang, halten und lenken das Auge zugleich und sollen eine gedankliche und emotionale Verbindung zwischen dem Betrachter und der Natur entstehen lassen. „Dabei stellt sich für uns jedoch die Frage, ob wir Menschen mittlerweile solcherlei Eye-Catcher benötigen, um den Wald mit seiner Vielfalt wahrzunehmen“, gibt Sprengkamp zu bedenken.

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Statussymbol

Als besonders schwierig erwies sich für Irlenbusch und Holger Peglow auf der Arbeitsbühne ihres Hubsteigers die Installation zweier vergoldeter Halbkugeln in schwindelnder Höhe, fachmännisch assistiert von Peglows Ehefrau Elke sowie von Bernhard Schräder an der Seilwinde. „Das ist unsere goldene Rocher Kugel“, nimmt Sprengkamp die an ein Konfekt erinnernde, zugleich auch an Sisyphos aus der griechischen Sagenwelt anmutende Aufgabe ironisch mit Humor. Sie verkörpere den schnöden Mammon, „aber“, so die Künstlerin mahnend mit philosophischem Anklang, „brauchen wir Statussymbole um eine innere Sicherheit zu fühlen, oder finden wir das, was uns seelisch satt macht, nicht auch in der Natur“?

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Die Künstler möchten mit den Bauminstallationen als „fliegende Farbkörper“ verdeutlichen, dass sich die Menschen in dieser schnelllebigen Zeit immer weiter von der Natur entfernen, „und damit auch von uns selbst“, wie die Künstlerin betont. „Wir leben in einer Zeit der Reizüberflutung, dauerhafter beruflicher Erreichbarkeit und digitaler Präsenz“, so Sprengkamp weiter. Die Welt rücke durch Technik und soziale Netzwerke zwar immer näher zusammen, gleichzeitig werde der direkte Kontakt jedoch immer weniger. „Wir verlernen, uns nahe zu sein“.

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Achtsamkeit

Diese Entwicklung betreffe unser Berufsleben ebenso wie die Freizeit. „Haben wir verlernt achtsam zu sein? Nehmen wir unsere unmittelbare Umgebung noch bewusst wahr“ fragt sich Sprengkamp rhetorisch? Flora und Fauna seien nicht immer laut und spektakulär. Dennoch sei die Natur die Basis für das Leben auf der Erde. Das empfindsame Ökosystem der Erde schenke uns nicht nur Lebensraum und Nahrung, sondern unserer Seele Erholung und Entspannung. „Wir sind ein Teil von ihr“, so die Künstlerin. Das Künstlerpaar lädt die Besucher der Laga daher ein, aufmerksam zu sein für die Schönheit des Waldes und der Landschaft. Sie fordern auf zum Entschleunigen und Eintauchen, zum Genießen mit allen Sinnen. Mehr aus Bad Iburg im Netz


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