Großeinsatz der Ehrenamtlichen Helden der Laga buddeln und pflanzen in Bad Iburg

Von Sina-Christin Wilk


siwi Bad Iburg. Gemeinsam anpacken heißt es auf der Großbaustelle der Landesgartenschau. Neben zahlreichen Fachkräften wühlen auch Freiwillige in der Erde, pflanzen Blumenzwiebeln und erledigen Botengänge mit der Schubkarre. Auch auf den letzten Metern vor der Eröffnung am 18. April zeigen sie vollen Einsatz, um die Laga in voller Blütenpracht erstrahlen zu lassen.

In Bad Iburg ist die Laga buchstäblich eine Ehrensache. Denn nicht wenige Bürger engagieren sich freiwillig und investieren zahlreiche Arbeitsstunden, um zum Gelingen des Projekts beizutragen. Durch unterschiedliche Tätigkeiten tragen sie dazu bei, dass Gelände für die Besucher herauszuputzen und ein rundes Rahmenprogramm zu gewährleisten. So verwundert es nicht, dass dem kurzfristigen Aufruf zur großen Pflanzaktion jetzt 52 Personen gefolgt sind. Darunter auch Schüler und Senioren. Der Pool Ehrenamtlicher besteht aus 70 Personen. Ursprünglich über den Förderverein organisiert, melden sich zunehmend Freiwillige von sich aus zum Dienst. „Die Leute, die hier helfen haben etwas zu erzählen und freuen sich über die Ergebnisse ihrer Arbeit. Da kommen weitere Freiwillige ganz automatisch“, erzählt Imma Schmidt, Pressesprecherin der Laga während eines Rundgangs über das Gelände.

Glücksgriff

Vor gut einer Woche hatte Nadine Oestermeyer (Verantwortliche Planen, Bauen, Ausstellungen) die Zusage für 15.000 Narzissen vom Samenhändler Kiepenkerl bekommen. Teils gesponsert, teils zu einem günstigen Kurs erstanden, wird dieser unerwartete Glücksgriff nun genutzt, um für zusätzliche Blütenpracht zu sorgen. Ein Anruf hat genügt, und das Gros der Truppe ehrenamtlicher Helfer für die Pflanzaktion war bestellt.

Der Heideclub in Bad Iburg, Ehrenamtliche der ersten Laga-Stunde, ist bereits das zweite Mal diese Woche da, um Pflanzarbeiten zu übernehmen. Die 15 anwesenden Mitglieder, allesamt rüstige Senioren mit Spaß bei der Gartenarbeit, haben direkt einige Nachbarn animiert, die Schippe zu schwingen. Die Laune ist gut, trotz des einen oder anderen Plauschs am Rande wird konzentriert gearbeitet und eingepflanzt, was zur Verfügung steht. Werner Behrenswerth, Vorsitzender der Interessengemeinschaft, die auch für die Pflege der Kneippbecken am Freden verantwortlich zeichnet, hat nur kurz Zeit für ein paar Fragen, da er sich wieder an die Arbeit machen müsse. „Wir Heidekinder sind naturverbunden und möchten der Stadt etwas Gutes tun“, erklärt er die Unterstützung seitens der Gruppe. Diesmal seien sie aber nur von 9 bis 13 bei der Pflanzaktion dabei, schränkt Behrenswerth bescheiden ein. Für den Beobachter eine durchaus beachtliche Zeitspanne bei der bereits geleisteten Arbeit: Die Uferbepflanzung ist kurz vor Mittag bereits gut vorangeschritten. Mehr aus Bad Iburg im Netz

Baumwipfelpfad

Auch bei den Blumenterrassen am Fuße des Baumwipfelpfads wird beinahe Akkordarbeit geleistet. 26 Schüler der Klasse 7c der Realschule Bad Iburg nehmen sich auf initiative ihrer Lehrerin Ute Jastram hin einen Tag Auszeit vom Schulstoff. Offenbar hört der Lernprozess keinesfalls vor der Schultür auf, denn innerhalb kürzester Zeit entwickeln die Schüler verschiedene Strategien, um möglichst schnell die Beete zu bestücken. Nicht, weil sie schnell fertig werden möchten, sondern weil sie Lust auf die Arbeit haben, versichern einige Jungs und Mädchen auf Nachfrage. Gerne würden sie wiederkommen, um zu helfen.

Sichtbar stolz präsentieren die Kinder – in erdverkrusteten Gummistiefeln und mit warmen Jacken ausgestattet – die bereits gepflanzten Narzissen. Wie die Arbeit hier ablaufe? „Uns wurde kurz erklärt, wie wir die Blumen einpflanzen sollen und dann durften wir loslegen“, erzählt die 14-jährige Luca – selbstverständlich nicht, ohne nebenbei ihren Mitschülern weitere Pflanzlinge anzureichen.

Gärtnernachwuchs

Gekleidet in professionelle Outdoor-Kluft eines namhaften Herstellers von Arbeitskleidung für Forst- und Landwirtschaft zeigt sich auch der 12-jährige Maurice begeistert von der Gartenarbeit. Mit geröteten Wangen erzählt er, dass er später Gärtner werden möchte, da er gerne draußen sei und mit verschiedenen Maschinen arbeite. Rasenmähen gehöre zu seinen Hobbies, außerdem habe er schon beim Terrassenbau in der Nachbarschaft am Steuer eines Mini-Baggers gesessen.

Nachwuchssorgen gibt es auf der Laga in Bad Iburg also nicht. Die Ehrenamtlichen zeigen viel Herzblut für ihre Landesgartenschau und machen sie damit schon jetzt zu etwas Besonderem: Ein Großprojekt von Bürgern für Bürger.