Es muss nicht immer nur Boogie sein Daniel Paterok-Trio begeistert in Iburger Schlossmühle

Von Rolf Habben

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Bad Iburg. Mit seiner Ankündigung, es müsse nicht immer nur Boogie sein, verriet Bandleader und Pianist Daniel Paterok gleich zu Beginn, wohin die musikalische Reise seiner Band in der Schlossmühle gehen würde. Querbeet mäanderte das Trio mit den Großmeistern der Swing-Ära und den Boogie Woogie-Pianisten der 30er und 40er Jahre durch ein ebenso abwechslungsreiches wie fulminantes Programm, auch wenn der Boogie keineswegs zu kurz kam.

„Wir sind keine reine Boogie-Band und wollen das auch nicht sein, das haben wir uns auf die Kappe geschrieben“, unterstrich der Musiker das Credo seiner Band. Mit der Schirmmütze als Markenzeichen zelebrierten Paterok an seinem Keyboard, Frank Konrad am Kontrabass sowie Udo Schräder „im Maschinenraum“ an den Drums durchgängig instrumental eindrucksvoll die Vielseitigkeit des Jazz.

Neben Blues-Titeln hatte Paterok „auch eine Schlager- oder Popmusik-Einlage mit im Gepäck, „die mit dem übrigen Repertoire eigentlich nichts gemein hat“.

Mit dem Swing „Chattanooga Choo Choo“, hierzulande eher durch Udo Lindenbergs Version als „Sonderzug nach Pankow“ bekannt geworden, ging es mit einer Dampflok rasend von New York nach Tennessee. Der Song ließ die Wellen im Auditorium ebenso hochschlagen wie das „Honey Love“ der Drifters aus den 1960er Jahren. Thomas Wallers, wegen seines stattlichen Leibesumfangs auch Fats genannt, „Ain´t misbehavin´“ erfordere „Bananenhände, um die entfernter liegenden Tasten greifen zu können“, wies Paterok sichtlich aufatmend auf die Schwierigkeit des Spielens hin.

Dem Drummer alles abverlangt

Aber auch weniger bekannte und eher selten gespielte Titel wie Eddie Harris´ „Cold Duck Time“ oder Lloyd Glenns Swing „Black Fantasy“ hatte das Trio im Gepäck. Louis Colomas „Darkness Dance“ verlangte dem Trio, vor allem Drummer Schräder, ebenso alles ab wie Dave Brubecks „Blue Rondo à la turk“ im Neun-Achtel-Takt, der einen sehr konzentrierten Paterok an den Tasten offenbarte.

Bestens aufgelegt und nie um eine humoristische Moderation verlegen, gab Paterock auch Eigenkompositionen mit „Girls Talk“ und mit „The Legend of Kremlin“, angereichert mit kleinen Geschichten rund um eine Moskauer Bar zum Besten.

Trio aus Münster begeisterte

Höhepunkte waren offensichtlich und am Applaus gemessen der „Sixth Avenue Express“ von Pete Johnson und Albert Ammons, Ammons Millionseller „Swanee River Boogie“ sowie der „Jumpin’ Jazz“ von Axel Zwingenberger und Jay Mc Shann. „Die flotten Boogie-Nummern kommen immer am besten an“, bestätigte Paterok mit seinem rasanten und mitreißenden Fingerspiel im Zeitraffer zufrieden das frenetische Feedback im Publikum. Mit seinem vielfältigen Repertoire, gespickt mit Kompositionen zeitgenössischer Pianisten, begeisterte das Münsteraner Trio verspielt und erfrischend groovend zweieinhalb Stunden die Schlossmühle.


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